Bad Staffelstein

Und wieder mal der Staffelberg

Bevor es Wildkräuterstrudel, Bärlauchschaumsüppchen mit Sahnehäubchen, Burger vom schottisch-fränkischen Weiderind und Rhabarber-Tiramisu gab, mussten einige Höhenmeter überwunden werden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die einen arbeiten, die andern wandern. Die Genusswanderung führte auch durch die Ausgrabungsstätte am Staffelberg.  Fotos: Markus Häggberg
Die einen arbeiten, die andern wandern. Die Genusswanderung führte auch durch die Ausgrabungsstätte am Staffelberg. Fotos: Markus Häggberg
+2 Bilder

Der Staffelberg. Mal wieder. Er hat viel zu bieten: Aussicht, Ausgrabungen, Anekdoten, Geschichten und ein Nebental. Dort stehen Hochlandrinder, und dort wartete am Mittwoch auch ein Picknick auf die Teilnehmer der abermaligen Genusswanderung.

Was das Wetter den Wanderern an diesem Tag bieten sollte, war bestenfalls durchwachsen zu nennen. Ob darin der Grund für die nun erstmalig etwas schwächere Teilnehmerzahl zu suchen ist? 23 Personen meldeten sich bei Wanderführerin Hildegard Wächter an, 17 gingen letztendlich mit. Im Grunde war die Strecke nicht weit, geringer wohl als Wanderungen zuvor.

Am steinernen Kreuz

Es ging nur auf den Staffelberg, aber dieses "Nur" führte zunächst ins Stadtmuseum, wo ein Modell des Staffelbergs hinter Glas aufbewahrt wird. An ihm bedeutete Hildegard Wächter den Teilnehmern, wo man auf die Grabungsstätte zum Zangentor treffen wird und wie ein solches zu keltischer Zeit gebaut wurde. "Was die schon vor 2000 Jahren gekonnt haben, ist unwahrscheinlich", resümierte Wächter. Dann fand man sich bald abmarschbereit auf der Straße wieder, den Berg angehend. An seinem Ausläufer angekommen, steht an einem Kiesweg ein steinernes Kreuz.

Wächter hielt inne. Dann präsentierte sie eine Geschichte, die nicht in der Vergangenheit, sondern in der Gegenwart stattfindet. Sie handelt von einer Frau, die sich aus eigenen Mitteln um den reichen Blumenschmuck des Kreuzes kümmert, die den Weg zu dieser Gedenkstätte auf sich nimmt, die einen mit dem Buchstaben "R" beginnenden Vornamen trägt, regelmäßig und so oft wie nötig zum Gießen kommt und ansonsten kein Aufhebens um ihre Person machen lassen möchte.

Weiter ging es dem Massiv entgegen und zu seinem Fuß folgte die Wandergruppe einer Empfehlung Wächters: Karlssteig. Wäre der Staffelberg weit höher, könnte man leichter davon sprechen, dass dieser an der Ostwand verläuft. Tatsächlich führt er an die Ostseite, vorbei an die Stätten, an denen vor Wochen noch Bärlauch zu finden war. Es gehört zu den Vorzügen geführter Wanderungen, dass der Vorausgehende etwas zu Orten und Plätzen zu sagen weiß.

Blick ins Bamberger Land

Und so holte Wächter aus, verwies auf einen regelmäßig wandernden Staffelsteiner Pfarrer, dessen Name dem Steig Pate stand. Dieser Steig führt durch Bewaldung und gibt nach einigen hundert Metern den Blick nach Westen frei, nach Loffeld, Horsdorf, auf den Arnsberg und ins Bamberger Land. Eben hier findet sich der Platz, an dem besagter Pfarrer gerne mit sich alleine war.

Ein Höhepunkt sollte auch im Betreten der Ausgrabungsstätte bestehen. Über Bohlen gehend, vorbei an auf Knien archäologisch tätigen Mitarbeitern, erhielt die Wandergruppe Impressionen von der "Baustelle". Aber es sollte noch ein reizvoller Vortrag von Ausgrabungsleiter Markus Schussmann folgen. Doch irgendwann war das Plateau erreicht und das Löwental. Im Angesicht der Hochlandrinder gab es noch ein Vier-Gänge-Menü, bestehend aus Wildkräuterstrudel, Bärlauchschaumsüppchen mit Sahnehäubchen, Burger vom schottisch-fränkischen Weiderind und einem Rhabarber-Tiramisu.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren