LKR Forchheim

Umweltminister aus Pinzberg

Thorsten Glauber von den Freien Wählern konnte bei der Landtagswahl im Oktober insgesamt 17 331 Erststimmen für sich gewinnen und zog in den Bayerischen Landtag als Umweltminister ein.
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Pinzberg bereitet Umweltminister Thorsten Glauber einen triumphalen Empfang.  Foto: Andreas Hofbauer
Pinzberg bereitet Umweltminister Thorsten Glauber einen triumphalen Empfang. Foto: Andreas Hofbauer

Der Stimmkreis-Abgeordnete Michael Hofmann (CSU) musste bei der Landtagswahl am 14. Oktober zwar Federn lassen, errang das Direktmandat für den Einzug ins Maximilianeum aber problemlos. Für den Wahlkreis 405 Forchheim standen neun Direktkandidaten auf der Liste.

Die CSU lag im Stimmkreis Forchheim mit gut 39 Prozent der Stimmen über dem Landesdurchschnitt. Michael Hofmann konnte 34,4 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. "Viele haben gedacht, dass der Landkreis Forchheim fällt. Er ist nicht gefallen. Wir haben nach wie vor die Mehrheit im Landkreis", unterstrich Hofmann. Die CSU habe bewiesen, dass sie keine Schönwetterpartei sei. So gesehen sei er stolz auf die CSU und das Ergebnis im Landkreis Forchheim. Die 39 Prozent der Zweitstimmen hätten dazu beigetragen, dass der landesweite Trend abgemildert werden konnte.

Die 34,4 Prozent Erststimmen, drei Prozent weniger als vor sechs Jahren, führte Hofmann darauf zurück, dass er mit Thorsten Glauber (FW), Sebastian Körber (FDP) und Emmerich Huber (Bündnis 90/Die Grünen) sehr starke Gegenkandidaten gehabt habe.

Vor allem Thorsten Glauber machte Michael Hofmann politisch gesehen das Leben schwer. Glauber errang 17 331 Erststimmen. Das entspricht 25,25 Prozent. Kein Wunder, dass Glauber mit seinem persönlichen Ergebnis überaus zufrieden war. "Mit 25 Prozent liege ich 14 Prozent

über dem bayerischen Durchschnitt", so Glauber. Das gute Ergebnis habe er natürlich auch seinen Pinzbergern zu verdanken. Dort hätte er auch das Direktmandat geholt. "Ich bin halt einfach ein Pinzberger, deshalb werde ich meinen Wahltag auch dort beschließen", betonte Glauber, der am Wahlabend im Sendestudio Franken des Bayerischen Fernsehens zur "Elefantenrunde" erwartet wurde.

Mit dem zweitbesten Stimmergebnis der Freien Wähler war Thorsten Glauber auch prädestiniert für einen Ministerposten, als klar war, dass CSU und Freie Wähler eine Koalition eingehen wollten. Glauber wurde zum Umweltminister ernannt. Mit Blasmusik, Böllerschüssen, einem Fackelzug und einem Feuerwerk ehrte die Gemeinde Pinzberg den frischgebackenen Bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber (FW). Der gebürtige Pinzberger ist nach dem ehemaligen Ebermannstadter Landrat Rudolf Eberhard (CSU), der von 1957 bis 1964 Bayerischer Finanzminister war, erst der zweite Minister, der aus dem Landkreis Forchheim kommt.

Zitterpartie

"Die FDP wird in den Landtag einziehen - wir werden acht Prozent erreichen", zeigte sich Sebastian Körber, der Direktkandidat aus Forchheim vor der Wahl zuversichtlich. Körber setzte dabei auf die 15 Prozent potenzieller Wähler, die bekundet hatten, sie könnten sich vorstellen für die FDP zu stimmen. Die wollte er mit Inhalten überzeugen.

Aber es wurde spannender, als es dem oberfränkischen Spitzenkandidaten der FDP lieb war. "Es ist, wie wenn man den Tatort schaut. Man kann es nicht beeinflussen, aber es ist unglaublich spannend", so Körber. Erst am Montagnachmittag war die Zitterpartie beendet. Die FDP hatte mit 5,1 Prozent den Einzug ins Maximilianeum geschafft, und damit auch Sebastian Körber.

Emmerich Huber (Grüne) zog nicht in den Landtag ein. Trotzdem ist er mit dem Wahlergebnis sehr zufrieden: "Das ist ein Riesenerfolg für uns Grüne, aber auch für die Menschen und die Umwelt." Bei der Wahlparty der Grünen knallten die Sektkorken. Kein Wunder, denn er holte im Stimmkreis Forchheim 14,22 Prozent der Stimmen. Das Zweistimmenergebnis lag sogar noch ein wenig höher. 15,6 Prozent der Bürger im Landkreis Forchheim hatten für die Grünen votiert.

Huber freute sich, dass die "Alleinherrschaft der CSU" ein

Ende habe und mehr Parteien in

den bayerischen Landtag einziehen. "Wir haben uns mehr als verdoppelt. Aber mir geht es nicht nur darum, dass unsere Partei gewinnt, sondern dass die

Ideen, die wir mitbringen, Zukunft haben." Bereits im Wahlkampf habe er an den Infoständen gemerkt, dass sich das "historische Ergebnis" der Grünen

abgezeichnet habe.

Lange Zeit rechnete sich auch Dominik Pflaum, der als Direktkandidat für die AfD angetreten war, Chancen aus, in den Landtag zu kommen. Der 31-Jährige Elektrotechniker-Meister und Fachwirt für Gebäudemanagement aus Heroldsbach musste sich dann aber mit 10,4 Prozent geschlagen geben.

Atila Karabag, seit 2002 bei der SPD und Direktkandidat bei der Landtagswahl, fuhr das historisch schlechteste Ergebnis aller Zeiten für die Genossen in Forchheim ein. "Ich bin maßlos enttäuscht", räumte Karabag angesichts von 6,57 Prozent der Wählerstimmen ein, die er auf sich vereinen konnte. Damit lag er sogar noch deutlich unter dem landesweiten Ergebnis der Sozialdemokraten. JH



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