Bamberg
Austausch

Umweltamt berät Gemeinde in der Ukraine

Karin Köberlein vom Umweltamt der Stadt Bamberg hat auf Einladung der internationalen Städtevernetzungsplattform "Connective Cities" ihren Arbeitsplatz für fünf Tage in die Ukraine verlegt. Seit Jahre...
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Wilde Deponie in Shirokivska
Wilde Deponie in Shirokivska

Karin Köberlein vom Umweltamt der Stadt Bamberg hat auf Einladung der internationalen Städtevernetzungsplattform "Connective Cities" ihren Arbeitsplatz für fünf Tage in die Ukraine verlegt. Seit Jahren empfängt die Stadt Bamberg Delegationen aus Ländern wie etwa Marokko, Ägypten oder Japan die sich zu den Themen Klimaschutz, Stadtplanung und Infrastruktur beraten lassen. Diesmal wollte man den umgekehrten Weg gehen.

Die Gemeinde Shirokivska in der Ukraine will ein Konzept zur Abfallsammlung und -trennung sowie zum Aufbau von Recyclingsystemen entwickeln und möchte sich dabei von deutschen Experten beraten lassen.

Köberlein ist seit 1991 bei der Stadt Bamberg für diesen Bereich zuständig. Begleitet wurde sie von Hans-Martin Kröll, Bereichsleiter Logistik der Entsorgungsbetriebe Wiesbaden. In den fünf Tagen ihres Aufenthalts zeigte sich der kleinen Delegation aus Deutschland ein sehr wechselvolles Bild des Landes an der Grenze zu Rußland. Viele Einwohner leben aufgrund des sehr niedrigen Lohnniveaus und der gestiegenen Lebenshaltungskosten nur knapp am Existenzminimum. "Die Schere zwischen Arm und Reich klafft in diesem Land enorm auseinander", so Köberlein.

Die Probleme, mit der die Ukraine aktuell zu kämpfen hat, erklärt die Abfallexpertin so: "Neben der Armut, der Umweltverschmutzung durch Abgase, Abwässer und Abfälle ist Korruption ein Faktor, der viele Projekte scheitern lässt."

Gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort versuchten die Experten aus Deutschland, sinnvolle Lösungen zu entwickeln. Alle illegalen Deponien sollen geschlossen und zurückgebaut oder abgedeckt und rekultiviert werden. Um alternative Entsorgung zu bieten, sollen erstmals Sammeltonnen aufgestellt werden. "Da es diese bislang überhaupt nicht gab, wird es noch viel Geschick und Überzeugungsarbeit benötigen, die Bevölkerung dafür zu motivieren, diese zu benutzen und auch noch Geld dafür zu bezahlen", meint Köberlein.

Ihre Bilanz zu dem Besuch in der Ukraine ist rundweg positiv: "Ich bin beeindruckt, wie sehr die Einwohner bestrebt sind, mehr aus ihrem Land zu machen. Ich halte einen solchen Austausch für unbedingt empfehlenswert. Mit eigenen Augen sieht vieles doch anders aus, als es sich aus der Ferne darstellen lässt." red

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