LKR Bamberg

Umsteigen soll attraktiver werden

An bestimmten Orten sollen die unterschiedlichen Mobilitätsformen miteinander verknüpft werden. Mobilstationen könnten zum Beispiel Pendlerradverkehr und ÖPNV miteinander verbinden.
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Das Umsteigen vom Rad auf Bus oder Bahn (hier in Strullendorf) hat noch Verbesserungspotenzial. Foto: Hans Kurz
Das Umsteigen vom Rad auf Bus oder Bahn (hier in Strullendorf) hat noch Verbesserungspotenzial. Foto: Hans Kurz
Umsteigen auf schnelle Bus- und Bahnverbindungen, das ist ein Kernpunkt für das neue Mobilitätskonzept des Landkreises Bamberg. Bei einer Hierarchisierung des Busverkehrs mit schnellen Verkehrskorridoren und diversen Zubringerdiensten - die wir in Teil 1 und Teil 2 dieser Serie vorstellten - sind verbesserte Umsteigemöglichkeiten unerlässlich. An diesen Schnittstellen soll der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) auch mit anderen Formen der Mobilität verknüpft werden, zum Beispiel mit dem Alltagsradverkehr.
An solchen Verknüpfungspunkten sollen sogenannte Mobilstationen entstehen. Als Standorte kommen dem "Intermodalen Mobilitätskonzept" zufolge eine ganze Reihe von Gemeinden im Landkreis Bamberg infrage. Es handelt sich dabei um Orte mit Bahnanbindung wie Altendorf, Baunach, Breitengüßbach, Hallstadt, Hirschaid, Oberhaid, Reckendorf, Strullendorf und Zapfendorf sowie Gemeinden mit bestehender oder in Aussicht stehender Stadtbusanbindung. Neben Hallstadt, das mit Bahn und Stadtbus aufwarten kann, wären das Bischberg, Litzendorf, Memmelsdorf und Stegaurach. Dazu kommen die Mittelzentren Burgebrach und Scheßlitz in den geplanten schnellen Korridoren sowie Ebrach, Frensdorf, Heiligenstadt, Schlüsselfeld und Schönbrunn. Die konkrete Standortplanung soll erfolgen, wenn das Liniennetz für den gesamten Landkreis in den kommenden Jahren überplant ist.


Zusammenarbeit nötig

Vor Ort braucht es dann die Zusammenarbeit des Landkreises mit den zuständigen Straßenbaulastträgern, den jeweiligen Kommunen und gegebenenfalls Grundbesitzern. Denn an den Mobilstationen sollen die verschiedenen Verkehrsangebote räumlich gebündelt werden. Sie sind modular gestaltbar, je nach den Anforderungen und Voraussetzungen. Als Standort bieten sich Haltestellen des Regionalbusverkehrs und Bahnhöfe beziehungsweise Bahnhaltepunkte an.
Zu einer Mobilstation sollten auf alle Fälle sichere Fahrradabstellanlagen gehören. Abschließbare Fahrradboxen oder Fahrradkäfige seien ein notwendiges Angebot, um Besitzer von hochwertigen Rädern, insbesondere teuren E-Bikes, zur Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs zu animieren, wie Frank Büsch vom Büro Planmobil bei der Vorstellung des Konzepts in den Kreisgremien ausgeführt hatte. Entsprechend muss aber auch die Radweginfrastruktur angelegt sein. So könnte etwa ein Pendler aus dem Raum Frensdorf mit dem Elektrorad nach Strullendorf fahren, um von dort in die S-Bahn nach Erlangen oder Nürnberg umzusteigen. Auf dem Jura könnten Einwohner von abgelegenen Orten mit dem E-Bike nach Scheßlitz gelangen, um in die schnellere und besser getaktete Regionalbuslinie nach Bamberg umzusteigen.
Hilfreich wäre auch eine entsprechende Lademöglichkeit an den Mobilstationen, sowohl für E-Bikes als auch für Elektroautos. Verleihstationen für Pedelecs, E-Lastenräder oder E-Motorroller könnten zusätzlich das Angebot und die Attraktivität verbessern. Notwendig ist auf alle Fälle ein einheitliches und vor allem übersichtliches Informationsangebot zum ÖPNV im Landkreis, gegebenenfalls ergänzt durch Infos zu Freizeit- und Tourismusangeboten. Selbstverständlich sollten die Umsteigemöglichkeiten attraktive und überdachte Wartebereiche haben.


Kostenberechnung

Von den Machern des Mobilitätskonzeptes werden die möglichen Kosten für eine Mobilstation - je nach Ausbaugrad - auf etwa 12 000 bis 20 000 Euro beziffert. Im höheren Betrag sei dann schon die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge enthalten. Für überdachte Fahrradabstellanlagen ist demnach für fünf Plätze mit rund 2500 Euro zu rechnen. Etwa notwendiger Grunderwerb ist allerdings nicht eingerechnet.
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