Marktrodach

Umleitung ärgert die Bürger

Die Großvichtacher klagen über Schäden an ihren Autos, die wegen der Dauerbaustelle im Ortskern auf der Umleitungsstrecke nach Oberrodach entstanden sind. Der Gemeinderat will über Schadenersatz diskutieren.
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Für Unmut bei einigen Großvichtachern sorgt die Länge der Bauzeit bei der Ortskernsanierung und die damit verbundene Umleitungsstrecke von Großvichtach nach Oberrodach.
Für Unmut bei einigen Großvichtachern sorgt die Länge der Bauzeit bei der Ortskernsanierung und die damit verbundene Umleitungsstrecke von Großvichtach nach Oberrodach.
Veronika Schadeck

Marktrodach — Eigentlich sollte am Montagabend die Ausweisung eines Baugebiets "Am Steinbruch" den wesentlichen Teil der Sitzung des Haupt-, Finanz-, Umwelt und Bauausschusses einnehmen. Doch es kam anders.
Ungewöhnlich war die Anwesenheit von zahlreichen Bürgern. Und diese hatten ihre Probleme mit der Ortskernsanierung in Großvichtach und der damit verbundenen Umleitungsstrecke durch Wurbach nach Oberrodach, die durch den Wald führt.
Die halbe Anwohnerschaft von Großvichtach habe infolge der Umleitung Reifen- und Autoschäden hinnehmen müssen. Die für die Ortsdurchfahrt zuständige Baufirma müsste eigentlich "Schleicher" heißen. "Die bringen einfach nichts fertig." Und: "Wer trägt die Kosten?", fragte Thomas Kess.
Uwe Kotschenreuther fragte, warum das Bauunternehmen an vielen Stellen anfängt und nichts fertigbringt. Durch die Umleitungen stiegen der Benzinverbrauch und die Schäden an Autos. Michael Blüchel berichtete von Schäden an den Autos in der Familie, die mittlerweile über 2500 Euro hinausgehen. "Die Länge der Bauzeit würde mich nicht stören, wenn die Umleitung passen würde!"
Bürgermeister Norbert Gräbner wies darauf hin, dass jede Baustelle Beeinträchtigungen zur Folge habe. Die Ortsdurchfahrt von Großvichtach sei wie ein Nadelöhr. Die Maßnahme könne nur unter einer Vollsperrung durchgeführt werden.
Er sprach weiter davon, dass im Zuge der Sanierungsmaßnahme sämtliche Leitungen neu verlegt werden mussten. Ein Bauträger müsse auf den anderen warten. Eine weitere Schwierigkeit liege darin, dass im Zuge der Baggerarbeiten zerstörte Leitungen gefunden wurden, die in keinem Plan aufgezeigt waren.
Die Bauleiterin Katja Wich betonte, dass eine andere Umleitungsstrecke nicht möglich gewesen sei. Und: "Jede Baustelle verursacht Dreck und sorgt für Unmut ."
Nun forderte der Bürgermeister die Großvichtacher auf, die Schäden an ihren Fahrzeugen der Gemeinde zu melden. Im Gemeinderat soll dann diskutiert werden, ob es für die Betroffenen einen Schadenersatz beziehungsweise eventuell einen Ausgleich gibt. Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass die Baumaßnahmen in wenigen Wochen vollendet sein sollen.


Neues Baugebiet kommt

Ein erfreulicheres Thema war die Ausweisung eines Baugebiets "Am Steinbruch". Hier sollen den Ausführungen von Christina Kleylein zufolge 19 Baugrundstücke von jeweils einer Fläche zwischen 600 und 1100 Quadratmetern entstehen.
Kleylein wies darauf hin, dass am Anfang des "Steinbruchs" auch ein Grundstück mit 2500 Quadratmetern geschaffen werden soll, auf dem ein Mehrfamilienhaus errichtet werden kann.
Thomas Hümmrich (SPD) fragte nach einem Schallschutz Richtung Bundesstraße. "Das wird zurzeit überprüft", so der Bürgermeister. Er sprach davon, dass in Marktrodach die Nachfrage nach Wohnungen groß sei. "Es besteht ein Defizit." Katja Wich ergänzte, dass der Gemeinde zurzeit 28 Bewerbungen für einen hausbau vorliegen, die in Marktrodach ein Haus bauen möchten. Darunter seien auch Rückkehrer. "Wir haben mehr Bewerber als Bauplätze", brachte sie die Situation auf dem Punkt. Das Gremium stimmte schließlich einstimmig dem Vorentwurf zu. Ein Ingenieurbüro wird beauftragt, die Erschließungsmaßnahmen zu planen.


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