Coburg

Umjubelter Solist aus Bamberg

Wie das Philharmonische Orchester unter Roland Kluttig mit ausgefeilt dargebotenen Werken von Richard Strauss und Felix Mendelssohn Bartholdy begeisterte. Gefeierter Gast war Christoph Eß, Solo-Hornist der Bamberger Symphoniker.
Artikel drucken Artikel einbetten
Umjubelter Solist: Christoph Eß begeisterte im Landestheater Coburg mit seiner Interpretation des 1. Hornkonzerts von Richard Strauss. Das Philharmonische Orchester spielte unter der Leitung von Roland Kluttig. Foto: Jochen Berger
Umjubelter Solist: Christoph Eß begeisterte im Landestheater Coburg mit seiner Interpretation des 1. Hornkonzerts von Richard Strauss. Das Philharmonische Orchester spielte unter der Leitung von Roland Kluttig. Foto: Jochen Berger

Gerhard Deutschmann Die schreckliche, die konzertlose Zeit ist vorüber. Noch vor der ersten Premiere öffnete das Landestheater seine Pforten für das 1. Sinfoniekonzert, welches gleich mit einer Neuerung aufwartete, indem es (wie bei drei weiteren Konzerten in dieser Saison) auch schon am Vorabend (also Sonntag) dargeboten wird, was natürlich günstig für jene Musikfreunde ist, die nicht im Besitze eines Montag-Abonnements sind.

Der Anfang war schon recht vielversprechend, da immerhin die Hälfte der Sitzplätze gefüllt war. Sicher gelingt es durch Werbung und Mundpropaganda, auch noch die andere Hälfte zu besetzen.

Geniales Jugendwerk

"Very British" wird es in dieser Saison in Oper, Konzert und Schauspiel zugehen, steht doch ein Albert- und Victoria-Jubiläum an. In diesem Sinfoniekonzert gab es Beziehungen mancher Art zu Schottland mit der sinfonischen Dichtung "Macbeth" von Richard Strauss und der 3. Sinfonie ("Schottische") von Felix Mendelssohn Bartholdy. Dazwischen erklang das 1. Hornkonzert von Richard Strauss, ebenso wie sein "Macbeth" ein geniales Jugendwerk.

In Letzterem setzt er bereits seine große Orchesterbesetzung mit dreifachem Holz und vierfachem Blech ein, die er in gekonnter Instrumentation zu effektvollen Höhepunkten führt. Sicher und überlegen lenkte Roland Kluttig die gewaltigen Klangwogen des präzise und virtuos musizierenden Orchesters. In düsterem Moll verklingt dieses brillante Opus 23 des jungen Meisters.

Vorwiegend heitere Stimmung herrscht dagegen in seinem 1. Konzert für Waldhorn und Orchester Es-Dur, das anschließend zur Aufführung kam. Herausragender Solist dieses musikantischen Werks war der vielfach preisgekrönte Solo-Hornist der Bamberger Symphoniker und Professor in Lübeck Christoph Eß.

Eindrücke aus Schottland

Mit makellosem Ton gelang ihm sicher die schmetternde Einleitung, ausdrucksvoll mit großem Atem das folgende lyrische Thema. Sicherer Ansatz und schattierungsreiche Tonbildung waren auch weiterhin die Markenzeichen seines Könnens in diesem spielfreudigen Werk, dessen erste beiden Sätze ineinander übergehen, bevor der burleske Finalsatz auch virtuose Aufgaben stellt, die Christoph Eß überlegen meisterte.

Anpassungsfähig und differenziert begleitete das nunmehr verkleinerte Orchester unter der sorgsam gestaltenden Leitung von Roland Kluttig den Solisten.

Eindrücke einer Schottlandreise, die bis zu den Hebriden führte, verarbeitete Felix Mendelssohn-Bartholdy in seiner 3. Sinfonie a-Moll, die den Beinamen "Schottische" trägt.

Die insgesamt melancholische Stimmung des Werks mag den ungünstigen klimatischen Bedingungen dieser Gegend geschuldet sein. Sie hellt sich nur im Scherzo und im festlich-fröhlichen Dur-Schluss des Finales auf.

Stürmischer Beifall

Großartig die beseelte, liebevolle Wiedergabe des dankbaren, wirkungsvollen Werks durch das mit vorbildlicher Klangkultur und Geschlossenheit aufwartende Orchester und seinen kompetenten, detailgenau gestaltenden Dirigenten, die am Ende mit stürmischem Beifall bedacht wurden.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren