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Kulmbach
Studie

Überstunden zum Nulltarif

Wenn der Landkreis Kulmbach richtig schuftet, kommt ein Überstunden-Berg heraus: Rund 1,2 Millionen Arbeitsstunden haben die Beschäftigten hier im vergangenen Jahr zusätzlich geleistet. Davon 628 000 ...
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Noch eine Stunde - und noch eine: Gerade in Hotels und Gaststätten werden im Sommer kräftig Überstunden geleistet. Symbolfoto: NGG
Noch eine Stunde - und noch eine: Gerade in Hotels und Gaststätten werden im Sommer kräftig Überstunden geleistet. Symbolfoto: NGG

Wenn der Landkreis Kulmbach richtig schuftet, kommt ein Überstunden-Berg heraus: Rund 1,2 Millionen Arbeitsstunden haben die Beschäftigten hier im vergangenen Jahr zusätzlich geleistet. Davon 628 000 zum Nulltarif - ohne Bezahlung.

Das geht aus dem "Überstunden-Monitor" hervor, den das Pestel-Institut im Auftrag der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) erstellt hat. Danach haben alle Beschäftigten den Unternehmen im Kreis Kulmbach 16 Millionen Euro "geschenkt".

Allein in Hotels und Gaststätten leisteten die Beschäftigten rund 28 000 Mehrarbeit. 46 Prozent der im Landkreis Kulmbach geleisteten Überstunden im Gastgewerbe waren unbezahlt. Bei zwölf Euro Lohnkosten pro Stunde für den Arbeitgeber bedeutet dies ein "Lohn-Geschenk" von 151 000 Euro.

"Von der Küchenhilfe im Hotel bis zum Kellner im Biergarten: Wer im Gastgewerbe arbeitet, ist auf jeden Euro angewiesen. Dabei sind 54 Prozent dieser Arbeitsplätze im Kreis Minijobs", sagt NGG-Geschäftsführer Michael Grundl. Das Problem der 450-Euro-Kräfte: Sie dürfen keinen Euro hinzuverdienen. "Also werden die Überstunden entweder gar nicht oder schwarz bezahlt." Statt Minijobber mit 450 Euro abzuspeisen, sollte das Gastgewerbe endlich mehr Menschen regulär beschäftigen und ordentlich bezahlen, fordert Grundl.

Die NGG geht in Sachen Arbeitszeit jetzt in die Offensive: Sie stellt sich mit der Gastgewerbe-Kampagne "#fairdient" hinter die rund 1200 Beschäftigten in den Hotels, Restaurants und Gaststätten im Kreis Kulmbach. Denn ihnen drohe noch ein anderes Problem: Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband dränge die Bundesregierung, die Arbeitszeiten noch flexibler zu machen. "Es geht darum, das Arbeitszeitgesetz zu durchlöchern", kritisiert Grundl. Die bestehende Regelung der Arbeitszeit sei ein wichtiger Schutz der Beschäftigten. red

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