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Forchheim

Überholbahnhof bereits im Bau

Die Planung für den Ausbau der ICE-Strecke bis Bamberg läuft auf Hochtouren. Der Haltepunkt Forchheim-Nord soll 2024 in Betrieb gehen. Der Neubau der Piasten-Brücke muss dagegen noch ein Jahr warten.
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Die Erdarbeiten am Eisenbahn-Überholbahnhof Eggolsheim haben begonnen.  Foto: Josef Hofbauer
Die Erdarbeiten am Eisenbahn-Überholbahnhof Eggolsheim haben begonnen. Foto: Josef Hofbauer
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Josef Hofbauer Aus zwei mach vier, skizzierte Projektleiter Alfons Plenter von der Bahn AG das Ziel des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit (VDE 8) zwischen Forchheim und Eggolsheim. Die Erdarbeiten für den Bau des Überholbahnhofes bei Eggolsheim ICE Strecke sind bereits in vollem Gange.

Gebaut wird im rund sieben Kilometer langen Bauabschnitt 19 zwischen der nördlichen Ortsgrenze von Eggolsheim bis zum Bahnhof Forchheim von Nord nach Süd, erklärte Alfons Plenter. Bis 2024 soll die Vierspurigkeit dieser Strecke fertig sein und der Bahnhaltepunkt Forchheim-Nord mit einem 140 Meter langen Mittelbahnsteig in Betrieb gehen.

Garagen dürfen bleiben

Die gute Nachricht in diesem Zusammenhang: Die Garagen der Anwohner an der Karl-Bröger-Straße müssen nicht abgerissen werden. Die Lärmschutzwände würden nun von der Gleisseite aus errichtet, berichtete Plenter. Er betonte: "Wir brauchen lediglich die Flächen vor den Garagen als Arbeitsraum."

Der Neubau der Piasten-Brücke wird sich nach Angaben des Projektleiters ein weiteres Jahr verzögern. Bei der Ausschreibung der komplizierten Arbeiten habe kein Unternehmen "angebissen", erklärte der für das Projekt VDE zuständige Pressesprecher Frank Kniestedt. Die Begründung für die ablehnende Haltung der Unternehmer fasste Plenter so zusammen: "So wenig Stahl, so viel Arbeit!" Das Bauen unter rollendem Rad stelle hier die besondere Herausforderung dar. Die notwendigen Schwerlast-Gerüste und geringe Arbeitsfläche haben die Unternehmen offenbar abgeschreckt. Deshalb verzögert sich die Erneuerung dieser Brücke nun um ein Jahr.

Vier Kilometer Lärmschutzwände

Innerhalb der Forchheimer Stadtgrenze seien noch vier Kilometer Lärmschutzwände zu errichten. Gedämpft werden müsse das Rattern der Züge im Bereich des Überholbahnhofes Eggolsheim, der von Forchheim aus gesehen, direkt hinter der Brücke über die Autobahn A 73 beginnt und 1,3 Kilometer lang sein wird.

In zwei getrennten Losen werden die beiden 90 Meter langen Brücken über die Autobahn vergeben. Geplant ist eine Bogenhöhe von 11,5 Metern. Fertigstellungstermin: 2021.

Der Zeitplan sieht vor, dass der Abschnitt zwischen der A 73 und Forchheim Nord bis 2021 abgeschlossen ist. Der Bereich zwischen der Piastenbrücke und dem Schulzentrum Forchheim Nord soll bis 2022 abgeschlossen sein und der Bereich zwischen der A 73 und Eggolsheim soll bis 2023 erledigt sein.

Einwendungen weiter gültig

Für den weiteren Streckenabschnitt bis Strullendorf sei das Planänderungsverfahren eingeleitet, so Plenter. Wichtig dabei: Einwände aus dem Jahre 1997, als die ersten Planungen vorgestellt wurden, seien nach wie vor gültig. Nichtsdestotrotz stehe die Bahn als Ansprechpartner zur Verfügung. Der Info-Container, der zurzeit am Forchheimer Bahnhof aufgestellt ist, zieht deshalb um nach Hirschaid. "Wer unsicher ist, ob er von unserer Baumaßnahme betroffen ist, kann sich gerne beraten lassen", versprach der DB-Projektleiter.

In Altendorf, Hirschaid und Strullendorf seien an wenigen Stellen Eingriffe in Privat- und Gewerbegrundstücke unvermeidbar. Allerdings sollen sie so gering wie möglich gehalten werden.

Da in Altendorf auf der Fläche, die für die Baustelleneinrichtung Bodendenkmäler zu erwarten gewesen seien, habe die Bahn diese Fläche auf die andere Seite der Schienen verlegt. Ebenfalls intensiviert werde der Lärmschutz in Altendorf. Da zwei Gewerbebetriebe umgesiedelt wurden, sei in diesem Bereich ein Wohngebiet entstanden. Die Folge: Die Lärmschutzwände werden auf fünf Meter erhöht.

Ebenfalls verlängert wird der Lärmschutz in Hirschaid. Hier werde auf die speziellen Bedürfnisse des Kindergartens der Realschule und des Industriebetriebes Ina Schäffler Rücksicht genommen. Die Maximilianstraße bleibe während der gesamten Bauzeit befahrbar.

Ausgleich für die Natur

Im Bereich der Gemeinde Strullendorf werde auf Verlangen des Staatlichen Bauamtes die Brücke der B 505 über die Bahnstrecke auf drei Spuren verbreitert. Der Bahnübergang Stockweg in Strullendorf wird durch eine Überführung am Auweg und einen neuen Fuß- und Radweg im Bereich des Stockweges ersetzt. Nach dem Ausbau werde es entlang des gesamten Streckenabschnittes keine beschrankten Bahnübergänge mehr geben, informierte Pressesprecher Kniestedt.

Auch an die Natur werde bei dem Projekt VDE 8 gedacht, so Projektmanager Plenter. Die neuen Eidechsen-Siedlungen seien bereits bezugsfertig und auch die Haselmaus-Bestände fänden ein neues Zuhause. Im rund 18 Hektar großen Areal des stillgelegten Steinbruches Ludwag in Scheßlitz solle durch Pflegemaßnahmen, Entbuschung und Beweidung ein bedeutsamer Lebensraum für die Tiere dauerhaft gesichert und optimiert werden.

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