Hallerndorf

Über Plan hinweggesetzt

Eigentümer mehrerer Grundstücke in Hallerndorf haben die Festsetzungen des Bebauungsplans ignoriert. Über mögliche Ausgleichsflächen gab es eine 8:7-Abstimmung.
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Die Mitarbeiter der Bauaufsicht des Landratsamts Forchheim gingen einer Anzeige nach und stellten dabei fest, dass sich die Eigentümer mehrerer Grundstücke in Hallerndorf über die Festsetzungen des Bebauungsplans hinweggesetzt hatten. Statt des an der Grundstücksgrenze vorgeschriebenen drei Meter breiten Grünstreifens entlang der Aisch wurden Terrassen, Garage und Swimmingpool gebaut. Daher forderte das Landratsamt die Grundstückseigentümer zum Rückbau auf.

Bürgermeister Torsten Gunselmann (FWG) verhandelte mit den betroffenen Bauherren und Mitarbeitern des Landratsamtes. Demnach kann die Pflicht zum Rückbau entfallen, wenn stattdessen eine entsprechende Ausgleichsfläche geschaffen wird, teilte der Bürgermeister den Gemeinderäten mit. Gunselmann schlug vor, dass die hierfür notwendigen rund 800 Quadratmeter in der Gemarkung Schnaid genutzt werden könnten, die ohnehin im Waldschatten liegen und daher keinen vollen Ertrag brächten. Könnte diese Fläche ebenfalls extensiv bewirtschaftet und nur einmal jährlich gemäht werden, hätten die dort vorhandenen Orchideen eine wesentlich bessere Lebenschance.

Nicht alle Gemeinderäte waren damit einverstanden. "Was im Bebauungsplan steht, muss auch eingehalten werden", argumentierte Claudia Kraus (WG Trailsdorf). Thomas Bauer (WG Pautzfeld) stimmte ihr zu: "Wir setzen ein Signal für die Zukunft", war er sich sicher. Werner Fischer (WG Hallerndorf) wollte dagegen wissen, was die jetzt zusätzlich geforderte Fläche koste und ob sicher sei, dass sämtliche Grundstücke in Richtung Aisch mit einem Zaun abgeschlossen und ohne Durchgänge sind. "Der Zaun ist weiterhin vorgeschrieben", versicherte Gunselmann.

Da das Landratsamt selbst die Ausgleichsfläche als mögliche Lösung sieht, sei das für die betroffenen Anlieger ein glücklicher Ausgang, konstatiert Matthias Erlwein (JAB). Die betroffenen Grundstückseigentümer müssen sämtliche Kosten für die Ausgleichsfläche und die damit verbundenen Nebenkosten übernehmen, entschieden die Gemeinderäte denkbar knapp: Acht von ihnen stimmten zu, sieben Gemeinderäte waren dagegen.

Im Gewerbegebiet Schlammersdorf ist ebenfalls die Anlegung eines Grünstreifens vorgeschrieben. Da allerdings ein Grundstück geteilt und die hintere Hälfte via Weg erreichbar sein muss, soll auch in diesem Fall der Grünstreifen durch eine externe Ausgleichsfläche ersetzt werden, analog zu dem Sachverhalt in Hallerndorf. Diesem Beschlussvorschlag des Bürgermeisters stimmten zehn von 15 Gemeinderäten zu.

Parksituation am Kreuzberg

Weiterhin informierte Bürgermeister Torsten Gunselmann über die Hinweise aus den Bürgerversammlungen in Hallerndorf, Willersdorf und Trailsdorf, in denen sich die Bürger über die Parksituationen beschwerten, unter anderem am Kreuzberg, die aber auch wissen wollten, ob die Energieversorgung mit Fernwärme ausgeweitet würde oder es Zuschüsse bei privaten Baumaßnahmen im Rahmen des städtebaulichen Konzepts (Isek) gebe.

Für die Kommunalwahl im März werden ehrenamtliche Wahlhelfer gebraucht. Für die am Wahlsonntag eingesetzten Wahlhelfer genehmigten die Gemeinderäte ein um zehn Euro erhöhtes Erfrischungsgeld: Sie bekommen künftig 45 Euro statt vorher 35 Euro. Werden Wahlhelfer am Montag benötigt, bekommen sie ebenso 25 Euro Erfrischungsgeld wie die Mitglieder des Wahlausschusses für jede Sitzung und die Wahlhelfer bei einer möglichen Stichwahl, entschieden die Gemeinderäte.

Lärmschutz in Schlammersdorf

Gemeinderat Thomas Sawinsky (WG Schlammersdorf) übergab eine Liste mit Unterschriften an Bürgermeister Torsten Gunselmann mit der Bitte, den Lärmschutz an der Staatsstraße zu überprüfen: "Die Lärmbelästigung nimmt zu!" Außerdem würden zunehmend Lastkraftwagen von Amazon oder Kurierdienste durch den Ort fahren, anstatt den Weg außen vorbei zu nehmen, monierte Sawinsky im Namen der betroffenen Schlammersdorfer.

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