Hofheim i. UFr.

Über den Lehrplan hinaus

Einen ganzen Vormittag lang drehte sich in der Hofheimer Realschule alles um Migration und Flucht. Dazu kam nicht nur eine Referentin von "Mission Eine Welt" zu Wort, sondern auch eine Migrantin und Landrat Wilhelm Schneider.
Artikel drucken Artikel einbetten
Rund 100 Schüler der achten und neunten Klassen der Hofheimer Realschule nahmen am Themenvormittag teil. Foto: Christian Licha
Rund 100 Schüler der achten und neunten Klassen der Hofheimer Realschule nahmen am Themenvormittag teil. Foto: Christian Licha

Ein Themenvormittag zu Migration und Flucht fand dieser Tage in der Jacob-Curio-Realschule in Hofheim statt. Rund 100 Schüler der achten und neunten Klassen nahmen an dieser Aktion teil, die von der Organisation "Mission Eine Welt" aus Neudettelsau als Kooperationspartner begleitet wurde. Mit einer Schweigeminute wurde der Opfer des Anschlags in Halle gedacht.

Auswirkungen auf den Landkreis

Landrat Wilhelm Schneider (CSU) besuchte die Schule und hob in seinem Grußwort hervor, dass häufig vergessen werde, welche Chancen und Bereicherung Migration, gerade auch für ländliche Regionen wie den Landkreis Haßberge, mit sich bringen: "Chancen und Bereicherung nicht nur für die aktuellen Probleme des Arbeitsmarktes, die Abwanderungstendenzen im ländlichen Raum, sondern auch für die dynamische Weiterentwicklung unserer Kultur", wie er beschrieb.

Erfolgreiche Integration, so der Landrat, sei keineswegs ein einseitiger, sondern immer ein gegenseitiger Prozess. "Wir müssen Migranten und Geflüchteten auf Augenhöhe begegnen", forderte Schneider.

Mit einem einstündigen Fachvortrag und anschließender Diskussion zeigte Gisela Voltz von "Mission Eine Welt" insbesondere die Fluchtursachen auf. Zwei Workshops schlossen sich an, bei denen die Schüler einen als entwicklungspolitisches Bildungsmodul aufgebauten Stationen-Parcours durchliefen.

Dabei waren die Stationen interaktiv aufgebaut und die angesprochenen Fragestellungen zu den Themen Flucht und Migration in kreativer und abwechslungsreicher Weise erlebbar gemacht.

Eine Filmaufführung, die die Thematik zusätzlich beleuchtete, rundete das Programm ab. Zusätzlich kam eine Person mit Fluchthintergrund selbst zu Wort. Die aus Syrien stammende, ehrenamtlich tätige Iman Alkatib berichtete den Schülern von ihren Fluchterlebnissen und Erfahrungen und ging anschließend auf Fragen der Schüler ein.

Wichtiges Thema für Realschule

Angestoßen wurde die Aktion von der Bildungskoordination für Neuzugewanderte des Landkreises Haßberge. Diese präsentierte das Projekt während einer Sitzung des Bildungsbeirates der Bildungsregion Haßberge. Dabei reagierte die Hofheimer Realschule am schnellsten und bekundete rasch ihr Interesse, so dass die Aktion nun im Rahmen der landkreisweiten interkulturellen Wochen durchgeführt werden konnte.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend förderte das Projekt im Rahmen des Bundesprogrammes "Demokratie leben". Bereits im Vorfeld des Themenvormittages gab es in der Schule eine von "Mission Eine Welt" konzipierte Informationsausstellung mit dem Titel "Auf und davon - Flucht und Migration". Von der Vergangenheit bis zur Gegenwart wird hier die Thematik aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, wie die Schüler erfahren konnten.

Die Jacob-Curio-Realschule in Hofheim fördert bereits seit Jahren den Abbau von Diskriminierung jeder Art. Nicht ohne Grund trägt sie bereits seit 2017 den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage".

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren