Coburg

Turnerschaft strebt Klassenerhalt an

Die Saison in der höchsten Klasse des Bezirkes verspricht 2019/2020 besonders viel Spannung. Das Tageblatt hat alle Lokalmatadoren wie jedes Jahr unter die Lupe genommen und wagt Prognosen. Außerdem gibt es alle Abgänge und Neuzugänge auf einen Blick.
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Das Aufgebot der Coburger Turnerschaft (stehend von links): Co-Trainer Uwe Posanski, Nils Singendonk, Alexander Resler, Alexander Karl, Johannes Kempf, Andre Eversmann, Alexander Heeb, Markus Pletl, Yannick Horcher, Sebastian Baselt und Trainer Elvedin Mustafic; (sitzend von links): Niclas Schuchardt, Oliver Lilge, Deniz Balkan, Benedikt Erl, Hannes Braunstätter, Markus Rauscher, Geatan Le Peillet, Luca Kessel, Jannik-Selim Varol. - Es fehlen: Stephan Görs, Valentin Höll, Björn Finzel und Tob...
Das Aufgebot der Coburger Turnerschaft (stehend von links): Co-Trainer Uwe Posanski, Nils Singendonk, Alexander Resler, Alexander Karl, Johannes Kempf, Andre Eversmann, Alexander Heeb, Markus Pletl, Yannick Horcher, Sebastian Baselt und Trainer Elvedin Mustafic; (sitzend von links): Niclas Schuchardt, Oliver Lilge, Deniz Balkan, Benedikt Erl, Hannes Braunstätter, Markus Rauscher, Geatan Le Peillet, Luca Kessel, Jannik-Selim Varol. - Es fehlen: Stephan Görs, Valentin Höll, Björn Finzel und Tobias Servatius. Foto: Erich Bilek
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Mit der Begegnung zwischen dem TV Weidhausen und dem TV Gefrees (44:33) wurde am Sonntag die Hallensaison 2019/20 der Handball-Bezirksoberliga Männer eröffnet. Diese Partie wurde vorgezogen, alle anderen Spiele der ersten Runde finden am Wochenende statt. Auch in diesem Jahr hat Tageblatt-Handball-Experte Erich Bilek die Mannschaften aus der Region unter die Lupe genommen.

Es ist eine ganz besondere Saison, denn die Zahl der Titelaspiranten ist nicht wie in den letzten Jahren auf eine oder zwei Mannschaften beschränkt. Zur favorisierten HSG Rödental/Neustadt gesellt sich in dieser Serie mit dem HSV Hochfranken, der HG Kunstadt und dem TV Helmbrechts das diesjährige Abstiegstrio aus der Landesliga. Deshalb wird es aller Voraussicht nach in dieser Saison die seit vielen Jahren nicht mehr vorhandene Spannung in den BOL-Spielen geben. Aber nicht nur der Kampf um die Meisterschaft, sondern auch das Ringen um den Klassenerhalt verspricht viel Aufregung.

Für die Coburger Turnerschaft, die nach vielen Jahren wieder im Oberhaus des Bezirkes mitmischt, wird es um den Klassenerhalt gehen, doch das Team ist als Aufsteiger keinesfalls "Kanonenfutter". Das Team wird sich aber unter der Leitung von Trainer Elvedin Mustavic, Leistungsträger in den Anfangsjahren beim HSC 2000 Coburg, mit allen vorhandenen Kräften wehren, um die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln.

HG künftig ohne Döbereiner

Auch das Trio TV Ebern, TV Weidhausen und HG Hut Ahorn wird sich vorerst nach unten orientieren müssen. Vor allem für die Hut/Ahorner, die mit Stefan Döbereiner nicht nur ihr Top-Ass verliert, sondern auch noch auf Simon Hofmann verzichten muss, kann es in dieser Saison ganz eng werden. Lücken, die schwer zu stopfen sind und die Trainer Dominik Harbecke vor eine große Herausforderung stellen, da adäquate Nachfolger für die scheidenden Leistungsträger noch nicht in Sicht sind.

Die einzigen neuen Spieler, zwei Spieler aus der A-Jugend, agierten in der Vorbereitung durchaus vielversprechend, aber noch ohne jegliche Routine in der Männerklasse. Um den geplanten Mittelfeldplatz zu ergattern, wird die Mannschaft um ihren engagierten Spielertrainer konstanter auftreten müssen, als letztes Jahr.

Fürbücher schon vor 40 Jahren

Der TV Ebern, der im vergangenen Spieljahr gerade noch die Kurve bekam, wird voraussichtlich auch in der kommenden Saison kräftig rudern müssen, damit die Liga am Ende gehalten werden kann. Der etwas vom Handballzentrum Coburg abgelegene Turnverein steht verständlicherweise immer vor Problemen, potente Handballer zu finden. Ebern hat sich aber trotz der schlechten Lage seit der Gründung durch Oberstudiendirektor Fürbücher vor über 40 Jahren immer als stabiler Handballort gehalten, mächtig unterstützt von der Familie Batzner.

Matthias Batzner ist seit langem auch Trainer der Unterfranken. Er hat es immer verstanden, die Mannschaft auf gutem Niveau zu halten. Seinem Team wird zugetraut, dass es auch in der kommenden Saison zum Verbleib reichen wird.

Mit Rückkehrer Johannes Bauer

Zwei Zitterperioden liegen hinter dem TV Weidhausen. Vor allem in der Vorsaison war es sehr knapp. Die Aussichten, dass es dieses Mal in ruhigere Fahrwasser geht, ist berechtigt. Mit der Rückkehr von Johannes Bauer ist dem TVW ein Clou gelungen. Nach einem Jahr bei der HG Kunstadt ist er wieder zu seiner "alten Liebe", dem TV Weidhausen, zurückgekehrt. Die Erwartungshaltung ist groß, denn Bauer soll das Team stabilisieren und an erfolgreiche Zeiten anknüpfen.

Nach dreijähriger berufsbedingter Pause kommt auch David Lippert wieder zurück. Dazu gesellt sich mit Jonas Schrepfer noch ein Talent aus der eigenen Jugend. Die Chancen stehen als gut. Ähnlich sieht es auch Trainer Frank Steinberger: "Durch die diesjährigen Zugänge Bauer, Lippert und das Jugendtalent Schrepfer, sowie der Tatsache, dass nur Tim Pechauf aus dem letztjährigen Team nicht mehr zur Verfügung steht, muss es unser Anspruch sein, einen besseren Platz als vergangene Saison (Rang 9 / Anm. d. Red.) zu erreichen". Weidhausen will also wieder angreifen.

Starke Konkurrenz im Titelrennen

Im Titelkampf bekommt Dauerbrenner HSG Rödental/Neustadt also starke Konkurrenz, denn die drei Absteiger aus der Landesliga - ein Novum im Handballbezirk Oberfranken - wollen allesamt gleich wieder aufsteigen. So streben nicht nur die Ostvereine HSV Hochfranken und TV Helmbrecht als Ziel den sofortigen Wiederaufstieg an, sondern auch die zum Altkreis Coburg gehörende HG Kunstadt, die den Hummelstädtern im Vorjahr ebenso den Aufstieg vermasselten, wie heuer die Reserve von HaSpo Bayreuth.

Für die Rödentaler wird es also 2019/2020 weitaus schwieriger werden, aber sie haben mit erfahrenen Neuzugängen schon einmal vorgesorgt. Die Abgänge von Mike Weißbrodt, dem torgefährlichen Angreifer, und Torwart Jonas Faber sind sicherlich schmerzlich für Trainer Niels Greiner, denn auch Tom Rehm und Thorsten Zimmermann (beide nehmen eine persönliche Auszeit) stehe vorerst nicht zur Verfügung. Dafür sind die Zugänge etwas Besonderes: Es kommt ein bekanntes Quartett: Kenny Schramm vom HSC Coburg, ein langjähriger Spieler aus der 3. Liga. Andreas Schlücke war nach seiner HSC-Zeit viele Jahre beim Sonneberger HV (Thüringenliga) ein unverzichtbarer Akteur. Dazu noch Florian Kirchner, ein guter Bekannter vom HSC. Er kehrt nach einjähriger Pause zurück zur HSG, bei der er zuvor bereits mit guten Leistungen überzeugte.

Und Robert Fleischmann - ein Torwart von der HSG Suhl/Goldlauter (Thüringenliga), der beim Pokalspiel gegen den Bayernligisten DJK Waldbüttelbrunn seine große Klasse bereits eindrucksvoll zeigte.

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