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LKR Coburg

Türme - aber ohne Soldaten

Mit dem Großprojekt Das Grüne Band kommen Zäune und Beobachtungseinrichtungen zurück an die ehemalige innerdeutsche Grenze. Doch die Zäune sind für Rinder gedacht, die Türme für Besucher.
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Die Heckrinder, die in der Bischofsau weiden, können Besucher vom Beobachtungsturm aus anschauen, ohne die Weide zu betreten. Foto: Rainer Lutz
Die Heckrinder, die in der Bischofsau weiden, können Besucher vom Beobachtungsturm aus anschauen, ohne die Weide zu betreten. Foto: Rainer Lutz
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Die innerdeutsche Grenze wird immer mehr zur Lebenslinie. Als "Das Grüne Band" dient der einstige Todesstreifen heute dem Naturschutz. Das gilt besonders für den Abschnitt, der die Landkreise Hildburghausen, Coburg, Sonneberg und Kronach berührt. Mit Millionenaufwand wird hier das "Naturschutzgroßprojekt Grünes Band - Rodachtal - Lange Berge - Steinachtal" umgesetzt. Mit ihm kommen Zäune und Beobachtungstürme zurück - aber unter ganz anderem Vorzeichen als zur Zeit der Teilung Deutschlands.

Zäune dienen heute der Beweidung der Flächen, um sie vor Verbuschung zu bewahren. Beobachtungstürme sollen Naturfreunden die Möglichkeit geben, die Tiere zu beobachten. Zwei solcher Türme sollen im Bereich der Bischofsau errichtet werden. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Zweckverband bei seiner Sitzung am Mittwoch. Die über eine Wendeltreppe zu erreichende achteckige Plattform der Türme wird sich auf einer Höhe von etwa fünf Metern befinden. Auf einem Unterbau aus verzinktem Stahl wird die Plattform angebracht und bekommt ein Geländer und ein Walmdach aus Lärchenholz. Errichtet werden sollen die Türme voraussichtlich noch bis Ende dieses Jahres, spätestens aber zu Beginn des kommenden, wie Stefan Beyer informierte.

Der Mensch muss helfen

In der Bischofsau können die Besucher von den Türmen aus neben den urigen Heckrindern, die dort zur Beweidung eingesetzt werden, ein Vielzahl verschiedener Vogelarten und Wildtiere beobachten. Um den naturschutzfachlichen Wert im Projektgebiet zu erhalten, muss der Mensch permanent eingreifen. Dass dazu eine beachtliche Menge an Arbeit gehört, wurde aus dem Sachstandsbericht von Stefan Beyer vom Projektteam deutlich. So wurde unter anderem eine Magerrasenfläche bei Emstadt entbuscht. Bei Rotheul galt es, den Kolonnenweg freizustellen und Kleingewässer zu vertiefen.

Zur Entbuschung in diesem Bereich wurde auf ein maschinelles Verfahren gesetzt. Zur Ausgestaltung des Naturschutzgroßprojektes gehört es auch, die Öffentlichkeit über Sinn, Zweck und Sachstand der Projekte zu informieren. Das geschieht durch Infotafeln oder Faltblätter, aber auch durch Medienberichte über Fortschritte und Planungen.

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