Tschirn
Gemeinderat

Tschirn behält den Winterdienst in eigener Hand

Tschirn — Der Winterdienst in Tschirn bleibt in Hand des Bauhofs. Dies beschloss der Gemeinderat in seiner Sitzung vom Dienstagabend. Zudem wird ein neues multifunktionales Fahrzeug angeschafft. Einga...
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Tschirn — Der Winterdienst in Tschirn bleibt in Hand des Bauhofs. Dies beschloss der Gemeinderat in seiner Sitzung vom Dienstagabend. Zudem wird ein neues multifunktionales Fahrzeug angeschafft.

Eingangs der Sitzung beantragte Christian Alber (AfT) die Absetzung dreier Tagesordnungspunkte, da hierfür keine schriftlichen Infos ausgearbeitet worden waren. Es handelte sich dabei um die Anträge der AfT-Fraktion auf Kostenaufstellung für den Winterdienst der Gehsteige 2017/18 sowie auf Vergabe des Winterdienstes auf Gehwegen an externe Anbieter als auch die Neubehandlung einer Baumfällung. Da die CSU-Fraktion geschlossen gegen die Absetzung stimmte, wurden alle angesetzten Tagesordnungspunkte behandelt.

Laut Bürgermeister Peter Klinger habe man im Winterdienst eine Gesamtkostenmasse. Daher seien die Anteile für Gehwege und Straßen schwerlich genau bezifferbar. Auf Basis von Erfahrungswerten habe man eine Zeitschätzung vorgenommen und die benötigte Menge an Streusalz so gut wie möglich auf die Fahrzeuge aufgeteilt. Insgesamt komme man auf Kosten von knapp 14 000 Euro pro Winter, inklusive der Miete für das im letzten Winter angemietete Kärcher-Fahrzeug mit rund 5800 Euro. In Abzug zu bringen seien Salz-Lagerbestände.

"Der Winter 2017/18 war stark. Der Winterdienst erfolgte in sehr hohem Ausmaß", verdeutlichte er, dass die Kosten stark witterungsabhängig seien.

Des Weiteren hatte die AfT Antrag auf Vergabe des Winterdienstes auf Gehwegen an externe Anbieter gestellt. Dadurch könnte der anvisierte Kauf eines teuren Winterfahrzeugs entfallen und der Bauhof entlastet werden. "Schließlich haben wir nur noch zwei Bauhof-Mitarbeiter", gab Christian Alber zu bedenken, dass diese im Winter rund um die Uhr im Einsatz seien, um Straßen und Gehwege gleichzeitig zu räumen.

"Als eine der wenigen Gemeinden in Bayern ermöglichen wir unseren Bürgern den Winterdienst auf Gehwegen - kostenlos! Das ist auch gut so", meinte Klinger. Die Befreiung der Bürger von einer Räum- und Streupflicht sei einmalig. Tschirn habe in Sachen Lebensqualität nicht mehr viel zu bieten. "Es geht darum, die Gemeinde für die Bürger attraktiv zu machen. Der kostenlose Räum- und Streudienst ist Teil des Konzepts und Daseinsvorsorge für die Bürger", bekundete er.

Zudem prognostizierte er, dass sich kaum jemand finden werde, der für das Räumen der Gehwege rund um die Uhr zur Verfügung stehe und hierfür noch eventuelle Maschinen anschaffe. Die Schere der Anbieter auf dem Markt gehe weit auseinander. Qualität sei teuer. Zudem übernehme Tschirn als einzige Gemeinde im Landkreis auch die Haftung beim Winterdienst. Dies sei nur zu gewährleisten, wenn der Dienst aus eigener Hand erfolge. Der Antrag auf Vergabe wurde mit 5 zu 4 abgelehnt.

Bei Gegenstimmen der AfT beschloss der Gemeinderat die Anschaffung eines multifunktionalen Fahrzeugs für den Winterdienst auf Gehwegen und andere Arbeiten im Ganzjahreseinsatz. Damit setzt man den ersten Schritt - als Ersatzanschaffung für den Köppl-Pony-Traktor - des in der Gemeinderat-Sitzung im Juli beschlossenen Fuhrparkkonzepts um. Nach einem Geräte-Vergleich wird der ISEKi-Kompaktschlepper für das für Tschirn geeignetste Fahrzeug erachtet. Hierfür lag ein Kostenangebot mit 31 535 Euro vor. Für das gleiche Fahrzeug und Zubehör werden Vergleichsangebote eingeholt; der Zuschlag ergeht an den günstigsten Anbieter.



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