Wallenfels
wallenfels.inFranken.de  Wegen Niedrigwasser mussten neun Floßfahrten abgesagt werden.

Trockenheit setzt Flößern zu

Das Kreisflößertreffen im Wallenfelser im Kulturzentrum nimmt nach wie vor einen hohen Stellenwert im Landkreis Kronach ein. Die Garanten dafür sind die Flößervereinigungen aus Unterrodach, Wallenfels...
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Das Flößertreffen wurde musikalisch durch den Musikverein Wallenfels mit seinem Dirigenten Andreas Pratsch bereichert. Foto: Gerd Fleischmann
Das Flößertreffen wurde musikalisch durch den Musikverein Wallenfels mit seinem Dirigenten Andreas Pratsch bereichert. Foto: Gerd Fleischmann

Das Kreisflößertreffen im Wallenfelser im Kulturzentrum nimmt nach wie vor einen hohen Stellenwert im Landkreis Kronach ein. Die Garanten dafür sind die Flößervereinigungen aus Unterrodach, Wallenfels, Neuses und Friesen mit ihren Vorsitzenden Friedrich Fricke, Andreas Buckreus, Dieter Endres und Georg Geiger. Alle vier Interessengemeinschaften mit ihren rund 700 Mitgliedern pflegen engagiert das Erbe der Frankenwaldflößerei.

Dies untermauerten in ihren Grußworten Landrat Klaus Löffler, Bürgermeister Jens Korn sowie Vorsitzender Andreas Buckreus.

Im Mittelpunkt des Treffens stand die Freude über die Auszeichnung mit dem Landeskundepreis 2019 an die heimischen Floßvereine anlässlich der Flößerkirchweih in Unterrodach durch den früheren Landtagspräsidenten Johann Böhm.

Wohl selten hat ein Wirtschaftszweig eine Region so intensiv geprägt wie die Flößerei den Frankenwald. Spätestens ab dem 16. Jahrhundert entwickelten sich Holzhandel und Flößerei hier zum wichtigsten Wirtschaftszweig.

Vor 50 Jahren fing alles an

Um dem steigenden Holzbedarf gerecht werden zu können, wurden umfangreiche wasserbauliche Maßnahmen vorgenommen. Die Flößerei war nicht nur wirtschaftlich bedeutsam, sondern sie beeinflusste Landschaft, Ortsbilder, das gesellschaftliche und kulturelle Leben und den Menschenschlag des Frankenwaldes nachhaltig, so der allgemeine Tenor bei den Redebeiträgen.

Die Flößertreffen, die bereits 1969 auf Anregung von Landrat Edgar Emmert ihren Anfang nahmen, dienten ursprünglich vor allem dazu, ehemalige Berufsflößer in geselliger Runde zu versammeln. Damals trafen sich unter der Leitung von Willi Kestel immerhin noch 110 waschechte Flößer aus Unterrodach, Oberrodach, Zeyern, Wallenfels, Steinwiesen, Neuses, Friesen und Höfles im Saal der Gastwirtschaft Seidel in Unterrodach. Nach und nach hat sich die Bedeutung gewandelt.

Heute stellt diese Veranstaltung eine Art Bindeglied für diejenigen dar, die sich der Pflege der Flößereitradition verpflichtet wissen.

Die Flößervereine seien die Garanten, dass dieser uralte Broterwerb auf zeitgemäße Art weiterlebt, sagte Bürgermeister Jens Korn, der die Grüße der Stadt Wallenfels übermittelte. Er dankte ganz besonders der Flößergemeinschaft Wallenfels mit ihrem Vorsitzenden Andreas Buckreus und Floßmeister Henry Stöcker an der Spitze für die beachtliche Traditionspflege. Ein weiterer Dank galt Landrat Klaus Löffler für die massive Unterstützung.

Insbesondere würdigte Korn die touristische Flößerei. Allerdings habe man zwei schwierige Jahre überstehen müssen. Aufgrund monatelanger Trockenheit hätten heuer lediglich sieben Termine durchgeführt werden können. Dagegen mussten neun Floßfahrten abgesagt werden.

Obwohl 1958 die letzte gewerbliche Floßfahrt im Landkreis Kronach stattfand, sei die Flößerei auch heute noch in aller Munde, stellte Landrat Klaus Löffler mit großer Freude fest. Alle vier Flößervereinigungen hätten im Jahresablauf stets Flagge gezeigt.

Identität wird gestärkt

Vor allem werde die regionale Identität des Landkreises Kronach ganz wesentlich gestärkt. "50 Jahre Kreisflößertreffen ist nicht der einzige Grund, warum unsere diesjährige Zusammenkunft einen ganz besonderen Stellenwert hat. Denn wir müssen heute auch noch einmal feiern, dass unseren vier Floßvereinen in diesem Jahr der Landeskundepreis 2019 verliehen worden ist."

Der Landkreis Kronach sei mächtig stolz, dass die Vereine Unterrodach, Wallenfels, Friesen und Neuses für ihr nachhaltiges und erfolgreiches Wirken diese hohe Ehrung erfahren haben. Dieser Landeskundepreis sei eine fachlich fundierte Krönung aller bisherigen Würdigungen. In diesem Zusammenhang dankte der Landrat Hauptkonservator Thomas Gunzelmann für die jahrzehntelange Unterstützung.

Mit der in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie - die Kosten belaufen sich auf rund 250 000 Euro - erhoffe man sich eine gute Zukunft für die Flößerei. Vor allem wolle man damit Hochwasserschutz, Naturschutz und Flößerei in Einklang bringen. Und die Chancen stünden gut, so Löffler voller Optimismus.

Die Grüße des Gastgebers überbrachte Vorsitzender Andreas Buckreus, der insbesondere den Zusammenhalt der vier Floßvereine im Frankenwald sowie die fachliche Unterstützung durch Hauptkonservator Thomas Gunzelmann aus Zapfendorf, hervorhob.

Das Flößertreffen wurde musikalisch durch den Musikverein Wallenfels mit seinem Dirigenten Andreas Pratsch bereichert. Abschließend sang man gemeinsam die Landkreishymne von Bernd Graf. Gerd Fleischmann

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