Gößweinstein
Führung

Trockenheit im Jahrhundertsommer kann Quellen der Stempfermühle nicht bremsen

Zu einer geologischen Wanderung von der Fellner-Doline zur Stempfermühlquelle hatte die "Arbeitsgemeinschaft Stempfermühlquellsystem Gößweinstein" geladen. Die langanhaltende Trockenheit in diesem Jah...
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Zu einer geologischen Wanderung von der Fellner-Doline zur Stempfermühlquelle hatte die "Arbeitsgemeinschaft Stempfermühlquellsystem Gößweinstein" geladen. Die langanhaltende Trockenheit in diesem Jahrhundertsommer hat gezeigt, wie abhängig der Mensch vom Wasser ist. Bäche und Quellen sind zum Teil ausgetrocknet, der Pegel der Wiesent deutlich gesunken. Nur die drei Quellen bei der Stempfermühle unterhalb der Burg Gößweinstein haben keinerlei Reaktion gezeigt und unermüdlich weiter munter gesprudelt.

Die 15-köpfige Teilnehmergruppe der Wanderung, geführt von Ferdinand Haselmeier, konnte sich vor Ort an der Stempfermühle von der kräftigen Schüttung der drei Quellen überzeugen. Verständlich daher die Frage, worauf dies trotz der fehlenden Niederschläge zurückzuführen sei. Nach Meinung von Haselmeier ist zu vermuten, dass sich hinter diesen Quellen mehrere große Speicher befinden. Er erklärte, dass von der Stempfermühle bis weit in den Veldensteiner Forst der Niederschlag nur in geringem Maß oberirdisch abfließt und daher direkt im kalkhaltigen Karstuntergrund verschwindet. Man kann davon ausgehen, dass mindestens 75 Prozent dieser Niederschläge unterirdisch in diesen großen Speichern gesammelt werden und ein Großteil des Wassers an den Stempfermühlquellen zu Tage treten.

Zudem haben Karstwasseruntersuchungen demnach gezeigt, dass die Dolinen bei Kleingesee, bei Etzdorf sowie auch bei Hühnerloh in Verbindung mit den Quellen stehen. Bekanntlich besteht auch eine unterirdische Verbindung zwischen der 1,2 Kilometer entfernten 100 Meter tiefen Fellner-Dolinenhöhle am Breitenberg.

Bedauerlich sei, so der Wanderführer, dass die Quellen trotz einer Schüttungsleistung von bis zu 1000 Litern pro Sekunde und sehr guter Wasserqualität nicht mehr für die Trinkwassergewinnung genutzt werden können, da der Einzugsbereich vom Ort Gößweinstein überdeckt wird und ein Wasserschutzgebiet nicht ausgewiesen werden kann. Aus früheren Aufzeichnungen sei zu entnehmen, dass Anfang des letzten Jahrhunderts sogar die Stadt Nürnberg geplant hatte, die Stempfermühlquellen wegen deren überdurchschnittlicher dauerhafter und quantitativer Schüttung an das Versorgungsnetz der Wasserversorgung anzuschließen. red



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