Laden...
Burkardroth

Trifft das Virus die Wirtschaft?

Am Dienstag tagte der Marktgemeinderat Burkardroth unter anderem über den Haushalt. Der designierte Bürgermeister Daniel Wehner (CSU) gab bereits einen Ausblick auf die kommende Wahlperiode.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Haushalt im Markt Burkardroth ist noch stabil. Wie sich die Corona-Pandemie darauf auswirkt, lässt sich momentan noch nicht absehen. Der Gemeinderat geht davon aus, dass in der kommenden Wahlperiode mit Einschränkungen zu rechnen ist.  Foto: Symbolbild Tobias Hase, dpa
Der Haushalt im Markt Burkardroth ist noch stabil. Wie sich die Corona-Pandemie darauf auswirkt, lässt sich momentan noch nicht absehen. Der Gemeinderat geht davon aus, dass in der kommenden Wahlperiode mit Einschränkungen zu rechnen ist. Foto: Symbolbild Tobias Hase, dpa

Johannes Schlereth Der Coronavirus hielt den Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung nicht von der Arbeit ab. Grund waren unter anderem fristgebundene Beschlüsse wie verschiedene Bauanträge. Auch den rund 25,8 Millionen Euro schweren Haushalt für 2020 verabschiedete das Gremium. Auch wenn heuer keine Neuverschuldung geplant ist, wird der finanzielle Spielraum für die kommenden Jahre enger.

Kämmerer Heiko Schuhmann legte einen ausgeglichenen Verwaltungshaushalt vor. Einnahmen in der Höhe von etwa 15,6 Millionen Euro stehen ebenso hohe Ausgaben gegenüber. Das Rechnungsergebnis des Vorjahrs lag bei 15,2 Millionen Euro. Der Vermögenshaushalt hat in diesem Jahr ein Volumen von 10,2 Millionen Euro und ist ebenfalls ausgeglichen. 2019 waren es 11,2 Millionen Euro. Das Rechenergebnis lag bei knapp 5,9 Millionen Euro. Der Grund dafür war, dass nicht jedes Bauprojekt wegen der guten Konjunktur umgesetzt werden konnte. "Sowohl die Firmen als auch die Planungsbüros waren voll", teilte Gerhard Zeller, der geschäftsleitende Beamte der Kommune, auf Nachfrage mit. Der Markt will diese Projekte, wie beispielsweise Bauarbeiten bei den Feuerwehrhäusern, nun heuer angehen. Ein großer Posten im diesjährigen Vermögenshaushalt sind Neuanschaffungen bei den Feuerwehren. Knapp eine Million Euro sind hier vorgesehen. 2019 waren dafür rund 400 000 Euro angesetzt.

Der Haushalt sei grob vergleichbar mit dem Vorjahr: "Der Verwaltungshaushalt ist etwas höher und der Vermögenshaushalt etwas geringer angesetzt", fasste Bürgermeister Waldemar Bug (ödp) zusammen. Dem Vermögenshaushalt sollen rund 2,1 Millionen Euro aus dem Verwaltungshaushalt zugeführt werden. Der Markt kann somit seine Investitionen bestreiten, ohne neue Schulden aufnehmen zu müssen.

Folgen des Virus nicht absehbar

Schuhmann wies darauf hin, dass die vergangenen vier Jahre relativ stabil gewesen seien, was die Steuereinnahmen betrifft. Das zeigt sich an der Gewerbesteuer, die seitdem auf einem Niveau von 1,3 bis 1,4 Millionen Euro liegt. "Ob sich das wegen des Coronavirus ändert, müssen wir sehen", meinte Schuhmann. Für 2020 kalkuliert der Markt mit Gewerbesteuereinnahmen in der Höhe von 1,3 Millionen Euro. "Damit stehen wir gut da. Jetzt heißt es aufgepasst, dass wir nicht auf die andere Seite der Medaille kommen. Wir wissen nicht, wie Corona sich auswirken wird", schloss sich Bug an.

Große Investitionen, die im Markt anstehen, sind beispielsweise Neu- oder Anbauten. Darunter das Feuerwehrhaus in Oehrberg, für das heuer 500 000 Euro im Haushalt eingeplant sind. Der Ersatzneubau am Kindergarten in Gefäll für zwei Gruppen ist mit 750 000 Euro angesetzt. Für den Hortbau in Lauter stehen im Haushalt 650 000 Euro bereit. In Burkardroth sollen 100 000 Euro am Kindergarten verbaut werden. Die Arbeiten an den Kindergärten schlagen sich 2020 mit insgesamt 1,5 Millionen Euro im Haushalt nieder. Für die kommenden Jahre sind im Investitionsprogramm weitere Gelder vorgesehen. Die Verwaltung rechnet derzeit mit Gesamtkosten von rund 3,9 Millionen Euro bei den Kindergärten. "Es braucht ein gewisses Raumvolumen, das sind wir den Eltern schuldig. Der Markt soll weiter attraktiv bleiben für junge Familien", sagte Wehner. Schuhmann betonte, dass es sich bei Kindergärten und Horten um Pflichtaufgaben einer Kommune handelt.

Der Wegfall der Straßenausbaubeiträge mache dem Markt laut Schuhmann in der Zukunft zu schaffen. In Premich wünschen sich die Bürger den Ausbau der Ortsdurchfahrt. Damit verbunden sind noch Kanalbauarbeiten. "Noch können wir einigermaßen entspannt in die Zukunft blicken. Aber der finanzielle Spielraum wird in kommenden Jahren merklich enger." Das sah auch der derzeitige 2. Bürgermeister und designierte Nachfolger von Waldemar Bug, Daniel Wehner (CSU), ähnlich: "Es waren 20 bis 25 fette Jahre, in denen das Gremium leicht entscheiden konnte - weil es kein Problem war. Wir können unseren Vorgängern dankbar sein." Der neue Gemeinderat werde es schwerer haben. "Wir müssen uns klar sein, dass mancher Luxus vielleicht nicht möglich ist."

Nicht nur im Haushalt war der Coronavirus Thema. Um in der aktuellen Lage handlungsfähig zu bleiben, entschieden sich die Gemeinderäte auf Empfehlung des Freistaats dazu, einen Ferienausschuss zu gründen. Dieser soll zunächst bis zum 30. April, dem letzten Tag der laufenden Wahlperiode bestehen. "Ob er jemals tagen muss, wissen wir nicht", sagte Bug. Der Ausschuss aus sieben Gemeinderäten und dem Bürgermeister soll nur dringliche Punkte behandeln und sei als kleineres Spiegelbild des großen Gremiums zu sehen, erklärte Schuhmann. Die Verwaltung schlug vor, den Ferienausschuss mit den Räten zu besetzen, die auch in der kommenden Amtszeit tätig sind. Dem stimmten die Räte zu. Im Ausschuss sind Michael Frank (Stellvertreter ist Martin Hildmann), Daniel Wehner (Stellvertreter ist Horst Kirchner), Marion Zehe (Stellvertreter ist Steffen Hanft), Silvia Metz (Stellvertreter ist Markus Alles), Egon Gessner (Stellvertreter ist Siegbert Fehr), Florian Eickhoff (Stellvertreter ist Frank Gößwein) und Bernd Müller (Stellvertreter ist Hartmut Metz).

Verwandte Artikel