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Rottenbach

Treu und für den Verein engagiert

Ohne Renate Schramm würde dem Schützenverein Rottenbach etwas fehlen. Welche Facetten die Vorsitzende hat, zeigte sich bei der Hauptversammlung.
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Bürgermeister Karl Kolb zollte Renate Schramm seinen Respekt nicht nur angesichts ihrer sportlichen Erfolge, sondern auch für ihre 50-jährige Treue zum Schützenverein Rottenbach.  Foto: Martin Rebhan
Bürgermeister Karl Kolb zollte Renate Schramm seinen Respekt nicht nur angesichts ihrer sportlichen Erfolge, sondern auch für ihre 50-jährige Treue zum Schützenverein Rottenbach. Foto: Martin Rebhan

Er gehört nicht zu den Riesen unter den Schützenvereinen, zu verstecken braucht sich der Schützenverein Rottenbach aber weder gesellschaftlich noch sportlich. Anlässlich der Hauptversammlung konnte die erste Schützenmeisterin, Renate Schramm, von bemerkenswerten sportlichen Ergebnissen berichten. Dabei beschränkten sich die Schützen nicht nur auf hiesige Wettkampfstätten, sondern trugen den Namen des Vereins und der Gemeinde weit über die Landkreisgrenzen hinaus.

Den Namen Marathon verbindet man im sportlichen Bereich eher mit einem Laufwettbewerb. Dass auch Schützen ein "Marathonschießen" bewältigen können, war von Renate Schramm zu erfahren. Bei einem Wettkampf in Unfinden (Landkreis Haßberge) mussten laut Schramm 100 Schuss innerhalb von zwei Stunden abgegeben werden. Das Team aus Rottenbach mit Ralf Schramm, Horst Menzel und Wolfgang Heinze belegte hier mit 3137,4 Ringen einen sehr guten sechsten Platz. Weiter legten die Schützen das Gewehr unter anderem beim Bezirksseniorenschießen, beim Frankencup in Kleinlangheim (Landkreis Kitzingen), beim Pokalschießen der Mannschaftsmeister der Rundenwettkämpfe, beim Preisschießen in Walterhausen, bei den Bezirksmeisterschaften in Coburg, beim Gaukönigsschießen und beim Osterschießen in Creidlitz an.

Besonders ging die Schützenmeisterin auf die abgeschlossenen Rundenwettkämpfe ein. Hier belegte die zweite Mannschaft (Herbert Scholz, Wolfgang Heinze, Hubert Pawlowsky, Harry Fischer) den 4. Platz in der Gauliga 2. Die erste Mannschaft (Renate Schramm, Ralf Schramm, Horst Menzel) ließ die Konkurrenz hinter sich und belegte den 1. Rang in der Gauoberliga 2.

Aber nicht nur als Mannschaft glänzten die Rottenbacher Schützen. Nach sechs Durchgängen à 30 Schuss standen bei Renate Schramm 1898,1 Ringe (Zehntelwertung) zu Buche, die ihr den 1. Platz in der Einzelwertung in dieser Klasse sicherten. Bei der Betrachtung aller 230 Teilnehmer der Rundenwettkämpfe (Gauoberliga bis B-Klasse) rangierte Renate Schramm auf dem 2. Platz.

Sportlicher Höhepunkt war wiederum die Teilnahme an der Bayerischen Meisterschaft. Im Luftgewehr-Auflage-Schießen übertraf Renate Schramm sich selbst, als sie mit 316,4 Ringen den lang ersehnten Sprung aufs "Treppchen" schaffte und den 3. Platz in ihrer Klasse belegte. Wolfgang Heinze erreichte unter 160 Teilnehmern mit 312,9 Ringen den 47. Platz und Horst Menzel mit 308,7 Ringen den 126. Platz.

In der Mannschaftswertung konnten sich die Rottenbacher Schützen über einen 15. Rang bei 84 teilnehmenden Teams freuen. Sehr zufrieden war die Schützenmeisterin mit der Resonanz beim Jedermannschießen. Insgesamt hätten 72 Gäste im Schießhaus begrüßt werden können. Mit höchstem Respekt stellte sie fest, dass die Teilnehmer ganz hervorragende Ergebnisse abgeliefert hätten. "Fast alle nehmen nur einmal im Jahr ein Luftgewehr in die Hand", hob Renate Schramm hervor und wertete die Leistungen der "Amateure" damit deutlich auf.

Menschenleere Straßen

Kritisch äußerte sie sich über den Schützenumzug in Coburg. Es mache keinen Spaß, durch menschenleere Straßen der Innenstadt zu laufen. "In Coburg war so was von tote Hose, dass wir die Frage stellen müssen, ob wir uns noch an dem Umzug beteiligen sollen", stellte Renate Schramm in den Raum.

In Rottenbach wird in jedem Jahr der "Trainingspokal" für den besten Schuss beim Schießtraining vergeben. Mit einem 1,8-Teiler sicherte sich Oberschützenmeister Wolfgang Heinze diese Trophäe. Leise Kritik übte dieser dann an der "dünnen Beteiligung" an den Übungsschießen. Er gab sich der Hoffnung hin, dass der eine oder andere öfters den Weg zum Schützenhaus finden möge, um dem Schießsport zu frönen.

Nachdem es gelungen ist, den Außenbereich um das Schützenhaus aufzuhübschen, soll es in diesem Jahr noch einen Anstrich erhalten, kündigte Wolfgang Heinze abschließend an. Lobende Worte fand Bürgermeister Karl Kolb (FW) angesichts des sportlichen und gesellschaftlichen Engagements des SV Rottenbach. Der Bürgermeister sieht eine Aufgabe der Gemeinde darin, Neubürger intensiver mit den Lautertaler Vereinen in Kontakt zu bringen. "Es muss uns gelingen, Lautertal nicht nur als Wohnort zu sehen", betonte Karl Kolb.

Gewürdigt wurde die Verbundenheit von Karin Fischer und Renate Schramm, die seit 50 Jahren dem Schützenverein Rottenbach angehören.