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Coburg

Treppen und andere Barrieren

Steile Wege, keine direkte Busverbindung zwischen den Standorten: Was die Hochschule gerne anders hätte und was sieben OB-Kandidaten dazu sagen.
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"Immer, wenn ich oben stehe, sehe ich mich da runterstürzen", sagt Franziska Walcher über die Treppen von der Gabelsberger Straße hinunter zur Callenberger Unterführung. Die gebürtige Augsburgerin studiert Soziale Arbeit in Coburg und lebt in einem der Wohnheime am Campus Friedrich-Streib-Straße. "Tagsüber, unter der Woche, sind die Busverbindungen ganz okay", sagt sie. "Im Sommer geht es auch noch. Aber im Winter wird es früh dunkel, da laufe ich nicht gerne allein."

Auch die beiden Informatikstudenten Torsten Utz (Fürth) und Alexander Sworski (Nürnberg) halten die Anbindung des Campus an die Stadt für verbesserungswürdig. Nicht nur wegen der langen Strecke zu den Kneipen im Steinweg. "Einkaufen ist schwierig", erläutert Alexander Sworski. "Der Bus hält auch nicht beim Edeka." Der Supermarkt am Kanonenweg ist die nächstgelegene Einkaufsmöglichkeit. Aber zwischen der Hochschule und dem Supermarkt liegen nicht nur die breit ausgebaute B 4 und die Bahngleise, sondern auch ein Höhenunterschied von rund 46 Metern. Unter Straße und Bahngleisen hindurch führen Unterführungen, aber hinauf gibt es von der Callenberger Straße nur die Treppen bis zur Gabelsberger Straße. "Viele lassen ihre Räder unten stehen und laufen dann hoch", sagt Torsten Utz, Vorstandsmitglied im Studentenparlament der Hochschule.

Bevorzugt nutzen die Studierenden aber die Unterführung unterm Bahnhof. Problem dabei: Nachts von 1 bis 4.15 Uhr ist diese Unterführung geschlossen. Dann bleibt nur noch der Weg die Lossaustraße entlang bis zur Callenberger Unterführung - dunkel, etwas länger und wegen der steilen Treppen auch gefährlicher. "Als es glatt war, sind wir kaum das Rummental hoch gekommen", sagt Alexander Sworski. Die Treppen seien schon gleich gar nicht begehbar gewesen.

Die Verbindung zur Stadt ist das eine, die Verbindung zwischen den beiden Hochschulstandorten Hofbrauhaus ("Campus Design") und Friedrich-Streib-Straße das andere. Es gibt keine direkte Busverbindung zwischen den beiden Campi; wer von einem zum anderen will, muss umsteigen. Umständlich sei das, sagt Torsten Utz. Am Campus Design würden überdies Parkplätze und Haltemöglichkeiten fehlen. Vor allem die Architekturstudenten seien aber darauf angewiesen, gelegentlich bis zur Hochschule zu fahren, um Modelle transportieren zu können, erläutert er. "Wir würden uns Leih-E-Bikes wünschen", sagt Alexander Sworski. "Oder einen autonom fahrenden E-Bus zwischen den Campi, der auch an den Supermärkten hält", ergänzt Franziska Walcher.

Um die (künftigen) Kommunalpolitiker für das Thema zu sensibilisieren, hatte die Hochschulleitung am Mittwoch zu einem "Walk & Talk" eingeladen. Sieben OB-Kandidaten waren dabei (siehe unten), dazu rund 50 Stadtratskandidaten. In zwei Gruppen ging es von der Friedrich-Streib-Straße und vom Hofbrauhaus zum Steinweg. Die Hochschule bringt zwar täglich rund 5000 Studenten nach Coburg, die zum großen Teil auch hier wohnen - aber wählen dürfen sie meist nicht, da es sich um einen Zweitwohnsitz handelt.

Die Verkehrsanbindung war ein Thema. Kanzlerin Maria Knott-Lutze nutzte die Gelegenheit, auf ein freies Grundstück neben dem Campus-Friedrich-Streib-Straße hinzuweisen. Der Eigentümer sei verkaufsbereit, die Hochschule könnte erweitern, sagte sie. Nötig wäre dafür aber eine Änderung des Bebauungsplans. Ein weiterer Wunsch an die Stadt: Die Hochschule betreibt zwar eine eigene Krippe, aber nur für die Kinder der Studierenden. Mitarbeiter bringen ihre Kinder meist bei den "Bergwichteln" der Medau-Schule unter. Was zwischen der Hoch- und der Medauschule jedoch fehlt, ist ein gut ausgebauter Fußweg.

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