Höferänger

Treibhausgase reduzieren

Die Deponie in Höferänger befindet sich in der Nachsorgephase. Anfallendes Methan muss fachgerecht entsorgt werden.
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Die Verdichterstation der Deponie Höferänger mit Fackel und Analysenschrank. Von links: Mitarbeiter Heiko Klinger, Landrat Klaus Peter Söllner und Michael Beck vom zuständigen Sachgebiet. Foto: Werner Reißaus
Die Verdichterstation der Deponie Höferänger mit Fackel und Analysenschrank. Von links: Mitarbeiter Heiko Klinger, Landrat Klaus Peter Söllner und Michael Beck vom zuständigen Sachgebiet. Foto: Werner Reißaus
Die Treibhausgase aus der Deponie in Höferänger sollen reduziert werden. Dazu wurde eine Potenzialstudie erstellt, die am Dienstagnachmittag im Umweltausschuss des Landkreises Kulmbach vorgestellt wurde. Danach empfahl der Ausschuss dem Kreistag, für die Umsetzung des Klimaschutzteilkonzeptes auf der Deponie Höferänger Mittel in Höhe von 300 000 Euro in den Haushalt 2018 aufzunehmen. Laut Landrat Klaus Peter Söllner(FW) erfolgt die Finanzierung aus der Deponierücklage Höferänger, soweit keine Förderung erreicht werden kann.
Michael Beck zeigte auf, dass die Deponie Höferänger in den 70er Jahren vom Landkreis als Kreisdeponie zur Entsorgung von Siedlungsabfällen übernommen und bis 2005 als Deponie der Klasse II genehmigt und vom Landkreis Kulmbach betrieben wurde. Die Deponie umfasst eine Fläche von knapp fünf Hektar und gliedert sich in fünf Bauabschnitte, die von 1973 bis 2005 befüllt wurden.


29 Jahre im Dauereinsatz

Die Deponie befindet sich jetzt in der Nachsorgephase. Beck dazu: "Die bestehende Aktiventgasung der Deponie stammt aus dem Jahr 1989. Viele Anlagenteile wurden zwar erneuert, sind mittlerweile aber eben 29 Jahre im Dauereinsatz. Um für die gesamte Zeit der Nachsorge eine verlässliche Aussage über den Zustand des Gasabbaues in der Deponie und eine Prognose zu bekommen, wie lange wir das anfallende Methan mit welcher Technik entsorgen müssen, bedurfte es einer neuen Abschätzung. Auch die Überwachungsbehörden Landesamt für Umwelt sowie die Regierung von Oberfranken drängen darauf, dass der Landkreis eine Aussage trifft, wie er die immer weiter zurückgehende Methangasmenge in den nächsten Jahren behandeln wird."
Wie Projektleiter Bastian Kebinger vom Ingenieur-Büro Coplan aus Weiden aufzeigte, wurden verschiedene, mögliche Behandlungsverfahren und Behandlungsanlagen beschrieben, die zur Gasbehandlung auf der Deponie Höferänger eingesetzt werden können. Dieser Vergleich stellt die Grundlage dar, auf deren Basis der Landkreis eine Entscheidung über die Umsetzung des wirtschaftlich und technisch sinnvollsten Verfahrens treffen kann.
Nach den vorliegenden Ergebnissen sind grundsätzlich vier verschiedene Behandlungsverfahren für die Deponie Höferänger bis zur Entlassung aus der Nachsorgephase möglich. Die dafür notwendigen Investitionskosten sind sehr unterschiedlich, auch die Wartungs- und Betriebskosten. Projektleiter Bastian Kebinger priorisiert aufgrund der Untersuchungen eindeutig die Absaugung mittels einer konventionellen Schwachgasbehandlungsanlage CHC 10 mit Kosten von rund 300 000 Euro. Michael Beck dazu: "Es ist eine angepasste Maßnahme, und wir haben mit dieser Anlage 20 Jahre Zeit, das Gas vernünftig abzubauen." Eine Förderung der Maßnahme bis maximal 50 Prozent wird beantragt, kann aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend in Aussicht gestellt werden.
Landrat Klaus Peter Söllner dankte Projektleiter Bastian Kebinger für die umfassende Darstellung und würdigte die Arbeit von Michael Beck und der auf der Deponie tätigen Mitarbeiter.


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