Herzogenaurach

Treff am Nürnberger-Tor-Platz

Das neu gestaltete Plätzchen am östlichen Eingang zur Fußgängerzone bietet sich für Stadtführungen an. Der Heimatverein nutzt das bereits. Bald werden auch die beiden fehlenden Fotos ergänzt.
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Neuer Ausgangspunkt für Stadtführungen: Der Nürnberger-Tor-Platz. Der Vorsitzende des Heimatvereins nutzt das bereits.  Foto: bp
Neuer Ausgangspunkt für Stadtführungen: Der Nürnberger-Tor-Platz. Der Vorsitzende des Heimatvereins nutzt das bereits. Foto: bp
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Bernhard Panzer

Der neue Nürnberger-Tor-Platz am östlichen Eingang zur Fußgängerzone entwickelt sich zum Treffpunkt für Stadtführungen. Der Vorsitzende des Heimatvereins hat dort zum Start eines informativen Spaziergangs durch die Altstadt jüngst seine erste Gruppe versammelt.
Vor allem die Bilderwand bietet sich an, den Ausgangspunkt dorthin zu legen. Ist doch die Stadtgeschichte auf den historischen Fotos ebenso vertreten wie die bedeutenden Firmen, die Herzogenaurach geprägt haben. Zu Besuch waren zuletzt Mitglieder des Fachverbandes für Energie- und Gebäudetechnik aus ganz Deutschland, ergänzt durch ein paar Selbstständige aus der Elektroinnung. Diese Gäste interessierten sich besonders für die wesentlichen Eckpunkte der Stadt, wie die Gebrüder Dassler und Schaeffler und die Entwicklung ihrer ins Leben gerufenen Weltfirmen.


Anschaulich

An der Bilderwand, so stellte Stadtführer Klaus-Peter Gäbelein fest, könne er diesen Themenkomplex auch anschaulich präsentieren. Freilich packte er trotzdem seine Knöpfe aus und erklärte, womit das heutige Weltunternehmen Schaeffler denn einst begonnen hat.
Am heutigen Mittwoch ist seine nächste Führung. Auch die beginnt er am Nürnberger-Tor-Platz. Denn zu Gast sind Teilnehmer einer Fortbildung für Outlet-Mitarbeiter bei Adidas. "Da ist der Platz geradezu ideal", sagt Gäbelein. Er zeigt dann natürlich vor allem die Bilder von den alten Schuhfabriken und von den Dasslers.
Freilich will Gäbelein auch den Schusterbrunnen als Ausgangspunkt nicht vernachlässigen. Da treffen sich dann die Leute, die die Eckpfeiler der Herzogenauracher Stadtgeschichte schon kennen und sich mehr für Details interessieren, meint Gäbelein. Denn ja auch der Schusterbrunnen zeigt, in künstlerischer Form, den vielleicht wichtigsten Bestandteil der Schuhmacherstadt Herzogenaurachs. Durch Abbruch und Neubau des Rathauses muss der Schuster an den Kirchenplatz umziehen. Aber auch dieser Standort ist im Grunde als Start geeignet, denn manch einer interessiert sich für das direkt angrenzende Stadtmuseum.
Wenn Gäste mit dem Bus anreisen, dann ist der andere Platz, logistisch betrachtet, aber besser, meint Gäbelein. Denn hinüber zum Großparkplatz an der Schütt ist es ein Katzensprung. Und deshalb wollen auch die vom Rathaus eingesetzten Stadtführer ihre Führungen ab September bevorzugt dort beginnen, sagte Bettina Geier-Hildel vom Amt für Stadtmarketing und Kultur.


Zwei Motive fehlen noch

Zwei Bilder fehlen noch an der Wand am neuen Nürnberger-Tor-Platz. Dieses Drehelement soll mit zwei Aufnahmen des Platzes selbst bestückt werden: Einmal eine aktuelle Darstellung und zum anderen ein Foto von 1941. Das zeigt den Platz mit einem besonderen Element - einer Zapfsäule. Denn hier stand eine der ersten beiden Tankstellen für Automobile und andere motorisierte Fahrzeuge in der Innenstadt. Die andere war bei der Familie Welker vor der heutigen Sonnenapotheke. Vorgeschlagen wurde das Motiv vom Heimatverein.
Übrigens gibt es sogar ein Ölgemälde von dieser Fotoaufnahme. Das wurde einst der Familie Mauser geschenkt, die dort wohnt. Ihr Haus, in dem die Familie jahrzehntelang ihre bekannte Bäckerei betrieb und das jetzt das Café Espressovita beherbergt, ist auf dem Bild mit abgebildet.
Dass die Zapfsäule vom Betreiber Esso war, hat allerdings nichts mit dem Spitznamen des Cafés zu tun, das die Gäste kurz und bündig nur Esso nennen. Und auch nix mit den Namensvorschlägen, die da schnell gefunden waren. Denn nicht alle wollten sich zunächst mit der doch etwas sperrigen Bezeichnung Nürnberger-Tor-Platz abfinden. Inzwischen sind die Diskussionen abgeebbt, alles hat sich beruhigt.


Nürnberg gefällt

Und das Nürnberger Tor ist doch gar nicht so schlecht, meinte kürzlich ein Cafégast und Mitglied des FCN-Fanclubs Frankenpower. Denn dort sind auch immer wieder mal ein paar Glubberer anzutreffen. Am Nürnberger Tor Platz fühlt man sich dann durchaus heimisch, hieß es.
Freilich stammt der Name von wo anders her, aus der Stadtgeschichte nämlich. Denn nebenan stand einstmals tatsächlich das Herzogenauracher Nürnbergertor, wie aus einem Schild ersichtlich ist.


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