Heiligenstadt
Nachruf

Trauer um den Dritten Bürgermeister und Unternehmer Johannes Harrer

"Es ist alles nur geliehen, hier auf dieser schönen Welt" heißt ein Gedicht von Heinz Schenk, das Johannes Harrer im letzten Jahr an Rüdiger Schmidt, Geschäftsführer der Marktgemeinde Heiligenstadt, s...
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Johannes Harrer †
Johannes Harrer †

"Es ist alles nur geliehen, hier auf dieser schönen Welt" heißt ein Gedicht von Heinz Schenk, das Johannes Harrer im letzten Jahr an Rüdiger Schmidt, Geschäftsführer der Marktgemeinde Heiligenstadt, schickte. In der Nacht zum Samstag ist Johannes Harrer für immer eingeschlafen - völlig unerwartet im Alter von 48 Jahren.

Johannes Harrer war Dritter Bürgermeister, Mitglied der CSU, Unternehmer und in vielen Vereinen engagiert. Er hatte viele Titel, doch wichtiger war ihm, dass er die Menschen im Herzen berührte - und diese Berührungen bleiben für die Ewigkeit. Das waren zum Beispiel die Liebe zu seiner Ehefrau Swetlana und den vier Kindern, aber auch die Dankbarkeit seinen Eltern gegenüber, die ihm die Basis für seinen beruflichen Erfolg geschaffen hatten.

"Wenn ich drüben im ,Heiligenstadter Hof' war, hat mich immer sehr beeindruckt, wie seine Mitarbeiter für ihren Chef durchs Feuer gegangen sind und sich voll mit dem Betrieb identifiziert haben", sagt Rüdiger Schmidt. Auch Karl-Theodor zu Guttenberg war Gast bei Johannes Harrer: "Ich habe die Besuche im ,Heiligenstadter Hof' in bester Erinnerung: kluge, weitsichtige Gespräche mit einem jungen Inhaber, der seine Verantwortung nie allein im Unternehmen erschöpft sah." Zu Guttenberg ist ebenfalls zutiefst erschüttert und meint: "Johannes Harrer stand wie nur wenige für das gelebte Zusammenspiel von gesellschaftlicher und unternehmerischer Verantwortung. So früh er von uns gehen musste, so tiefe Spuren hat er hinterlassen."

Diese Spuren hinterlässt Johannes Harrer auch im Heiligenstadter Rathaus: "Er hat mir und unseren Mitarbeitern stets sein Vertrauen entgegengebracht. Er war immer an unserer Seite und hat uns gegen Angriffe stets verteidigt", erinnert sich Rüdiger Schmidt.

Johannes Harrer war auch ein Ausbilder, der hohe Anforderungen stellte, aber immer für seine Mitarbeiter da war. "Während meiner Ausbildung bei ihm bin ich menschlich gereift. Früher und auch noch heute sagte er immer: mei Bu‘, wenn was ist, ruf' mich an", erzählt Marcus Müller, Küchenchef vom Landgasthof Lahner. Andrea Hertling vom Faschingsverein "Heilige Stadtschnecken" berichtet, dass Harrer im letzten Jahr die Auszeichnung "Senator" erhalten hat: "Er war ein herzensguter Mensch und wollte, dass es allen gut geht." Johannes Harrer unterstützte verschiedene Vereine und setzte sich für sie ein. Unsäglich traurig sind seine Freunde. "Ich bin fassungslos. Er war der zuverlässigste Mensch, den ich kenne, hilfsbereit, großherzig und feinfühlig. Und er hat immer nach Lösungen gesucht", sagt Günther Denzler (CSU), ehemaliger Bezirkstagspräsident und langjähriger Freund.

Johannes Harrer hatte in den letzten Jahren schlimme Schicksalsschläge zu erleiden, doch nie seine Mitmenschen vergessen. In deren Herzen wird er weiterleben.

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