Wachenroth

Trauer um Anton Murk

Der Gründer des Wachenrother Bekleidungshauses ist im Alter von 89 Jahren gestorben.
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Anton Murk, wie ihn die unzähligen Kunden des Wachenrother Bekleidungshauses kannten. Foto: Evi Seeger (Archiv)
Anton Murk, wie ihn die unzähligen Kunden des Wachenrother Bekleidungshauses kannten. Foto: Evi Seeger (Archiv)

Wer kannte ihn nicht, Anton Murk, den Seniorchef des gleichnamigen Wachen-rother Bekleidungshauses. Am vergangenen Sonntag starb Murk im Alter von 89 Jahren.

Noch im hohen Alter von über 80 Jahren war der Seniorchef immer wieder im Bekleidungshaus anzutreffen, half hinter der Kassentheke oder streifte durch die Gänge und suchte den Kontakt zu den Kunden. Er war Seele und Gesicht der Firma Murk.

Murks Großvater, der ebenfalls Anton hieß, hatte 1890 eine Schneiderwerkstatt gegründet. Der junge Anton bekam dort schon mit zwölf Jahren eine eigene Nähmaschine. 1944 begann er dann bei seinem Vater Georg eine Schneiderlehre. Das alles geschah noch auf dem alten Firmengelände an der Wachenrother Hauptstraße.

Gelände mehrmals erweitert

Hier befand sich auch ein kleiner Laden, in dem es Stoffe, Berufskleidung, Cordhosen, Strümpfe und Socken zu kaufen gab. 1965, 1971 und 1976 wurde das ursprüngliche Firmengelände immer wieder erweitert. In Wachenroth begann Murk damit, Sakkos, Herren- und Damenhosen zu produzieren.

1953 übernahm Anton Murk zusammen mit seinem Bruder Georg die Geschäftsführung vom Vater. Laut Firmenchronik hatte der Betrieb 1952 schon 50 Mitarbeiter. 1953 bekam die Näherei einen Erweiterungsbau.

In Gesprächen mit dem FT erinnerte sich Murk noch gut daran, wie er damals an den Samstagen mit seinem Bruder auf Liefertour ging. Anfangs mit dem Motorrad, später mit dem Auto. Kunden wurden besucht, Kollektionen an Fachgeschäfte ausgeliefert. Lange vor der Wende war Anton Murk auch schon im Osten Deutschlands aktiv. Der Unternehmer hatte ein Visum und durfte ungehindert ein- und ausreisen.

Den Ort geprägt

Weil der Stammsitz in der Hauptstraße im Laufe der Jahre aus allen Nähten geplatzt war, entstand 1998 am Ortsrand von Wachenroth ein Neubau. Die Geschäftsleitung des Familienbetriebs hatte er da bereits an die nächste Generation übergeben.

Murk prägte - auch durch seine Spendenbereitschaft - den Ort Wachenroth und machte ihn weit über die Grenzen hinaus bekannt. Dafür bekam er 1990 die Bürgermedaille und wurde 2000 zum Ehrenbürger ernannt. Am Samstag wird Anton Murk um 14 Uhr in Wachenroth zu Grabe getragen. ad/See

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