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Pressig

Trainieren für den großen Tag

Georg Bayer liebt seine Brieftauben. Mit ihnen nimmt der Züchter sogar an Wettbewerben teil. Dafür müssen die Tiere aber noch viel lernen.
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Essen fassen unter der Aufsicht von Taubenzüchter Georg Bayer.
Essen fassen unter der Aufsicht von Taubenzüchter Georg Bayer.
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Karl-Heinz Hofmann Es ist ein langer Weg von der Geburt bis zum Jungfernflug. In seinem Taubenschlag in Pressig erzählt der passionierte Brieftaubenzüchter Georg Bayer von der Aufzucht seiner jungen Täubchen.

Etwa 60 Neugeborene erblickten bis Anfang März das Licht der Welt. Lächelnd blickt Bayer auf seine kleine junge Taubenschar, die er fit machen will für spätere Wettbewerbe. "Ihr habt bis dahin noch viel zu lernen und viel zu tun, vor allem fleißig trainieren, damit Ausdauer und Orientierung stimmen", flüstert er seinen Tierchen zu, denen er sich mit großem Engagement und Herzblut widmet. Und als hätten sie alles verstanden, lockt er sie mit Futter in seine Nähe. Sie scharen sich um ihren Zuchtmeister bis er zum Flug zurück in den Taubenschlag auffordert. Es ist aber nur ein Kurztrip von circa zwei bis drei Metern. Weiter können die Kleinsten noch nicht fliegen.

Interessiert und mit Spannung beobachtet der Erzieher die Intelligenz und Orientierung seiner Tauben-Sprösslinge. Sie erhielten vor wenigen Tagen ihre Ringe am rechten Fuß: "Die Ringe sind die Identifikation jeder einzelnen Taube. Die Kennzeichnung geschieht mittels eines geschlossenen Ringes mit verschiedenen Nummern, der die Taube ein Leben lang begleitet und erkennbar macht. Die Farben der Ringe wechseln jedes Jahr. Der Ring sagt aus, zu welchem Brieftaubenzuchtverein die Taube gehört, das Geburtsjahr und eine individuelle Erkennungsnummer der Taube. So ist der Ring so etwas wie der Personalausweis bei Menschen. Jede einzelne Taube wird so mit individueller Kennzeichnung registriert", informiert Bayer.

Alles muss gelernt sein

Während er das erklärt, sind fast alle Täubchen brav in ihrem Schlag zurück, bis auf zwei Nachzügler, die nochmals vom "Taubenvatta" gebeten werden wollen. Dann klappt es aber und der Züchter freut sich, wieder alle seine lieben Tierchen zurück im Schlag zu haben. Das müssen sie ein paar Tage üben, Futter einnehmen, Trinken und Fliegen, dazu raus aus dem Schlag und wieder gehorsam zurück in den Heimatschlag.

Dieser Tage nun dürfen sie weiter ausfliegen und schon auch mal eine Stunde lang den Frankenwald erkunden, bis nach Kronach und wieder nach Hause fliegen. Diese Lebens- und Trainingsphase dient der Einübung der Orientierung in freier Natur. Natürlich werden dadurch auch die Flugmuskeln gestärkt und trainiert, denn schließlich kommt es bei späteren Wettbewerben auch auf Ausdauer an.

30 Jahre Vereinsvorsitzender

Für Georg Bayer ist es einfach eine Faszination, beobachten zu können wie sich die Tierchen entwickeln. Schon seit seiner Kindheit ist er Brieftaubenliebhaber. "Es ist ein schönes Hobby, die Tiere zu züchten, aufzuziehen und sie in meiner Obhut zu wissen", sagt er mit begeisterndem Lächeln auf seinen Lippen. Er freut sich jetzt schon auf baldige Einsätze über Langstrecken, die über mehrere hundert Kilometer durch die Lüfte führen.

Der leidenschaftliche Brieftaubenfreund ist seit 30 Jahren der Vorsitzende des Brieftaubenzuchtvereins "Haßlachbote". Der Verein wurde im Oktober 1950 als Reisetaubenzuchtverein aus der Taufe gehoben und erstreckte sich auf den Ort Haßlach bei Kronach mit näherer Umgebung. Dieses Jahr feiern die Brieftaubenliebhaber das 70-jährige Jubiläum ihres Vereins. Inzwischen hat Bayer auch mit Pater Waldemar Brysch als Termin für den Festgottesdienst den 28. November um 9.30 Uhr in der Heilig-Kreuz-Kirche in Reitsch festlegen können.

Die Brieftaubenfreunde vom "Haßlachboten" können sich auf diesen Tag freuen, denn wohl erstmalig, soweit sich Bayer erinnern kann, wird es eine Taubensegnung zum Jubiläum geben.

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