Grössau

Tragischer Tod, Rettung aus Not

Bei einer Marter-Wanderung erkundeten am Sonntag rund 50 Teilnehmer "Zeugnisse tiefer Volksfrömmigkeit" in Grössau. Eingeladen hatte der KAB-Ortsverband Posseck-Gifting-Grössau.
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Die Teilnehmer der Wanderung an der Keimes-Marter Foto: Heike Schülein
Die Teilnehmer der Wanderung an der Keimes-Marter Foto: Heike Schülein

Über 200 Martern und Bildstöcke gibt es im Landkreis Kronach, acht davon auf dem Gebiet der ehemaligen selbständigen Gemeinde Grössau. Ihre Entstehung weist weit zurück und dürfte im Urglauben des Menschen begründet liegen, dass die Seele eines auf unnatürliche Art Verstorbenen nur im Stein die Ruhe findet. Manche Marter wurde auch aus Dankbarkeit errichtet - etwa, wenn ein Unglück glimpflich ausgegangen und kein größerer Schaden entstanden war.

"Jede dieser Marter erzählt ihre eigene Geschichte, die in unserer Pfarrei bis ins 17. Jahrhundert zurückgeht", bekundete KAB-Ortsvorsitzende Adelheid Kotschenreuther beim Ausgangspunkt der gemeinsamen Wanderung, der Mittels-Kapelle zwischen Posseck und Grössau. Sehr freute sie sich über den guten Zuspruch, darunter insbesondere auch von Aushilfspriester Frater John Bosco sowie Vertretern von Kirchengremien und örtlicher Vereine.

Von der Mittels-Kapelle aus führte der Weg nach Grössau, weiter auf dem ehemaligen Verbindungsweg nach Reitsch und wieder zurück nach Grössau. Soweit bekannt, erläuterten die Ortsvorsitzende sowie die Vorstandsmitglieder Friederike Deuerling, Birgit Pfadenhauer und Sabine Pfadenhauer an den jeweiligen Martern den Entstehungsgrund. Diese wurden vor allem aus dem Marternbuch des früheren Kreisheimatpflegers Roland Graf entnommen. Bekannt sind die Martern jeweils unter dem Hausnamen ihrer Eigentümer beziehungsweise Erbauer. Im Zusammenhang mit dem Errichtungsgrund wurden auch Gebete gesprochen und dabei beispielweise für alle Familien gebetet, die ein Familienmitglied auf tragische Weise verloren hatten.

Die Wanderung wurde an der Marienkapelle der Familie Grebner in Grössau mit einem Gebet, einem Lied sowie dem Segen durch Frater John Bosco beschlossen. Abschließend dankte Kotschenreuther allen Helfern der Wanderung - insbesondere Sabine Pfadenhauer, die die Gebetstexte zusammengestellt hatte. Größten Respekt zollte sie allen, die sich um Pflege und Erhalt der Denkmäler kümmern. Zudem dankte sie allen Eigentümern, die ihre Grundstücke für die Wanderung öffneten. Im Anschluss traf man sich gemütlich im Gasthaus "Kremnitztal" in Gifting. hs

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