Rothenkirchen

Tradition seit 390 Jahren

Die Rothenkirchener Schützengesellschaft feiert am kommenden Wochenende ein Doppeljubiläum. Ihre Geschichte lässt sich bis ins Jahr 1629 zurückverfolgen.
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Die Jugendausbildung mit Lichtpunktgewehren zum Sportschützen ist den Schützen in Rothenkirchen sehr wichtig.  Foto: K.- H. Hofmann
Die Jugendausbildung mit Lichtpunktgewehren zum Sportschützen ist den Schützen in Rothenkirchen sehr wichtig. Foto: K.- H. Hofmann

Es zählen nicht nur Kimme und Korn und Treffsicherheit, sondern die Schützengesellschaft (SG) Rothenkirchen steht seit 390 Jahren auch für Sport, Tradition und Kultur. Die SG 1629 Rothenkirchen feiert am Wochenende, Samstag, 3., und Sonntag, 4. August, ein Doppeljubiläum. Zum 390-jährigen Bestehen kann man auch 65-jährige Wiedergründung feiern.

Die Festlichkeiten werden verbunden mit dem traditionellen Schützenfest. Dazu wird am Samstag, 3. August, um 17.45 Uhr die Königsabholung mit Kirchenparade zum Festgottesdienst um 19 Uhr in der St.-Bartholomäus-Kirche erfolgen. Nach dem Festgottesdienst spielt die Stadtkapelle Teuschnitz ab circa 20 Uhr zur Unterhaltung auf. Der Sonntag beginnt um 14 Uhr mit dem großen Schützenumzug (Aufstellung am Schützenhaus in der Schützenstraße), der Musikverein Rothenkirchen spielt Stimmungsmusik. Für Kinder ist Spaß und Spannung in besonderem Maße geboten. Eine Hüpfburg und das beliebte Schießen auf die Apfelscheibe sorgen für Kurzweil. Kinder bis einschließlich 14. Lebensjahr dürfen teilnehmen und dürfen sich der Medaillenübergabe anschließen.

Ab 16.30 Uhr sind dann die Schützen, die am Preisschießen teilgenommen haben, mit der Siegerehrung dran, ebenso werden die Pokale überreicht.

Der Höhepunkt erfolgt im Anschluss mit der Königsproklamation. Es steht ein Festzelt zur Verfügung, außerdem wird mit Grillspezialitäten sowie Kaffee und Kuchen für Bewirtung gesorgt.

Als "Freischießen" belegt

Aus den Aufzeichnungen des Chronisten der Stadt Kronach, Georg Fehn, geht hervor, dass sich die Rothenkirchener Schützengeschichte bis ins Jahr 1629 zurückverfolgen lässt. Wie aus der Chronik entnommen werden kann, hat die Stadt Kronach im Jahre 1629 einige Schützen zum Schießen nach Rothenkirchen gesandt. Für die Schießwettkämpfe in Rothenkirchen wurden von der Stadt Einlagegelder von ihren Schützen erhoben. Damals wurden auch die Rothenkirchener Schießwettbewerbe "Freischießen" genannt.

Bedingt durch kriegerische Wirren und auch andere widrige Umstände traten in der Folgezeit zwar wiederholt längere Unterbrechungen bei der Abhaltung der Freischießen ein, der Gedanke des Sportschießens wurde jedoch immer wieder aufgegriffen und gepflegt. Auch 1860 überlegten hiesige Bürger, die Tradition der alten Rothenkirchener Schützenzunft wieder aufleben zu lassen und auf sportlicher Basis fortzusetzen. Belege über das "Festschießen" geben unter anderem Ankündigungen im "Fränkischen Wald" aus dem Jahr 1865. Ab 11. März 1900 gibt es Aufzeichnungen und Belege bis in die heutige Zeit. 1901 wird der alte Zielstand umgebaut, 1903 fand wieder ein Freischießen statt.

Der Ausbruch des 2. Weltkrieges brachte einen langen Stillstand des Schießsportes. Erst im Jahre 1954 kam es durch Initiative von Josef Scherbel in der Gastwirtschaft "Schwarzer Adler" zur Wiedergründung. Das 1926 errichtete Schützenhaus war baufällig geworden und konnte nicht mehr genutzt werden. Das Schießtraining und die Hauptschießen 1954 und 1955 wurden im Treunersaal durchgeführt. Über 1400 Arbeitsstunden wurden von den Mitgliedernfür den Bau des Schützenhauses geleistet, das zum Schützenfest 1957 durch die Segnung von Pfarrer Hans Hummel seiner Bestimmung übergeben wurde.

Unmittelbar nach dem Schützenfest am 10. August 1969 wurde durch Ehrenschützenmeister Josef Scherbel für ein neues Schützenhaus der Spatenstich vollzogen und bereits am 25. Oktober 1969 konnte dank der vielen Helfer das Richtfest gefeiert werden. Zum Schützenfest am 2. August 1970 wurde nach kurzer Bauzeit das Schützenhaus durch Pfarrer Rudolf Montag gesegnet werden.

Viel Geld und Arbeit investiert

Der 50-Meter-Kleinkaliberstand mit vier Ständen sowie drei Nebenräumen kam 1975 dazu. Beim 25- jährigen Wiedergründungsfest am 12. Mai 1979 wurde erstmals der von Professor Rudolf Reinhard (geboren in Rothenkirchen) komponierte "Rothenkirchener Schützenmarsch" uraufgeführt und auch auf der CD des BSSB "Bayerische Schützenmärsche" verewigt. Die Umbauarbeiten zur Überdachung des Luftgewehrstandes, Neuverlegung des Haupteinganges, Vergrößerung des Zirkelzimmers wurden 1984 abgeschlossen. Die letzten größeren Maßnahmen waren 1997 der Einbau von WC- und Heizungsanlage sowie 2016 Dachsanierung und Außenanstrich. So war neben dem Hobby Sportschießen und den großen Schützenfesten immer viel an Baumaßnahmen für die Idealisten der SG Rothenkirchen zu tun. eh

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