Kulmbach
Stellungnahme

"Tra.Ku.La" hat Verständnis für die Bauern

Verständnis für die "kleinen Bauern" äußert die Initiative Transition Kulmbacher Land "Tra.Ku.La" im Nachgang zum Volksbegehren "Artenvielfalt". "Wir verstehen die kleinen Bauern, obwohl wir sehr glüc...
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Verständnis für die "kleinen Bauern" äußert die Initiative Transition Kulmbacher Land "Tra.Ku.La" im Nachgang zum Volksbegehren "Artenvielfalt". "Wir verstehen die kleinen Bauern, obwohl wir sehr glücklich sind über den Ausgang des Volksbegehrens ,Rettet die Bienen'", heißt es in dem von Franziska Schumm unterzeichneten Schreiben.

Weiter heißt es: "Wir verstehen, dass sie sich ungerecht behandelt fühlen. Sind es doch gerade viele kleinen Bauern, die dafür sorgen, dass die Landschaft kleinteiliger bleibt, sind es doch gerade sie, die versuchen, durch Blühstreifen und Einsaaten die Artenvielfalt zu erhalten, die vorsichtiger mit den Pflanzenschutzmitteln umgehen und die ihre Tiere kennen, die sie halten. Wir wissen, dass viele kleine Bauern tagtäglich um ihre Existenz kämpfen."

Die Lebensmittelpreise in Deutschland seien beschämend niedrig, so dass die Bauern trotz schwerer Arbeit kaum etwas verdienen, dass sie sich dem Preisdiktat der Lebensmittelketten beugen müssten. Hinzu komme, dass 80 Prozent der staatlichen Förderungen nicht an die kleinen Bauern gehen, sondern an die, "die die großen Besitztümer haben, die die Tierfabriken betreiben, die die Landschaft ausräumen für ihre gigantischen Maschinen".

Irgendjemand müsse die Zeche zahlen für die Industrialisierung der Landwirtschaft: die Bauern, die Natur und am Ende die Mitgeschöpfe, die in den Ställen dahinvegetieren. Jede Unstimmigkeit, sei es klimatisch, sei es politisch, drücke die kleinen Bauern wirtschaftlich an die Wand. "Und nun fürchten sie, dass es durch die Umsetzung des Volksbegehrens zu einer Verschiebung der Bedingungen kommt, die sie ihre Existenz kostet." Natürlich könne dieser Volkswille nicht auf dem Rücken der kleinen Bauern ausgetragen werden. Natürlich müssten sie Ausgleichszahlungen bekommen für den Artenschutz, zum Beispiel für die fünf Meter Gewässerschutz, und natürlich müsse auch die Bevölkerung umdenken. "Noch immer sehen die meisten Verbraucher auf den Preis. Noch immer wird das Kilo Schweinefilet für 3,50 Euro gekauft, obwohl man weiß, dass dies nur unter tierquälerischen Bedingungen hergestellt worden sein kann. Noch immer landen im Sommer Massen von Fleischbatzen zum Dumpingpreis auf dem Grill. Probieren wir es doch einmal mit der Hälfte Fleisch zum gleichen Preis, probieren wir es doch mal mit einem leckeren Grillkäse oder Grillgemüse", fordert "Tra.Ku.La". red

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