Burgkunstadt

"Tor zur Innenstadt" im Visier

Nicht nur durch kosmetische Maßnahmen, sondern auch durch eine Erneuerung und Sanierung der Versorgungsleitungen soll die Weihersbach-Straße in Burgkunstadt aufgewertet werden.
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Einem "Tor zur Innenstadt" gleicht die Weihersbach-Straße, wo nicht nur gestalterische Maßnahmen vorgesehen sind, sondern vor allem auch dringliche Arbeiten an den Ver- und Entsorgungsleitungen erforderlich werden, wie die jüngste Stadtratssitzung ergab. Foto: Dieter Radziej
Einem "Tor zur Innenstadt" gleicht die Weihersbach-Straße, wo nicht nur gestalterische Maßnahmen vorgesehen sind, sondern vor allem auch dringliche Arbeiten an den Ver- und Entsorgungsleitungen erforderlich werden, wie die jüngste Stadtratssitzung ergab. Foto: Dieter Radziej

Während die Baumaßnahmen an den Bahnübergängen in den Stadtteilen erst 2020 beginnen werden, worüber die Deutsche Bahn informierte, wurden bei der jüngsten Sitzung des Stadtrates von Burgkunstadt hinsichtlich des Vollausbaus der Ortsstraße Weihersbach mit der Erneuerung und Sanierung der Versorgungsleitungen weitere wichtige Weichenstellungen vorgenommen.

Bei der vorangegangenen Bauausschusssitzung waren die Errichtung eines Einfamilienwohnhauses mit Carport auf dem Grundstück Schimmendorfer Straße 3, Gemarkung Gärtenroth, und die Nutzungsänderung einer Wohnung im Anwesen Marktplatz 10 in Burgkunstadt in eine Praxis für Naturheilkunde befürwortet worden. Keine Einwände gab es gegen die achte Änderung des Bebauungsplanes "Weidner" der Gemeinde Altenkunstadt.

Lediglich die Anbringung von zwei teilweise ein- und zweiseitig beleuchteten Werbeanlagen auf dem Grundstück Seewiese 2 hatte für eine längere Diskussion gesorgt, insbesondere wegen der nahe liegenden Bundesstraße. Geschäftsleiter Sven Dietel konnte auf Anfrage von Stadtrat Thomas Müller (Bürgerverein) jedoch darauf verweisen, dass die Fachbehörden dies ohnehin nochmals planungsrechtlich prüfen würden. Das Vorhaben selbst wurde dann bei einer Gegenstimmung befürwortet.

Zu Beginn der Stadtratssitzung begrüßte Bürgermeisterin Christine Frieß auch Sebastian Buttstädt von der Deutschen Bahn. Nachdem mit dem Stadtrat bereits Gespräche stattgefunden hatten, informierte Buttstädt nun über die Sanierung der sechs Bahnübergänge auf dem Abschnitt zwischen Kulmbach und Burgkunstadt. Einleitend wies er darauf hin, dass vorbereitende Arbeiten an den Kabeltrögen, Schächten, Querungen und Fundamenten noch in diesem Jahr anliefen und gegebenenfalls im März 2020 fortgeführt würden. Der Umbau der Sicherungsanlagen (Systemtechnik, Schranken, Lichtzeichen et cetera) beginne wegen der neuen Übertragungstechnik, die noch nicht zur Verfügung stehe, erst im Juni 2020.

Insbesondere weil dabei auch Bahnübergänge wie beispielsweise im Bereich Mainroth/Mainklein kurzfristig gesperrt werden müssen, wies Stadtrat Günter Knorr (CSU) auf die Belange der Landwirtschaft hin, für die nicht alle Übergänge geeignet seien. Mehrheitlich kristallisierte sich im Gremium die Meinung heraus, sich über diese Bedenken vor Ort ein Bild zu verschaffen.

Die Planungen der Deutschen Bahn und damit die Verwirklichung des Vorhabens in zwei Teilabschnitten wurde einvernehmlich gebilligt.

Bürgerwünsche aufgenommen

Im Vorfeld der Ausbaumaßnahmen im Weihersbach, verbunden mit einer Erneuerung/Sanierung der Versorgungsleitungen, hatte bereits ein Bürgerinformationsabend stattgefunden, und es wurden die dabei geäußerten Wünsche und Anregungen in die Planungen aufgenommen, die Diplom-Ingenieur Franz Ullrich (Plan & Werk, Bamberg) und Diplom-Ingenieur (FH) Matthias Schimm (Ingenieurbüro Miller, Nürnberg) vorstellten. Diese sahen von der Bahnhofstraße aus eine regelrechte Achse bis in den Weihersbach vor, wobei diese als ein regelrechter Eingang zur Stadt gesehen werden könne.

Aufwertung der Ortsstraße

Diplom-Ingenieur Ullrich stellte verschiedene Maßnahmen hinsichtlich der Neugestaltung, Schaffung von besseren Parkmöglichkeiten, Einbeziehung von Bäumen und Bepflanzungen, teilweise auf unterschiedlichen Ebenen, des Anbringens von Pflasterflächen und deren Gliederung mit einer Mittelentwässerung des Oberflächenwassers sowie der Schaffung von barrierefreien Zugängen, einschließlich eines Behindertenparkplatzes, vor. Dies alles würde nach Ansicht des Planers nicht nur zu einer Aufwertung dieser Ortsstraße mit ihrem Umfeld führen, sondern sie besser in Einklang mit den anderen Stadtbereichen wie der Oberstadt bringen.

Auf die Tiefbaumaßnahmen ging Diplom-Ingenieur Schimm ein und zeigte den derzeitigen Stand der Abwasserbeseitigung, teilweise mit Rissen, Deformationen et cetera im Leitungsnetz auf. Zwar könnten auch Sanierungen vorgenommen werden, auf bestimmten Abschnitten der Weihersbachverrohrung sei aber auch dringender Handlungsbedarf gegeben, betonte er.

Ratsmitglieder erkundigten sich vor allem über die hydraulischen Berechnungen und Übergänge von bestehenden Abwasserleitungen in anschließende. Der Stadtrat nahm diese Planungen und den geschätzten Kostenaufwand für diese Maßnahmen mit 730 000 Euro (315 000 Euro für bauliche Maßnahmen, 75 000 Euro für die Wasserversorgung, 330 000 Euro für die Sanierung und Verbesserung der Abwasserbeseitigung, 10 000 Euro für den Breitbandausbau) zur Kenntnis, wobei Fördermittel mit eingeplant werden könnten, wie Bürgermeisterin Frieß auf Anfrage erläuterte.

Jahresverlust von 96 285 Euro

Nach Erstellung des Jahresabschlusses durch den Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband für den Versorgungsbetrieb der Stadt (Wasserversorgung und PV-Anlagen, Stadthalle, Eigenjagd, Freibad, etc.) für das Jahr 2018 ergaben sich eine Bilanzsumme von rund 3,39 Millionen Euro und ein Jahresverlust von 96 285 Euro.

Vom Stadtrat war die Verwaltung beauftragt worden, hinsichtlich der Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben die entsprechenden Verfahrensschritte und Vertragsabschlüsse in die Wege zu leiten. Nach den entsprechenden Ausschreibungen ergaben sich bei den Ingenieurleistungen folgende Vergaben: Sanierung Wasserversorgung 2020/21 - Ingenieurbüro Miller, 171 962 Euro, Sanierung Abwasseranlage 2020/21 - Ingenieurbüro Miller, 91 815 Euro, Sanierung der Infrastruktur in der Dr.-Bullinger-Straße - Ingenieurbüro HTS-Plan GmbH, Kronach, 52 049 Euro, wie Bürgermeisterin Frieß mitteilte.

"Zu kurze Grün-Phase "

Bei einer kurzen allgemeinen Aussprache bat Stadtrat Michael Doppel (FWG) darum, auf der Bundesstraße 289 die Ampelschaltung der Linksabbieger in Richtung Innenstadt überprüfen zu lassen, da hier die Grün-Phase nach Meinung vieler recht knapp bemessen sei.

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