LKR Bamberg

Topfit im Agrarbüro

Das Agrarbüro gilt als Schaltzentrale in der Landwirtschaft. Das Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes bietet jetzt einen entsprechenden Kurs an.
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Jasmin Kunze Foto: p
Jasmin Kunze Foto: p

Betriebskontrollen in der Landwirtschaft, die durch die Landwirtschaftsverwaltung, das Veterinäramt oder durch die Qualitäts- und Sicherheitskontrollbehörden durchgeführt werden, finden immer häufiger statt. Die Vorbereitung auf diese Kontrollen mit Unmengen von Dokumenten, die eingesehen werden wollen, erfolgt überwiegend im Agrarbüro. Um das Papierchaos im Büro in eine gut strukturierte Ordnung zu bringen, bietet das Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes im Bezirk Oberfranken den Lehrgang "Topfit im Agrarbüro" seit mehreren Jahren erfolgreich an.

Das Agrarbüro ist in viele betriebliche Arbeitsabläufe eingebunden und hat damit einen besonderen Stellenwert, berichtet das Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes (BBV). Lieferscheine und Rechnungen prüfen, Aufträge und Bestellungen verwalten, Pflanzenschutz und Düngemittel dokumentieren. Das sind nur einige von vielen Arbeitsschritten neben den Vorbereitungen auf Betriebskontrollen, die tagtäglich stattfinden. Junge Frauen, die von außerhalb in die Landwirtschaft einheiraten oder dort mitarbeiten, können ihren Ehemann oder Partner hier, vor allem während der Kindererziehung, stark unterstützen.

Die Kreisbäuerin Anneliese Göller äußert sich so zum zum Lehrgang "Topfit im Agrarbüro": "Die Büroarbeit in unseren landwirtschaftlichen Betrieben wird immer wichtiger, denn mit ihr wird das Geld verdient. Ein geordnetes Büro hilft, bei den oftmals unangekündigten Kontrollen schnell die geforderten Unterlagen parat zu haben. Wir Landfrauen entwickeln diesen Lehrgang ständig weiter und passen ihn an den Bedarf an."

Der Geschäftsführer des BBV-Bildungswerkes, Dieter Heberlein, führte deshalb ein Gespräch mit der ehemaligen Teilnehmerin Jasmin Kunze aus Scheßlitz. Sie arbeitet auf dem landwirtschaftlichen Betrieb mit Milchviehhaltung in Scheßlitz mit, hat drei Kinder und ist ausgebildete medizinische Fachangestellte

Was hat Sie bewogen, den Lehrgang Agrarbürofachfrau zu besuchen?

Jasmin Kunze: Ich habe damals den Hinweis auf den Lehrgang in Bamberg von unserer Ortsbäuerin erhalten. Ich wollte vor allem während der Kindererziehung meinen Partner und die Schwiegermutter im Büro mehr unterstützen.

Welche Erwartungen hatten Sie an den Lehrgang?

Ich wollte mir Grundwissen über die Landwirtschaft und deren Betriebsabläufe erwerben und meinen Partner bei der Büroarbeit entlasten, damit er den Kopf frei hat für die Viehhaltung und Außenwirtschaft.

Was haben Sie im Büro geändert?

Ich habe auf Homebanking umgestellt und verarbeite die Löhne für Mitarbeiter und Hilfskräfte. Für unser Büro haben wir die Hardeware und zum Teil die Software neu angeschafft.

Wie lange arbeiten Sie täglich im Büro?

Sehr unterschiedlich, je nachdem welche Arbeiten und Schriftverkehr erledigt werden müssen.

Können Sie das vermittelte Wissen im Büro gebrauchen?

Das Hintergrundwissen ist für mich sehr hilfreich. So haben wir zum Beispiel alle betrieblichen Versicherungen geprüft, konkret hinterfragt und teilweise neu abgeschlossen. Ich habe viel über Anträge und Verträge erfahren, sowie Einblicke in das Einkommens- und Umsatzsteuerrecht erhalten und kann dadurch bei der landwirtschaftlichen Buchführung mithelfen. Können Sie den Lehrgang anderen jungen Frauen weiterempfehlen?

Ich empfehle diesen Kurs nicht nur, sondern ich lege diesen allen jungen Frauen, die in der Landwirtschaft mithelfen, sogar dringend ans Herz. Ich habe viel Neues hinzugelernt und weiß bei Fragen, wo ich mich hinwenden kann. Ich habe viele nette Leute kennengelernt. Es war eine schöne, angenehme und lehrreiche Zeit. red

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