Münnerstadt

Top-Plätze für Mürschter Honig

Die Münnerstädter Imker haben beim Honigfest in Eichstätt Preise eingeheimst. Nächstes Jahr findet die Prämierung im Lauerstädtchen statt.
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Dieter Schölzke sieht nach einem Bienenvolk. Alles im grünen Bereich. Bei schönem Wetter fliegen die Bienen sogar noch.  Fotos: Thomas Malz
Dieter Schölzke sieht nach einem Bienenvolk. Alles im grünen Bereich. Bei schönem Wetter fliegen die Bienen sogar noch. Fotos: Thomas Malz
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"Ich freue mich wie ein Schneekönig." Dieter Schölzke, Vorsitzender des Imkervereins Münnerstadt und Umgebung, hat allen Grund stolz zu sein. "Ich bin mindestens der Fünftbeste." Bei der Honigprämierung in Eichstätt ist sein Honig der Kategorie "Spättracht cremig" mit Gold 1a" ausgezeichnet worden, die höchste Auszeichnung, die man erreichen kann. Nur fünf Imker in Bayern haben diese Bewertung erhalten. Alfred Liebl vom Imkerverein hat diese Auszeichnung in der Kategorie "Spättracht flüssig" erhalten. Sechs Vereins-Mitglieder ließen insgesamt zehn Honige testen.

Dass Dieter Schölzke so stolz ist, kommt nicht von ungefähr. Es war erst das zweite Mal, dass ich teilgenommen habe", sagt er. Im vergangenen Jahr hatte er seinen Imkerkollegen den Vortritt lassen müssen. "Jetzt ist die Hierarchie wiederhergestellt", scherzt der Vorsitzende mit Blick auf seine Auszeichnung. In der Kategorie Spättracht cremig wird der Honig den meisten Prüfungen unterzogen.

Strenge Kriterien

So darf beispielsweise am Deckel kein Honig sein, was sich in der Kategorie Spättracht flüssig keine Rolle spielt, weil sich das nicht vermeiden lässt. Der Bewertung liegt neben der Aufmachung hauptsächlich eine Laboruntersuchung zu Grunde, bei der unter anderem der Anteil der Invertase (Abbauprodukt von Zucker) geprüft wird. Fremdstoffe wären ein Ausschlusskriterium.

Der Geruch, der Geschmack und auch der Wassergehalt fließen in die Bewertung mit ein. Prämiert werden die Honige in Bronze, Silber, Gold und Gold 1a.

Dieter Schölzke hat auch noch für seinen Honig "Frühtracht cremig" eine Silbermedaille erhalten, Alfred Liebel ebenfalls noch eine Silbermedaille für seinen "Spättracht flüssig". Sebastian Maresch bekam zwei Prämierungen in Gold, Stefan Hückmann zwei in Silber. Richard Herzberger und Günther Voit schließlich erhielten je eine Bronzemedaille. "Das ist ein schöner Erfolg für unseren Verein", resümiert Dieter Schölzke. "Aber ich will noch mehr." Beim Bayerischen Honigfest, das heuer das fünfte Mal gefeiert wurde, wird regelmäßig ein Wanderpokal für den Verein mit den meisten Teilnehmern an der Honigprämierung vergeben. "Und den müssen wir holen und zwar im nächsten Jahr!" Vier Mal hintereinander habe ein Verein diesen Pokal geholt. Münnerstadt soll diese Serie am 3. November 2019 brechen. Deshalb bittet der Vorsitzende um rege Teilnahme.

Und auch das hat einen guten Grund. Das Bayerische Honigfest mit Honigprämierung wird im nächsten Jahr in Münnerstadt stattfinden. Jedes Jahr ist ein anderer Regierungsbezirk an der Reihe, im nächsten Jahr Unterfranken. Dieter Schölzke hatte sich für die Ausrichtung beworben und bekam auch prompt den Zuschlag. "Das war nicht so einfach", sagt er heute. Scherzhaft nennt einen Grund, warum er das Fest hier haben will. Die Prämierung findet immer von 10 bis 17 Uhr statt, also über die Mittagszeit. Im letzten Jahr habe es Wienerlich und Bratwürste gegeben, in diesem Jahr Kartoffelsuppe. "Wir wollen, dass es einmal etwas Gescheites zum Mittag gibt", meint der Vorsitzende lächelnd. Er will das Fest groß aufziehen mit beflaggter Stadt und allem, was dazugehört. Als Veranstaltungsort für die Prämierung selbst steht die Alte Aula schon fest, Verhandlungen über einen zweiten Raum für das Mittagessen laufen. Das Problem: "Man kann vorher schlecht einschätzen, wie viele Imker kommen." Die Zahl schwanke zwischen 300 und 600. Wenn es im nächsten Jahr eine starke Waldtracht (die heuer komplett ausgefallen ist) gibt, steige die Anzahl stark an, weil viele Imker ihren Waldhonig bewertet haben wollen.

Dieter Schölzke hat seine Teilnahme nicht bereut. Doch jetzt hat er ein kleines Problem. Nach der Schließung des Altstadtcafés ist er wieder auf der Suche nach einem Geschäft, das seinen Honig verkauft. Aber er ist zuversichtlich, dass sich da auch wieder eine Lösung finden wird.



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