Aisch

Tod eines Märtyrers

Der heilige Laurentius, dem die Kirchen in Aisch und Nackendorf geweiht sind, wurde heute vor 1760 Jahren hingerichtet.
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So wie hier in Aisch wird Laurentius meistens dargestellt: als junger Diakon, mit einer Dalmatika bekleidet, bartlos und barhäuptig. Als wichtigstes individuelles Attribut hält er einen Rost in Händen, das Symbol seines Martyriums.
So wie hier in Aisch wird Laurentius meistens dargestellt: als junger Diakon, mit einer Dalmatika bekleidet, bartlos und barhäuptig. Als wichtigstes individuelles Attribut hält er einen Rost in Händen, das Symbol seines Martyriums.
Am 10. August 258 starb der Diakon Laurentius den Märtyrertod in Rom. Die Pfarrkirche in Aisch und die Filialkirche in Nackendorf sind diesem Heiligen geweiht. Darüber hinaus finden sich in vielen Kirchen seine Statuen an den Altären.
Die Barockkapelle in Nackendorf wurde am 12. Oktober 1711 durch den Höchstadter Dekan Johann Philipp Hellmuth geweiht, wie Nikolaus Haas zu berichten weiß. 1805 erwarb die Gemeinde das Gebäude und baute Ende des 19. Jahrhunderts den Turm an.
In Aisch hat sich von der alten Kirche der gotische Chorturm erhalten. Das Langhaus wurde von Fritz Fuchsenberger im Jahr 1935 unter Einbeziehung des Langhauses von 1701 erbaut. Die Kirche ist Teil eines abgegangenen Adelssitzes.
Der Patron der beiden Gotteshäuser, der heilige Laurentius, wurde zur Zeit des Römischen Reiches in Aragon als Sohn des heiligen Märtyrerehepaares Orientus und Patientia geboren. Papst Sixtus II. soll auf dem Weg zum Konzil von Toledo von seinem vorbildlichen christlichen Leben gehört haben und weihte ihn zum Diakon. Laurentius begab sich mit ihm nach Rom, wo er in der christlichen Gemeinde wirkte. Drei Tage nach dem Martyrium des Papstes Sixtus und seiner vier Diakone am 6. August 258 starb er mit weiteren vier Diakonen den Märtyrertod am 10. August 258.
Vor seinem eigenen Tod hatte ihm Papst Sixtus das Kirchenvermögen übergeben. Vor den römischen Kaiser Valerian zitiert, sollte Laurentius das Kirchenvermögen ausliefern. Stattdessen verteilte er es an die Armen und führte sie mit dem Hinweis vor den Kaiser, sie seien das Vermögen der Kirche. Darüber erzürnt, verurteilte ihn der Kaiser zu einem besonders grausamen Tod. Der Überlieferung nach soll Laurentius auf einem glühenden Rost über dem Feuer geröstet worden sein. Dieses Attribut seines Martyriums trägt er daher meistens bei sich.
Sein Grab an der Via Tiburtina, außerhalb von Rom, wurde ein beliebter Wallfahrtsort. Um die großen Pilgerströme fassen zu können, wurde bereits im vierten Jahrhundert die Basilika St. Laurentius errichtet. Sie zählt zu den sieben Hauptkirchen Roms. Sein Grab gehört neben den Apostelgräbern zu den meistbesuchten Stätten Roms. Der Kult von Laurentius ist im gesamten Abendland verbreitet, in Deutschland wird er seit dem zehnten Jahrhundert verehrt. Ihm wird der Sieg über die Ungarn auf dem Lechfeld am 10. August 955 zugeschrieben.
Laurentius ist der Patron der Bibliothekare und der Armen sowie zahlreicher Berufe, die mit Feuer zu tun haben. Dazu zählen besonders die Köche, Bierbrauer und Wirte. Er wird angerufen bei Verbrennungen und Hexenschuss sowie in der Volksmedizin bei "Brand" (Fieber u. a.) und zur Bewahrung vor Fegefeuerqualen. Dem Volksglauben nach steigt Laurentius jeden Freitag in das Fegefeuer, um eine Seele zu befreien.
Sein Fest ist Wetter- und Lostag im bäuerlichen Brauchtum. Die Nächte sind meist warm und klar, so dass man gerne draußen sitzt. Die Sternschnuppen, die sogenannten Perseiden, die häufig am Nachthimmel zu beobachten sind, entfalten vom 10. bis 14. August ihre maximale Aktivität. Diese Sternschnuppen werden im Volksmund als Laurentiustränen bezeichnet. Vielfach gilt der Laurenzitag schon als der erste Herbsttag. In Aisch wird um sein Patronatsfest Kerwa gefeiert.
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