Laden...
Röttenbach

Tischlein- deck-dich im Hochbeet

Hobbygärtner Hubert Amon hat eine Pilzart als Überraschungsgast. Unterstützung beim Kompostieren hat er von weiteren Zuwanderern: Nashornkäfer beißen sich durch.
Artikel drucken Artikel einbetten
Hubert Amon machte in seinem Hochbeet gleich zwei überraschende Entdeckungen: eine leckere Pilzart und fleißige Käfer.
Hubert Amon machte in seinem Hochbeet gleich zwei überraschende Entdeckungen: eine leckere Pilzart und fleißige Käfer.
+2 Bilder

Hubert Amon staunte nicht schlecht, als er vor einigen Tagen in sein Gewächshaus ging: In einem seiner zwei Hochbeete sprießen Egerlinge - besser bekannt als braune Champignons. Auf den ersten Blick schauen die zwölf Pilze noch recht normal aus, doch Hans Krautblatter, der sie unter dem Mikroskop betrachtete, stellte fest: Es ist der Agaricus bisporus, die "Stammart aller Kultur- und Zuchtrassen". Damit sei der Fund laut Krautblatter von "enormer Bedeutung", weil der Pilz so selten ist.

"Mich wundert es, wie er hier reinkommt", staunt Hobbygärtner Amon. Zwölf Pilze hatte er plötzlich in seinem Gewächshaus. Zusätzlich kurios ist der Zeitpunkt des Funds.

Ganz schön bald dran

Krautblatter erklärt, dass der zweisporige Egerling eigentlich zwischen Juni und Oktober wächst. Doch Mitte März? Der Naturschützer führt das auf die steigenden Temperaturen zurück.

Im vergangenen Jahr war es bis September trocken, dann kam der Regen. Zusätzlich sei das Jahr 2020 bisher sehr warm, weshalb der Egerling nun schon sprießen könnte. Die Luft- und Bodenwärme seien gut für den Pilz, aber auch der ausreichend feuchte Boden machte es laut Krautblatter wohl möglich, dass die Pilze überhaupt sprießen.

Zwei der Hüte sind sogar 20 Zentimeter groß - und das, obwohl sie normalerweise nur etwa zehn Zentimeter Durchmesser messen. "Das ist sensationell", freut sich Krautblatter.

Für sein Gewächshaus hat Hubert Amon ein ganz spezielles System, denn der kompletteGartenabfall wird nicht auf die Deponie gebracht, sondern im eigenen Garten wiederverwertet.

Einen Teil von Laub, Rasen und Gehölz kompostiert er, mit dem anderen Teil befüllt er sein Hochbeet. Ganz unten legt er Holz aus, dann Blätter und dann Kompost. So sollen Feldsalat und Kohlrabi optimal wachsen - und nun eben auch Pilze.

Anpassungsfähig

Doch das Holz im Hochbeet zieht auch Nashorn-Käfer an. Ein Vorteil: Sie ernähren sich von Holz, weshalb Amon die Äste gar nicht penibel kleinhäckseln muss. Das übernimmt der Käfer für ihn. "Er hat einen erheblichen Wandel seines Lebensraums durchgemacht", erklärt Krautblatter.

Der Käfer mit seinen typisch orangefarbenen Atemöffnungen wird bis zu zwölf Zentimeter groß und lebte früher in Eichenwäldern. Weil die aber immer weniger werden, siedelte er vor rund 30 Jahren auf Sägespäne um. Der Nashornkäfer ist ein anpassungsfähiges Tier und so ist er heutzutage meist im Rindenmulch zu finden, der gern in Gärten verteilt wird.

Hobbygärtner Hubert Amon freut sich unterdessen über beides: Käfer und Pilz. Und letzteres landet bei ihm nun bald in der Pfanne.

Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren