Lichtenfels
Ausstellung

Tim Johnson zeigt "Linien und Fragmente" im Stadtschloss

Tim Johnsons Geschichte beginnt in der Kindheit mit der Beobachtung der Natur. Eine Gabe, die er sich bis heute bewahrt hat. "Linien und Fragmente" heißt eine Ausstellung, die noch bis zum 30. Septemb...
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Einige der in der Ausstellung gezeigten Exponate wurden extra für die Ausstellung in Lichtenfels und Dalhausen gefertigt. Fotos: Gerda Völk
Einige der in der Ausstellung gezeigten Exponate wurden extra für die Ausstellung in Lichtenfels und Dalhausen gefertigt. Fotos: Gerda Völk
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Tim Johnsons Geschichte beginnt in der Kindheit mit der Beobachtung der Natur. Eine Gabe, die er sich bis heute bewahrt hat. "Linien und Fragmente" heißt eine Ausstellung, die noch bis zum 30. September im Lichtenfelser Stadtschloss zu sehen ist.

Bei der Eröffnung ist der Künstler selbst anwesend und gibt mit Hansgert Butterweck eine Einführung in die Arbeit der letzten 20 Jahre. Nach seiner Ausbildung an einer Kunstakademie begann seine Arbeit als Maler und Bildhauer. Schon damals spielten Naturmaterialien eine große Rolle.

In seiner Arbeit als Bildhauer sind auch Materialien wie die Weide eingeflossen. "Oft kommt die Inspiration durch das Material selbst", sagt Tim Johnson. Der Engländer verwendet eine Vielzahl von Pflanzenmaterialien, die er in seiner Wahlheimat, der Mittelmeerküste Kataloniens, findet.

Die Ausstellung fasst mehrere Schwerpunkte aus Tim Johnsons jüngster Arbeit zusammen. Auch seine weltweite Forschungsarbeit nach speziellen Techniken fließt in seine Arbeiten ein. "Eine lokale Technik kommt aus Australien und wird nur dort angewendet. Inspiriert von der spanischen Tradition der handgefertigten "Cortines" (Raumteiler) ist ein Vorhang entstanden, der eine alte Technik mit farbigen Schnüren und europäischem Rohr kombiniert. In der Schau ist auch eine Sammlung von 41 kleinen Taschen zu sehen, die über einen Zeitraum von mehreren Jahren entstanden sind. Durch eine immer neue Kombination von Farbe, Strukturen und Flechttechniken geben sie einen Einblick in die Forschungsarbeit und Experimentierfreude des Künstlers. Dabei konzentriert er sich auf die spezifischen Eigenschaften des Materials. "Klet-tenartige Materialien bieten viele Möglichkeiten", sagt Johnson.

Ein Dutzend Materialien

Rund ein Dutzend Materialien, von der Binse über Pestwurz, Zitronen-Bast, Wasser-Hyazinthe bis hin zu Igel-Kolben und Rohr-Pfeifengras, hat Johnson in seine Taschensammlung einfließen lassen. Manche Exponate erkunden die Linie als absichtlich geflochtenes Element, andere als eine zufällige Spur von Nähten. "Kurve I-V" heißt eine neue Serie, die eigens für die Ausstellung geschaffen wurde. Sie verbindet den Wunsch des Künstlers, im Bewusstsein für das historische Erbe des Flechthandwerks eine formschöne Kurve zu gestalten.

Die Arbeiten überraschen durch ihre Vielseitigkeit und Verarbeitung. Manche Objekte erinnern an das Gerippe eines Tieres, andere sind kunstvoll verflochten. Einen großen Raum nimmt die Arbeit an Schulen ein. Ein weiterer Punkt sind die Kostüme und Verkleidungen, denen Johnson auf seinen Reisen durch Spanien und Portugal auf der Spur ist. gvö

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