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Till Mayer "erschüttert"

Dass Schüler freiwillig länger in der Schule bleiben als gefordert, ist eher ungewöhnlich. An der Realschule in Haßfurt geschah das, und das lag an ihm: Till Mayer. Und daran, dass es eben nicht egal ...
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Till Mayer
Till Mayer

Dass Schüler freiwillig länger in der Schule bleiben als gefordert, ist eher ungewöhnlich. An der Realschule in Haßfurt geschah das, und das lag an ihm: Till Mayer. Und daran, dass es eben nicht egal ist, was in der Welt passiert.

Wenn Till Mayer nicht gerade seinem Job als Redakteur beim Obermain-Tagblatt in Lichtenfels nachgeht, zieht er sich eine schusssichere Weste über und schnappt sich seine Kamera. Damit bereist er Krisen- und Kriegsregionen, um festzuhalten, welches Leid die Menschen dort ertragen müssen, aber auch um die Menschen hierzulande erfahren zu lassen, dass es selbst an den dunkelsten Orten der Welt noch Mut, Hoffnung und Zuversicht gibt - oder auch gerade dort. Till Mayer arbeitet als freier Journalist auch für Spiegel-Online und verschiedene Zeitungen. Dabei ist er oft auch mit Helfern unterwegs. Oder auch direkt mit Kämpfern im Schützengraben. Er veröffentlichte etliche Bildbände und erstellte Ausstellungen zu seinen Reisen. Für seine Reportagen und Projekte wurde er mehrfach ausgezeichnet.

Seine neueste Ausstellung mit dem Titel "erschüttert" können die Haßfurter Realschüler derzeit besuchen. Mit "erschüttert" zeigt Till Mayer, was Krieg für die Betroffenen bedeutet. Die Protagonisten der Ausstellung haben eines gemeinsam: Ihr Leben wurde durch den Krieg erschüttert. Da ist der Bauer aus dem Kongo, der bei einer Granatenexplosion sein Bein verliert. Oder das irakische Mädchen, das die Mutter, einen Bruder und ein Bein verliert, weil Kämpfer ihre Heimat Mossul mit Sprengsätzen verseucht haben. Die Ausstellung zeigt deutlich, wie die Realschule in Haßfurt weiter mitteilte, dass die Zeit eben nicht alle Wunden heilt, wenn die Seele tief verletzt ist.

Aber: Trotz ihrer Schicksalsschläge sind die Protagonisten der Ausstellung Mutmacher. Mutmacher, nicht aufzugeben und sich für sein eigenes Glück einzusetzen. Wie auch immer das aussehen mag. Sie sind auch Mahner gegen die Bombardierung der Zivilbevölkerung.

Eine Frage der Sichtweise

Und was geht das die Menschen hierzulande an? Vielleicht haben die Realschüler beim Besuch von Till Mayer begriffen, dass der Krieg eben nicht "weit weg" ist. Dass gerade jetzt, in Zeiten des Klimawandels, neue Kriege drohen und dass man mit Wegschauen nichts ändern kann.

Die Realschüler werden laut Angaben der Schule nach dem Treffen mit Mayer "definitiv eine neue Sichtweise auf die Konflikte haben, die derzeit im Gange sind. Sie werden auch ihr eigenes Glück, in Frieden leben zu dürfen, mehr schätzen." red

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