Oberndorf
Rundgang

Tierschützer werben um Unterstützung

Die Kaninchen und Meerschweinchen mümmeln ihre morgendliche Gemüseration, die Hundeseniorengruppe hat ihre Runde im geräumigen Auslauf beendet, die Katzen in der Quarantänestation sind mit den notwend...
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Alexandra Hiersemann ist die erste Politikerin, die das Tierheim in Oberndorf besucht hat. Foto: privat
Alexandra Hiersemann ist die erste Politikerin, die das Tierheim in Oberndorf besucht hat. Foto: privat
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Die Kaninchen und Meerschweinchen mümmeln ihre morgendliche Gemüseration, die Hundeseniorengruppe hat ihre Runde im geräumigen Auslauf beendet, die Katzen in der Quarantänestation sind mit den notwendigen Medikamenten versorgt, die Morgenfütterung der Schafe, Gänse, Ziegen und anderen Tiere ist auch erledigt, die zahlreichen Katzenklos sind gesäubert. Die (meist ehrenamtlichen) Helferinnen im Tierheim Oberndorf, die heute "Dienst" haben, können verschnaufen und sich auf den Besuch freuen, der sich für den Vormittag angesagt hat: Alexandra Hiersemann (SPD), Mitglied des Bayerischen Landtags, hat die Einladung des Tierschutzvereins Höchstadt angenommen, sich vor Ort über die ganz konkrete Arbeit der Tierschützer zu informieren und sich deren Anliegen schildern zu lassen.

Tierheimleiter Herbert Kurz und die anderen Aktiven freut das sehr, denn Besuch aus der Politik hatte es vorher noch nicht gegeben. "Tierschutz ist eine so wichtige gesellschaftliche Aufgabe, aber sie ist in Bayern immer noch weitestgehend reine Privatsache der Mitglieder in den Tierschutzvereinen", fasst Kurz die Situation zusammen. "Wir Tierschützer fühlen uns im Allgemeinen von der Politik weder auf Regional- noch auf Landes- oder Bundesebene wirklich wahrgenommen", ergänzt Vorstandsmitglied Sigrid Hader-Popp.

Alexandra Hiersemann berichtet von vergeblichen Versuchen, die bayerischen Tierheime zu unterstützen: "Wir kämpfen seit Jahren für eine Stärkung der finanziellen Ausstattung unserer Tierheime. Doch die Staatsregierung lehnt alle Vorstöße ab, sei es eine Investitionsförderung für Tierheime, einen Notfallfonds für besondere Ereignisse, oder eine höhere Pauschale für Fundtiere."

Eine positive Nachricht gibt es aber, erfährt Hiersemann: Im Tierheim Oberndorf freut man sich darüber, dass gerade viele junge Helfer in ihrer Freizeit zupacken. Auf die junge Generation setzen die Tierschützer große Hoffnungen. Daher sind immer wieder Schulklassen im Tierheim willkommen und Vereinsmitglieder, die Lehrkräfte sind, beziehen Tierschutz- und Tierethikthemen in geeigneter Form in ihre Arbeit an den Schulen ein. Einen Schritt weiter wird diese pädagogische Arbeit durch das Vereinsmitglied Eric Seuberth getragen: Ihn können Schulen, aber auch kirchliche und gesellschaftliche Gruppen als Referenten für Unterrichtsstunden, Vorträge und Workshops zu Themen der Tierethik buchen. shp



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