Kulmbach
Kirche

Thomas Pichel ist der neue Prediger am Schwedensteg

Katharina Müller-Sanke Der Gottesdienst am Sonntag in der Kirche ist und war vielen Christen nicht genug. Sie suchten ein neues und intensiveres Zuhause in ...
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Thomas Pichel  Foto: K. Müller-Sanke
Thomas Pichel Foto: K. Müller-Sanke
Katharina Müller-Sanke

Der Gottesdienst am Sonntag in der Kirche ist und war vielen Christen nicht genug. Sie suchten ein neues und intensiveres Zuhause in der Bibel. Aus diesem Bestreben ist einst eine besondere Kirchenform entstanden: Gemeinschaften innerhalb der Kirche haben sich gebildet, weil die Mitglieder bestrebt waren, ihre Religiosität noch intensiver leben zu können.
Eine dieser Gemeinschaften ist die Landeskirchliche Gemeinschaft am Schwedensteg in Kulmbach. Diese LKG hat nun einen neuen Prediger. Viele Jahre lang stand Walter Undt der Gemeinde vor. Nun ist Thomas Pichel der neue Prediger. Er leitet den Gottesdienst am Sonntag, macht viele Besuche und begleitet seine Gemeindeglieder durch schwere Zeiten und auch durch erfreuliche. Er hilft bei der Ausrichtung der Kindergruppe, bei Bibelgesprächskreisen und vielem mehr. Der Beruf ist seine Leidenschaft. In der Gemeinschaft ist die Hierarchie sehr flach - alle helfen zusammen und bringen ein, was sie können. Pichel fühlt sich darin wohl.


"Alte Worte mit Leben füllen"

Der 52-Jährige lebt mit seiner Frau und seinem einjährigen Sohn in Kulmbach. Er hat eine abwechslungsreiche Karriere hinter sich. Nach seinem Abitur in Hof trat er in die Christusbruderschaft in Falkenstein ein. Nach einigen Jahren als Mönch legte er eine Ausbildung an der Missionsschule ab. Er arbeite als CVJM-Sekretär in Nürnberg und anschließend als Prediger in Weißenburg und Nürnberg.
Nun hat ihn sein Weg nach Kulmbach verschlagen. Zunächst war die Begeisterung nicht übermäßig groß. Das gibt Pichel selbst zu. Seine Tochter aus erster Ehe lebt nach wie vor in Nürnberg. Und auch viele Freunde hat er dort zurückgelassen. Doch nun, nach ein paar Monaten, ist er in der Bierstadt angekommen. "Die Kulmbacher machen es uns auch leicht, hier ein neues Zuhause zu finden", freut er sich.
Die Landeskirchliche Gemeinschaft am Schwedensteg steht in enger Verbindung zur evangelischen Landeskirche. Pichel selbst nennt die Gemeinschaft liebevoll "den Steg" und nimmt dabei Bezug auf die Straße am Schwedensteg. Der Steg symbolisiert für ihn den Weg, über den die Liebe Gottes zu den Menschen weitergegeben wird. Pichel ist es als Prediger besonders wichtig, gewisse Werte innerhalb der Kirche weiterzugeben. "Ich will den Menschen die Angst vor dem irrtümlich negativ besetzten Begriffen innerhalb unseres Glaubens nehmen." Dass Gott über die Menschen richte, sei zum Beispiel nichts Negatives. Es sei doch auch tröstlich, dass es eines Tages Gerechtigkeit gebe, so Pichel. "Ich möchte alte Worte mit Leben füllen und die heilsame und befreiende Kraft dieser Bilder den Menschen zeigen."


Ein Fundament geben

Die rund 100 Mitglieder und Freunde der Landeskirchlichen Gemeinschaft am Schwedensteg, die regelmäßig zu den Gottesdiensten und verschiedenen Kreisen kommen, sind ganz unterschiedlich. Einige sind auch sonst kirchlich engagiert, zum Beispiel im Kirchenchor verschiedener Gemeinden. Aber auch konfessionslose Menschen sind willkommen. Pichel ist es nicht wichtig, woher die Menschen kommen, die hier zur Gemeinschaft kommen wollen. Er will Menschen ein Zuhause geben und ein festes Fundament. Denn ein Fundament braucht, so Pichel, jeder Mensch.


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