Coburg
Verbandstag

Thomas Nowak: Die heutige Generation ist den Heimatvertriebenen etwas schuldig

Der Bund der Vertriebenen in Bayern und seine in ihm zusammengeschlossenen Landsmannschaften sprachen Georg Hans Forner Dank und Anerkennung für den langjährigen und verdienstvollen Einsatz als Vorsta...
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Goldene Ehrennadel für Georg Hans Forner (von links): Ernst Schroeder, Horst Porzelt (Dritter Bürgermeister Itzgrund), Thomas Nowak, Georg Hans Forner, Manfred Jenke, BdV-Bezirksvorsitzender und Kreisvorsitzender Roman Seidl, Frank Altrichter und Winfried Beyer (Dritter Bürgermeister Ahorn)  Fotos: Desombre
Goldene Ehrennadel für Georg Hans Forner (von links): Ernst Schroeder, Horst Porzelt (Dritter Bürgermeister Itzgrund), Thomas Nowak, Georg Hans Forner, Manfred Jenke, BdV-Bezirksvorsitzender und Kreisvorsitzender Roman Seidl, Frank Altrichter und Winfried Beyer (Dritter Bürgermeister Ahorn) Fotos: Desombre
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Der Bund der Vertriebenen in Bayern und seine in ihm zusammengeschlossenen Landsmannschaften sprachen Georg Hans Forner Dank und Anerkennung für den langjährigen und verdienstvollen Einsatz als Vorstandsmitglied des BdV-Kreisverbandes Coburg und sein großes Engagement als Vorsitzender der Landsmannschaft Schlesien - Nieder- und Oberschlesien - aus. Seine Ideen und sein jahrzehntelanges vorbildliches Engagement hätten wesentlich dazu beigetragen, das Kulturgut der Deutschen aus den östlichen Siedlungsgebieten im Coburger Land in Erinnerung zu halten, hieß es in der Laudatio. Vielen Heimatvertriebenen habe Forner mit Rat und Tat zur Seite gestanden und ihnen mit der Durchführung von Veranstaltungen und Heimattreffen das Gefühl der Geborgenheit in einer für sie fremden Umgebung gegeben. Die Ehrung fand beim Tag der Heimat statt, der dieses Jahr unter dem Motto "Menschenrechte und Verständigung - für Frieden in Europa" stand.

Für eine Reihe von Betroffenen ist auch nach sieben Jahrzehnten der Schmerz über die Geschehnisse und Verluste noch immer präsent. Bei allem erlittenen Leid haben sich die Flüchtlinge, Heimatvertriebenen und Spätaussiedler aus Schlesien, Pommern und Ostpreußen, aus dem Sudetenland, aus Siebenbürgen und dem Banat, aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion und vielen anderen Regionen die Aufgabe gegeben, Brückenbauer in einem geeinten Europa zu sein. Ihre Nachfahren, oft schon der Enkelgeneration entstammend, suchen den Dialog und die Aussöhnung über Grenzen hinweg und bewahren ihr reiches Kulturerbe.

"Es ist der Gedenktag unseres Verbandes, an dem wir an das Leid und die Opfer erinnern, die Deutsche in Mittel-, Ost- und Südosteuropa zu beklagen hatten - sei es als Vertriebene, als Flüchtlinge, als Aussiedler und Spätaussiedler. Ja, wir richten den Blick damit heute in die Vergangenheit. Das müssen wir auch tun, um zu erinnern, zu mahnen - um nicht zu vergessen", betonte Frank Altrichter bei seiner Ansprache. Die Vertriebenen und Spätaussiedler stünden wie kaum eine andere Bevölkerungsgruppe für Frieden in Europa. Der BdV habe bereits 1950 in seiner Charta der Heimatvertriebenen das Bekenntnis zur europäischen Idee in der Gesellschaft zugrunde gelegt. Altrichter betonte: "Den nationalistischen Befürwortern in Europa mit ihrem rückwärtsgewandten Denken und Handeln schleudern wir ein klares Nein entgegen. Wir werden dieses Bekenntnis für ein Europa der Verständigung und der Menschenrechte aufrechterhalten. Das versprechen wir!" Vertreibung sei leider ein Thema von heute. 70 Millionen Menschen seien weltweit auf der Flucht. Altrichter: "Das ist ein Skandal!" Die Erinnerung, dass so etwas wie Heimat zu jedem Leben gehört, sei immer zentrales Anliegen des Tags der Heimat gewesen, sagte Coburgs Dritter Bürgermeister Thomas Nowak in seinem Grußwort. Rund 14 Millionen Deutsche hätten die Schrecken von Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg erlitten. Diese Menschen erinnerten mit den Bund der Vertriebenen und den angeschlossenen Verbänden an diese schlimme Zeit. "Wir, die Generation, die Vergleichbares nicht erleben musste, sind dafür verantwortlich, dass sich so etwas nicht wiederholt", sagte der Sozialreferent in seinem Grußwort. Er mache sich Sorgen, wenn er die Entwicklungen in Europa und der Welt betrachte.

Als Festredner beim Tag der Heimat 2019 begrüßte der BdV-Kreisverband Coburg in diesem Jahr das Vorstandsmitglied der Pommerschen Landesversammlung, Ernst Schroeder. Die Bläsergruppe Coburg gestaltete den Tag der Heimat musikalisch. des

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