Uchenhofen

Thomas, der Zweifler und Heilige

In der Martinskirche in Uchenhofen begegnet der Apostel dem Auferstandenen.
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Der Auferstandene begegnet Thomas: Eichenplastik des Würzburger Bildhauers Franz Martin in der Uchenhofener Martinskirche, geschaffen in den 1950er Jahren.  Foto: Albin Schorn
Der Auferstandene begegnet Thomas: Eichenplastik des Würzburger Bildhauers Franz Martin in der Uchenhofener Martinskirche, geschaffen in den 1950er Jahren. Foto: Albin Schorn
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Der Evangelist und Apostel Johannes beschreibt die eindrucksvolle Szene des Bildhauers Franz Martin so: "Streck deinen Finger aus, hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!" Dann Thomas: "Mein Herr und mein Gott!"

Die Ansicht des Künstlers

Der Würzburger Künstler Martin (1904 bis 1959) zeigt in seiner Darstellung die Szene der Begegnung des Auferstandenen mit Thomas, in der Thomas durch die körperliche Berührung überzeugt und überwältigt ist und erkennt, dass er in Jesus Gott selbst sieht. Knieend, vertrauensvoll und zugleich erwartungsvoll richtet er wie erbittend seinen Blick auf Jesus. Und dabei drängt er sich an den Erschienenen, der von der Kreuzigung mit Wundmalen an Füßen, Händen und Seite gezeichnet ist.

Geste

Die beiden dargestellten Figuren gehören zueinander. Und Jesus? Er hat sich Thomas als der Gekreuzigte, vom Tode Erstandene gezeigt. Unverrückbar wie ein Fels nimmt er den Zweifler einladend und verhalten erwartungsvoll an. Es ist kein flüchtiger Kniefall, sondern eine deutliche Geste des Wartenkönnens, betont durch die Unterarmhaltung des linken Armes, der auf dem gebeugten Knie ruht.

Was will wohl der Bildhauer mit seiner Eichenplastik an der südlichen Innenwand der Kirche in Uchenhofen dem Glaubenden und dem Zweifelnden sagen? Thomas hat den Wunsch, Jesus zu berühren. Wie menschlich! Haben die Menschen doch ihre Sinne, um Erfahrungen zu machen. Doch jetzt ist Vertrauen gefragt: "Dass wir glauben, dass er mitten unter uns ist."

Durch alle Zweifel hindurch

Der Mensch gewordene Sohn Gottes hat Thomas überzeugt, dass es vernünftige Gründe gibt, etwas anzunehmen, was nicht jedem Einwand und Zweifel standhält. Durch alle Zweifel hat er sich jedoch zum Glauben durchgerungen.

Zum Gotteshaus im Haßfurter Stadtteil: Ein tragisches Schicksal widerfuhr der Uchenhofener Dorfkirche zu Kriegsende. In der Nacht vom 11. auf den 12. April 1945 wurde der Kirchturm auf der Ostseite von einem Panzer beschossen und fing Feuer. Der Brand griff auch auf das Kirchenschiff über, das Dach stürzte ein, der gesamte Kirchenraum brannte aus. Schließlich fiel auch der Kirchturm in sich zusammen. Nur die Sakristei mit ihrer Einrichtung war erhalten geblieben, so berichten Zeitzeugen.

1947 begann der Wiederaufbau der Chorturmkirche aus dem 17. Jahrhundert. 1955 konnten die Gläubigen hier wieder ihre Gottesdienste feiern.

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