Heilgersdorf
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"Thlokomela" bringen afrikanischen Chorgesang nach Heilgersdorf

Afrikanische Musik, das bedeutet meist Lebensfreude pur, dazu gelebten Glauben, aber auch Stolz und den Mut, allen Widrigkeiten des täglichen Lebens zu trotzen. Am Dienstag, 25. Juni, können sich Besu...
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Der namibische Jugendchor "Thlokomela!" ist am Dienstag, 25. Juni, in der Kirche in Heilgersdorf zu hören.  Foto: PR
Der namibische Jugendchor "Thlokomela!" ist am Dienstag, 25. Juni, in der Kirche in Heilgersdorf zu hören. Foto: PR

Afrikanische Musik, das bedeutet meist Lebensfreude pur, dazu gelebten Glauben, aber auch Stolz und den Mut, allen Widrigkeiten des täglichen Lebens zu trotzen. Am Dienstag, 25. Juni, können sich Besucher der evangelischen Kirche in Heilgersdorf mit Ohren und Augen auf eine solch mitreißende Mischung aus Musik, Rhythmus und Tanz freuen. Dann gastiert dort ab 19 Uhr der namibische Jugendchor "Thlokomela!" Dieser Name bedeutet "Pass auf!" Dieser Rat liegt auf der Hand, angesichts der Lebensverhältnisse in den Wellblechhüttensiedlungen von Windhoek. Dort müssen die 14 jungen Sänger - wie alle Bewohner - Obacht geben, nicht in den immensen Strudel aus Perspektivlosigkeit und Kriminalität zu geraten. Was hilft, sind christliche Werte und ihr afrikanischer Glaube, die sie in ihre Lieder einfließen lassen. Neben einheimischen Weisen in den Stammessprachen werden auch bekannte englische Gospel zu hören sein. Neben Konzerten in Kirchen bietet der Chor während seiner zweimonatigen Tournee durch Deutschland auch Workshops an, etwa in Gemeindehäusern, Schulen und Kindergärten. Darin macht er sich für eine gerechtere Welt stark. Bessere Lebensverhältnisse zu schaffen, daran arbeiten die Mitglieder vor Ort: In Okahandja, einem eher armen Ort nördlich der Hauptstadt Windhoek, treffen sie sich nahezu täglich, um Heranwachsenden bei den Hausaufgaben zu helfen oder mit ihnen zu speisen. Danach wird gemeinsam in der Musikschule musiziert, mit Gesang, Blockflöten und Posaunen. So holen die Initiatoren viele Kinder von der Straße, wo sie doch nur herumlungern würden. Gleichzeitig avancieren sie zu deren Ratgebern im täglichen Kampf gegen Not, Arbeitslosigkeit und Aids, haben doch die Mitglieder nach den Proben die Möglichkeit, über ihre Probleme zu sprechen.

Bei seinen Gastspielen in Deutschland hat der Chor "Thlokomela" eine Botschaft im Gepäck, die Leiter Dawid Gawub so umreißt: "Wir wollen zeigen, wie man aus selbst hoffnungslosen Umständen herauskommt: Vorurteile abbauen, sich gegenseitig kennenlernen, respektieren und besser verstehen ist unser Ziel, über alle Grenzen wie soziale Ungleichheit, Hautfarbe und Nationalität hinaus." So erfahren die Zuhörer beispielsweise, warum es einen Sinn hat, trotz einer 50-prozentigen Jugendarbeitslosigkeit zur Schule zu gehen, und woran es sich inmitten großer Resignation, selbst in Hütten ohne Strom und Wasser, zu glauben lohnt. Gawub: "Wir lassen uns nicht unterkriegen, denn in unserer afrikanischen Musik finden wir eine Kraft, die uns immer wieder aufstehen lässt." Wer die Umstände kaum verändern könne, müsse eben an seiner Lebenseinstellung arbeiten, so das Motto von "Thlokomela". Der Eintritt zum Konzert ist frei. Spenden werden im Anschluss erbeten. bek

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