Bad Staffelstein

Therme zieht auch in Gütersloh

Die Werbewirksamkeit der Social-Media-Welt ist auch in Bad Staffelstein ein Thema. Zum Beispiel mit 360-Grad-Luftbildern, die von Drohnen angefertigt werden.
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Mit Obermain-Therme, Liedern auf Banz, Obermain-Marathon und Altstadtfest hat sich Bad Staffelstein über die Grenzen des Freistaats hinaus einen Namen gemacht - dieses Paar kam per Motorrad aus dem fernen Gütersloh angereist, um die schöne Gegend zu erkunden. Foto: Mario Deller
Mit Obermain-Therme, Liedern auf Banz, Obermain-Marathon und Altstadtfest hat sich Bad Staffelstein über die Grenzen des Freistaats hinaus einen Namen gemacht - dieses Paar kam per Motorrad aus dem fernen Gütersloh angereist, um die schöne Gegend zu erkunden. Foto: Mario Deller

Um als Urlaubsregion nicht den Anschluss zu verlieren und der zunehmenden Digitalisierung Rechnung zu tragen, macht sich auch der Tourismusausschuss intensiv Gedanken zur Weiterentwicklung seiner Marketingkonzepte.

Alle Perspektiven vom Staffelberg

Vor diesem Hintergrund hatte Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) Gerhard Ruff, Geschäftsführer von "Multimaps 360", eingeladen. Das 2015 gegründete Augsburger Unternehmen hat ein internetbasiertes Marketing-Tool entwickelt, das Ruff dem Gremium vorstellte. Es ist für Urlaubsregionen wie Bad Staffelstein interessant. Bei Zustandekommen eines Vertrags zwischen der Kommune und "Multimaps" werden mittels Drohnen, so das Konzept des Unternehmens, 360-Grad-Luftpanorama-Bilder gefertigt - im Falle der Stadt Bad Staffelstein beispielsweise von Therme oder Vierzehnheiligen.

Welche "Highlights" der Region das sind, entscheidet der Auftraggeber, also hier die Kommune. Durch Freischaltung können Interessierte dann etwa beim Aufruf der Homepage der Stadt einen Hyperlink anklicken und so auf die Luftpanorama-Bilder zugreifen, die alle möglichen Perspektiven etwa vom Staffelberg zeigt. Ergänzt wird dies von digitalen Info-Points, die dem Internetsurfer Informationen etwa zur Historie des Kelten gibt. Durch Verlinkung auf ihre Homepage können auch Gewerbetreibende wie Vermieter von Ferienwohnungen den Werbeeffekt nutzen. Webseiten, Audiodateien, Webcams oder Kontaktformulare können eingebunden werden. Ruff empfiehlt zum Start fünf bis sieben Aufnahmepunkte. Das Ganze soll dann aber nicht in Stein gemeißelt sein, sondern sei gedacht als stetige Weiterentwicklung über die Jahre hinweg.

"Das macht den Internetnutzer schon neugierig", zeigte sich Walter Mackert angetan. Insgesamt war das Echo aus dem Gremium sehr positiv. Wenn man eine Überfrachtung mit Informationen vermeide, könne hierdurch die Region gelungen angepriesen werden nach dem Motto "Das sind unsere Perlen, und es gibt bei uns noch viel mehr zu sehen und zu erleben", meinte Quartiersmanager Michael Böhm.

Den möglichen Werbeeffekt durch die mögliche Vernetzung von örtlichen Unternehmen sprach Frank Mirsberger, der Vorsitzende der Adam-Riese-Werbegemeinschaft, an.

Bürgermeister Jürgen Kohmann dankte Ruff und sagte, man werde dies im Gremium beratschlagen und sich dann wieder bei ihm melden.

Minus von 3,3 Prozent

Anne Maria Schneider, Leiterin des Kur- und Tourismus-Service, stellte die neueste Gästestatistik vor, die für den Zeitraum Januar bis April 2019 vorliegt. Die bereinigte Statistik, die Kliniken und Bildungseinrichtungen ausklammert, weist in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres 95 866 Übernachtungen aus, was gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Minus von 3,3 Prozent bedeutet. Die Gästezahl hingegen stieg um 1,4 Prozent auf 31 817, die Verweildauer betrug 3,0 Tage. "Das Reiseverhalten ändert sich eben - die Leute verreisen lieber öfter und dafür kürzer. Und wie ich von Kollegen aus anderen Kommunen höre, ist das woanders genauso. Es gilt hier auch, neue Zielgruppen anzusprechen und ich denke, diesen Wechsel haben wir bisher gut geschafft", so die zuversichtliche Einschätzung von Schneider zu den Zahlen.

"Die digitalen Medien werden immer wichtiger", ist sich Schneider im Klaren. So verwundert es nicht, dass immer mehr Urlaubsreisen online gebucht werden. Mittels Informationsveranstaltungen und im Herbst geplanten Beratungstagen soll daher weiterhin bei den Vermietern dafür geworben werden, in die Online-Buchungsplattform der Stadt einzusteigen und die bisweilen noch vorhandene, aber Bürgermeister Kohmann zufolge unbegründete Scheu vor diesem Schritt abzulegen. Sehr angetan zeigte man sich im Gremium von der Arbeit der Reisebloggerin Christine Neder, die schon im Vorjahr mittels Facebook, Instagram und Twitter Lust auf Urlaub im Stadtgebiet gemacht hat. "Sie hat es verstanden, unsere Region ins rechte Licht zu rücken", lobte der Bürgermeister. Deshalb hat man sich seitens der Stadt entschieden, die - verglichen mit anderen Maßnahmen zudem relativ kostengünstige - Zusammenarbeit mit ihr fortzusetzen. Ende Juli wird sie zusammen mit ihrem Partner und einer Fotografin wieder am Obermain weilen und im Social-Media-Bereich erneut Fotos und zwei Videos veröffentlichen.

"Gäste werben Gäste"

Auf Bewährtes setzen ist richtig, aber der Kur- und Tourismus- Service ist mutig genug, auch immer wieder Neues auszuprobieren. So sprach Schneider über die jüngste Idee "Gäste werben Gäste". Dabei lichtet ein professioneller Fotograf Urlauber an ausgewählten "Hotspots" ab und stellt diesen die Aufnahmen kostenlos zur Verfügung mit der Möglichkeit, dass dse diese per Facebook oder Mail weiterverbreiten können.

Unvergesslich für alle Besucher bleibt die Veranstaltung "Lieder auf Banz" am vergangenen Wochenende. Bürgermeister Kohmann blickte auf ein "wunderschönes Familienfest" zurück, Harald Konietzko sprach von "Gänsehautmomenten". Schon jetzt werde wieder nachgefragt wegen Karten für 2020, ergänzte der Bürgermeister. Dann gibt sich übrigens auch ein gewisser Chris de Burgh die Ehre.

Das anstehende Altstadtfest wird wieder enorme Besuchermassen anlocken. Und heuer wird noch eines draufgesetzt mit dem Start der BR-Radltour in der Adam-Riese-Stadt. Mit Vorfreude in der Stimme nannte Schneider die beachtlichen Dimensionen der seitens des Bayerischen Rundfunks geplanten Berichterstattung, verbunden mit einem immensen Werbeeffekt für die Region: 33 TV- und 90 Radiobeiträge, darunter eine dreistündige Livesendung vor Ort bei der Abendveranstaltung am 28. Juli mit Thomas Gottschalk.

Dass die Gewerbetreibenden davon profitieren würden, wenn sie an einem Strang ziehen, betonte Frank Mirsberger. Dieses Wir-Gefühl wird etwa beim Bierbrauerfest sowie bei der noch jungen Veranstaltung "Genuss im Grünen" deutlich. Nach der erfolgreichen Premiere des Genussfestes im Kurpark im Vorjahr dürfen sich die Besucher heuer auf 18 Stände und damit acht mehr als 2018 freuen.

Unter "Sonstiges" ging es um die Umbau- und Sanierungsarbeiten in der Alten Darre, der "Heimat" der Kulturinitiative Bad Staffelstein. Auch wenn im Handwerksbereich die bekannt gute Auftragslage herrsche, sei das Ziel, die Innenarbeiten noch 2019 fertigzustellen, weiterhin durchaus erreichbar, zeigte sich der Bürgermeister dahingehend optimistisch.

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