Herzogenaurach

Theorie in der EU, Praxis vor Ort

Bereits seit 1993 ist das Älterwerden Thema in der Europäischen Union. Die Gesellschaft soll seitdem für Fragen im Zusammenhang mit dem Altern sensibilisiert werden. In Herzogenaurach setzt man Ideen vor allem praktisch um.
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Die Parlamentarier im Europäischen Parlament (hier in Straßburg) beschäftigen sich immer wieder mit den Senioren. Doch die praktischen Umsetzungen erfolgen an anderer Stelle, wie zum Beispiel in Herzogenaurach.  Foto: Michael Busch
Die Parlamentarier im Europäischen Parlament (hier in Straßburg) beschäftigen sich immer wieder mit den Senioren. Doch die praktischen Umsetzungen erfolgen an anderer Stelle, wie zum Beispiel in Herzogenaurach. Foto: Michael Busch

Michael Busch Was haben Herzogenaurachs Senioren mit Europa zu tun? Eine ganze Menge. Denn in Herzogenaurach wird das umgesetzt, was auf europäischer Ebene seit geraumer Zeit eine wichtige Rolle spielt. Fangen wir mal in Europa an.

In einer europaweiten Umfrage aus dem Jahr 2012 heißt es, dass eine breite Mehrheit der Europäer sich für ältere Menschen eine wichtige Rolle in der Gesellschaft wünscht. So können sie einen wichtigen Beitrag in der Familie (meinen 82 Prozent der Befragten aller Altersgruppen), der Politik (71 Prozent) sowie in den Gemeinden vor Ort (70 Prozent) und der Wirtschaft (67 Prozent) leisten.

Ehrenamtlich aktiv

Nicht nur in Herzogenaurach, aber dort auch, übernehmen viele Menschen der älteren Generation Verantwortung für ihre Mitmenschen. Im europaweiten Vergleich gehen von den über 50-Jährigen 27 Prozent einer sozialen Aktivität oder freiwilligen Tätigkeit nach. Der durchschnittliche Zeitaufwand umfasst dabei 14 Stunden im Monat.

In Herzogenaurach sind die Senioren seit Jahren aktiv. Das bestätigt auch die Leiterin des Generationen.Zentrum Evi Bauer. "Aber wir haben etwas Neues", verrät sie. Denn es gibt eine Einladung für ein Treffen am Donnerstag, 14. März von 17.30 bis 19.30 Uhr im großen Gruppenraum des Generationen.Zentrums der Stadt Herzogenaurach in der Erlanger Straße. "Wir starten eine Plattform auf der sich Senioren, die im ehrenamtlichen Bereich tätig sind, austauschen können", erklärt Bauer.

Bereits im Jahr 2017 gab es seitens ehrenamtlich leitend Tätiger im Seniorenbereich Impulse hinsichtlich einer Plattform zum regelmäßigen Informationsaustausch. In Anlehnung an diese Bedarfe soll nun ein Forum geschaffen werden, welches sowohl den Austausch als auch die Entwicklung der ehrenamtlichen Tätigkeit im Seniorenbereich in Herzogenaurach unterstützen soll. Die Ehrenamtskoordinatorin Katja Heil und das Generationen.Zentrum (Leitung Evi Bauer, Simone Voit Fachbereich Generationen plus) der Stadt Herzogenaurach arbeiten dafür eng zusammen.

Führungen und Vorstände

Ziele sind die Schaffung eines Forums für ehrenamtlich Tätige in leitender Funktion, aber eben auch eine Plattform für den Austausch untereinander. In der Beschreibung zu dem Projekt heißt es weiter, dass auch "kurze Inputs durch Fachreferenten angeboten werden können".

Die Zielgruppe, so Bauer, "sind unter anderem Vereinsvorstände und Senioren, die ehrenamtlich, hauptverantwortlich tätige Leitungen von Initiativen und anderen Organisationen sind."

Beim ersten Treffen der Vertreter im März geht es um ein erstes Kennenlernen der interessierten Akteure. Es sollten die wichtigen, aktuellen Themen in der ehrenamtlichen Seniorenarbeit in Herzogenaurach herausgearbeitet werden. Weiterhin gilt es bei der von Simone Voit moderierten Veranstaltung Schwerpunktinteressen der Akteure hinsichtlich gezielter fachlicher Inputs zu sammeln. "Wir wollen sensibilisieren, vielleicht auch ein wenig die Möglichkeit geben Betriebsblindheit anzugehen", ergänzt Bauer. Und damit geht es wieder nach Europa: Denn eine Idee, die das Europäische Parlament sich selber auf die Fahnen schreibt, wird in Herzogenaurach umgesetzt. "Die verschiedenen Interessen der Senioren sind auszubalancieren und dabei ist eine generationenübergreifende Solidarität zu gewährleisten." Herzogenauachs Senioren sind dabei.

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