Forchheim

Themen professionell aufbereitet

Die 22 Schüler der neunten Klasse der privaten Montessori-Schule Forchheim präsentierten im "Romantiksaal" von Schloss Thurn vor 200 Gästen ihre sogenannten "Großen Arbeiten". Die Arbeit ist vonseiten...
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Die Neuntklässler der Montessorischule nach der Zeugnisübergabe bei der Präsentation der Großen Arbeiten in Schloss Thurn  Foto: privat
Die Neuntklässler der Montessorischule nach der Zeugnisübergabe bei der Präsentation der Großen Arbeiten in Schloss Thurn Foto: privat

Die 22 Schüler der neunten Klasse der privaten Montessori-Schule Forchheim präsentierten im "Romantiksaal" von Schloss Thurn vor 200 Gästen ihre sogenannten "Großen Arbeiten". Die Arbeit ist vonseiten der Montessorischule die Anforderung für den erfolgreichen Schulabschluss.

Sie besteht aus einem praktischen Teil, in dem ein Werkstück oder Ähnliches zu einem selbst gewählten Thema erstellt wird, einem theoretischen Teil mit durchschnittlich 30 Seiten, einem Präsentationstisch und einem Vortrag vor Publikum. Eine Jury bewertet die Ergebnisse.

"Die Große Arbeit ist ein Projekt, bei der die Schüler viel Ausdauer und gutes Zeitmanagement beweisen müssen", erklärt Schulleiterin Birgit Burczyk-Wening. "Sie zeigen dabei die Vielfalt der Kompetenzen, die sie über die Jahre gelernt haben und die sie im Berufsleben benötigen werden."

Gefordert sind praktisches Arbeiten, wissenschaftliche Recherchen, Texterstellung, Gestaltung eines Ausstellungstisches und zum Abschluss ein Power-Point-Vortrag vor Publikum als Präsentation ihrer geleisteten Arbeit. Für das Projekt haben sie ein halbes Jahr Zeit.

Juroren waren die Montessori-Geschäftsführerin Sibylle Kellner, die Schulleiterin der Montessorischule, Birgit Burczyk-Wening, die Klassenleiterin Dana Zigan, die pensionierte Schulrätin Rosemarie Thiele sowie Hans Rosemann, Betriebsleiter im Ruhestand.

Die Themen und die Mentoren, die sie dabei fachlich begleiten, durften die Schüler selbst wählen. Handwerkliche Aufgaben standen hoch im Kurs: Dieses Jahr waren es die Konstruktion einer Fahrradrampe, der Bau eines Schreibtisches und das Nähen eines festlichen Abendkleides.

An Themen wie "Zero-Waste-Leben" oder "Die Hummel - verkannt und gefährdet" sieht man, dass die jungen Leute sich Gedanken über ihre Umwelt machen. Ein Schüler experimentierte angesichts des zunehmenden Wassermangels auf der Welt mit einem selbst gebauten Turm, mit dem er mehrere Liter Wasser aus der Luftfeuchtigkeit gewinnen konnte. Die praktische Umsetzung von Naturthemen stand auch bei "Faszination Schmetterlinge" sowie bei der Aufzucht von eigenen Hühnern im Mittelpunkt.

Neueste Technologien flossen in die tatkräftige Anlage eines "Smart-Gardens" mit Zisterne und automatischem Bewässerungssystem, in die Errichtung eines smarten Kühlschranks oder in die Erstellung eines Tricksfilms ein.

Oft lassen sich die Schüler von Hobbys bei der Themenwahl inspirieren, wie zum Beispiel bei der Entwicklung einer eigenen Tanzchoreographie oder beim Halsringreiten, einer Technik, bei dem der Reiter sein Pferd nur anhand eines Rings lenkt und wofür ein tiefes Vertrauen zwischen Mensch und Tier notwendig ist.

Kreative Aufgaben wie die Erstellung von Lernmaterialien in japanischer Schrift, die Erstellung aufwendiger Flechtfrisuren samt Anleitungsbuch, die Gestaltung eines Ausflugsführers über sportliche Ausflugsziele in der Region oder eines kulinarischen Reiseführers durch Florida waren ebenso dabei wie eine tagesgenaue Fotodokumentation der Jahreszeiten.

Wie schon in der Vergangenheit waren kulinarische Themen sehr beliebt. Das verwundert nicht, stammen doch einige der Neuntklässler aus dem ersten Jahrgang des Projekts "Europas Miniköche", das seit einigen Jahren fester Bestandteil der Bildungsarbeit der Montessorischule ist. Die Themen "Omas Rezepte auf meine Art interpretiert", "Easy Pasta - kinderleicht nachgekocht", "Gut gewürzt schmeckt doppelt gut" und "Die Kartoffel - Das kleine Multitalent" ließen den Gästen der Präsentation das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Hans Rosemann als langjähriges Jurymitglied zeigte sich begeistert von den Leistungen der jungen Menschen und ihrem selbstbewussten Auftritt vor dem großen Publikum. Im Sommer nächsten Jahres werden sie die Prüfungen zum Qualifizierenden Hauptschulabschluss ablegen und dann eine Ausbildung beginnen oder den schulischen Bildungsweg an der Montessori-Schule/M-Zug oder anderen Schulen fortsetzen.

Katja Eckert-Hessing

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