Marktrodach

Thema letzte Ruhe

Neue Bestattungsformen sollen bei einer Bürgerversammlung am kommenden Donnerstag in Marktrodach diskutiert werden.
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Bürgermeister Norbert Gräbner lässt sich von Planerin Angelika Droll die ersten Entwürfe für die Neukonzeption des Friedhofs in Oberrodach erläutern.  Foto: Marktgemeinde Marktrodach
Bürgermeister Norbert Gräbner lässt sich von Planerin Angelika Droll die ersten Entwürfe für die Neukonzeption des Friedhofs in Oberrodach erläutern. Foto: Marktgemeinde Marktrodach

Der Wandel der Bestattungskultur und die daraus resultierende Neukonzeption des Friedhofs in Oberrodach wird Thema einer Bürgerversammlung in Marktrodach sein. Dazu lädt die Gemeinde am Donnerstag, 5. September, um 19 Uhr in die Rodachtalhalle ein.

Die Körperbestattung war lange Zeit die traditionelle Art der Beisetzung. Seit einigen Jahren befindet sich jedoch die gesamte Bestattungskultur im Umbruch. Die Erdbestattung ist nur noch eine von vielen Möglichkeiten. Und das zeigt sich auch auf den Marktrodacher Friedhöfen. Neben klassischen Reihengräbern mit Blumenbeet, den prachtvollen alten Grabmalen und großen Urnenfeldern findet man heute auch immer mehr ungenutzte Flächen.

Entscheidend für die drastische Veränderung ist die Möglichkeit der Verbrennung des Leichnams im Krematorium. Denn die Einäscherung ermöglicht viele alternative Bestattungsformen und eine Individualisierung der Bestattungskultur. Immer mehr Menschen entscheiden sich neben der Erd- und Feuerbestattung für eine anonyme Bestattung, weil diese den Hinterbliebenen weniger Arbeit macht. Vielleicht gibt es keine nahen Verwandten, vielleicht leben sie weit weg. Und wo kein Grab ist, muss auch niemand pflegen.

Kirchenvertreter sehen diese Entwicklung kritisch. Es geht es ihnen vor allem um den Erhalt einer Bestattungskultur, die einen würdevollen Tod ermöglicht. Und dazu gehört nach ihrer Meinung auch ein Name auf einem Grabstein.

Die Bedürfnisse der Bürger

Die Verwaltung in Marktrodach führte in den vergangenen zwei bis drei Jahren viele Gespräche mit Bürgern. Dabei sind es immer die gleichen Fragen, die bewegen: Warum gibt es nicht weitere Bestattungsformen auf den Friedhöfen in Marktrodach? Wann wird auf den Wandel und auf die Bedürfnisse der Bürger im und um dem Bestattungswesen eingegangen?

Die Verwaltung informierte sich erstmalig im Oktober 2017 auf einer Fachmesse über weitere Möglichkeiten und Entwicklungen im Friedhofswesen und führte zahlreiche Gespräche mit Fachleuten. Schließlich befasste sich der Bürgermeister und der Marktgemeinderat im Februar mit dieser Thematik und beschloss eine Neukonzeption für den Friedhof Oberrodach. Beauftragt wurde hiermit neben der Verwaltung auch die Landschaftsarchitekten Droll & Lauenstein. Ziel dieser Neukonzeption soll sein: die Umgestaltung des Friedhofes in Oberrodach mit Schaffung eines Wegekonzepts, Vorschläge für Urnenbestattungen in anonymer sowie halbanonymer Form, Verbesserung der Einbindungen in die Landschaft. Nachdem Vermessungen und erste Planungsentwürfe vorliegen sind nun alle Bürger der Großgemeinde Marktrodach gefragt, das Thema mitzudiskutieren. red

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