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Teuschnitzer Stadtrat sieht keinen Bedarf für weiteren Lückenschluss beim Mobilfunk

Teuschnitz — In seiner Sitzung vom Montagabend brachte der Stadtrat Teuschnitz die Anschaffung eines weiteren Bauhof-Fahrzeuges auf den Weg. Grünes Licht gab es auch für Fassadenarbeiten am Feuerwehrh...
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Teuschnitz — In seiner Sitzung vom Montagabend brachte der Stadtrat Teuschnitz die Anschaffung eines weiteren Bauhof-Fahrzeuges auf den Weg. Grünes Licht gab es auch für Fassadenarbeiten am Feuerwehrhaus, die Sanierung der Thüringer Straße sowie die Asphaltierung der Bauhofhalle.

Michael Hebentanz (FW) hatte in einer der letzten Sitzungen einen Antrag in Sachen Lückenschluss beim Mobilfunk gestellt. Ausgangslage war ein Artikel in einer Tageszeitung über ein 2018 angelaufenes Förderprogramm, das den Mobilfunk in Bayern weiter vorantreiben soll. Mit hohen Fördermitteln können die Gemeinden im Freistaat neue Masten errichten lassen und diese an die Nutzer vermieten, um den Mobilfunk von weißen Flecken zu befreien. Im Landkreis sind aktuell sieben Städte beziehungsweise Gemeinden im Markterkundungsverfahren. Hebentanz hatte beantragt, dass auch Teuschnitz die Möglichkeit des neuen Förderprogramms nutzen solle.

Laut der Bürgermeisterin seien Teuschnitz und Wickendorf bis auf das Kremnitz- und das Teuschnitztal komplett erschlossen. Die Frage sei, ob man diese beiden Bereiche wirklich erschließen wolle und ob es Aufgabe einer Kommune sei, einen Funkmast für 100 000 Euro zu errichten und die anschließenden Folgekosten zu tragen. Ansonsten betreffe die Problematik lediglich Haßlach, wobei hier aber die Zusage des Netzbetreibers für eine Aufrüstung vorliege. Sie selbst sah keinerlei Bedarf: "Wir reden hier von zwei Tälern. Wir müssen doch auch mal in unserer wunderschönen Landschaft ohne Funk wandern können."

Das Gremium schloss sich dem an. Mountainbikern, die dort unterwegs seien, genüge, so Zweiter Bürgermeister Stephanus Neubauer (CSU/FWG), eine GPS-Verbindung. Bei einem Unfall habe man im Umkreis von 200 m irgendwo immer Empfang, um einen Notruf absetzen zu können. Dass Folgekosten für einen Masten auf die Kommune umgewälzt würden, sei - seiner Meinung nach - ein Unding, da dies ureigenstes Interesse des Netzbetreibers sein müsse. Ähnlich sah dies Karin Bayer (SPD). Sowohl die Finken- als auch die Kremnitzmühle hätten einen Telefonanschluss, den man im Notfall nutzen könne. Der Empfang in Wickendorf sei bis auf die Ortsmitte - insbesondere im Feuerwehrgerätehaus - gut, bestätige Alexander Fehn (SPD), der auch noch scherzhaft hinzufügte: "Wahrscheinlich sitzen deshalb die Männer so lange im Feuerwehrhaus, weil ihre Frauen sie nicht erreichen." Man kam überein, die Angelegenheit weiter mit Interesse zu verfolgen. Einen Bedarf sieht man derzeit jedoch nicht. Eine Gegenstimme kam von Michael Hebentanz (FW).

Bauhoffahrzeug wird geleast

Für den Bauhof ist, so Bürgermeisterin Gabriele Weber (CSU), die Beschaffung eines zweiten Pritschenfahrzeugs erforderlich. Da im Haushaltsplan 2019 keine Mittel vorgesehen sind, wird das Fahrzeug nicht gekauft, sondern geleast. Auf Vorschlag von Bauhofleiter Georg Eidelloth wird ein VW Crafter Pritschenwagen mit Einzelkabine angeschafft. Der Stadt lagen verschiedene Leasing-Angebote für einen Zeitraum von fünf Jahren vor. Die Anschaffung erfolgt über das Leasingangebot der Firma Motor-Nützel Bayreuth mit Raten von 268,94 Euro pro Monat. Ein Paket für Wartung und Verschleißreparaturen in Höhe von monatlich 53,55 Euro wird abgeschlossen.

Einverständnis bestand mit den vom Landschaftspflegeverband vorgeschlagenen Landschaftspflegemaßnahmen 2019 über 28 516,53 Euro. Für die Stadt ergibt sich ein Eigenanteil von 3316,54 Euro zuzüglich einer Verwaltungskostenpauschale von 1425,83 Euro. Der Beschluss erfolgte einstimmig.

Zur jahrelang im Plan stehenden, bislang aber zum Unmut des Gremiums nicht angegangenen Pflegemaßnahme an der Ulme in Rappoltengrün wurde mitgeteilt, dass diese nicht als Landschaftspflegemaßnahme gefördert wird. Daher werde die Stadt die Pflegemaßnahmen selber beauftragen. Der Auftrag ging an die Baumpflege Ralf Beyer aus Leutenbach zum Angebotspreis von 1285,20 Euro.

Grünes Licht gab es auch für Fassadenarbeiten am Feuerwehrhaus Teuschnitz. Erforderlich sind Sanierungsarbeiten an der Außenfassade und am Turm mit einem neuen Oberputz in Teilbereichen, ein neuer Anstrich und eine Sanierung der Holzbauteile. Vom erneuerungsbedürftigen Zustand hatte sich der Stadtrat in zwei Ortsbesichtigungen überzeugt. "Die Feuerwehr ist bereit, mit freiwilligen Leistungen über circa 5000 Euro zur Kostensenkung beizutragen", würdigte Weber. Hierzu zählen beispielsweise Gerüstarbeiten, Hochdruckreinigung und Abklebearbeiten. Den Zuschlag erhielt Malermeister Andre Langer, Bayreuth, der mit 15 603,28 Euro das günstigste Angebot abgegeben hatte.

Angegangen wird auch die in der Stadtratsklausur in Obertrubach besprochene Oberflächen-Sanierung der Thüringer Straße. Aufgrund des Bauzustandes ist eine Oberflächenbehandlung mit Splittabstreuung noch machbar. Diese ist auf einer Länge von 500 Metern mit einer Fläche von 2400 Quadratmetern erforderlich. Mit dieser Maßnahme kann die Straße bis zum nächsten Vollausbau unter Berücksichtigung einer Neuverlegung der Wasserleitung erhalten werden. Der Auftrag ging an den günstigsten Anbieter, die Firma STM aus Malsch, über 12 012,50 Euro. Die Maßnahme erfolgt unter Komplettsperrung, wahrscheinlich im Juni/Juli.

Vergeben wurde zudem der Auftrag für Asphaltarbeiten bei der neuerbauten Bauhofhalle. Den Zuschlag erhielt die Firma Guttenberg zum Angebotspreis von circa 16 821,60 Euro.

Haßlacher müssen noch warten

Dritter Bürgermeister Werner Neubauer (CSU/FWG) fragte bezüglich des Zeitplanes für eine kleine Dorferneuerung in Haßlach bei Teuschnitz an. Laut der Bürgermeisterin wartet man noch auf das Protokoll über die Klausurtagung, um die erarbeiteten Themen im Stadtrat zu behandeln. Für ein Dorferneuerungsverfahren mit einer Bewerbung beim Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) bedürfe es Geduld. "Wir verfolgen das; aber es dauert noch", informierte sie, dass man beim Amt bereits vorgefühlt habe und auf Wohlwollen gestoßen sei. Realistisch sei für die Planungen ein Zeitraum bis Ende 2020, sodass man hoffentlich 2021 einsteigen könne.

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