Laden...
Tettau

Tettau soll sich klar positionieren

In der Debatte um Stromtrassen laviere sich die Gemeinde durch. Das findet Gemeinderat und Glashersteller Carl-August Heinz.
Artikel drucken Artikel einbetten
Wie hier in der Gemeinde Stockheim steht auch am Ortseingang von Tettau ein Schild, auf dem die Bürger aufgefordert werden, ihre Stimme gegen neue Stromtrassen im Landkreis zu erheben.  Foto: Veronika Schadeck
Wie hier in der Gemeinde Stockheim steht auch am Ortseingang von Tettau ein Schild, auf dem die Bürger aufgefordert werden, ihre Stimme gegen neue Stromtrassen im Landkreis zu erheben. Foto: Veronika Schadeck
Veronika Schadeck

Das Plakat am Ortseingang von Tettau "Ihre Stimme gegen neue Stromtrassen!" vom Aktionsbündnis "Fehlamplatz" ist dem Gemeinderat Carl-August Heinz (BfT) ein Dorn im Auge. Der Unternehmer bat am Montagabend in der Gemeinderatssitzung zum wiederholten Mal den Bürgermeister darum, über die Richtigkeit dieser Aktion nachzudenken.
Seiner Meinung nach gehe das in die falsche Richtung. Tettau sei ein Industrieort, stellte er klar. Die energieintensive Gla sindustrie sei auf Versorgungssicherheit und wettbewerbsfähige Strompreise angewiesen. Hinzukomme, dass keine Möglichkeit bestehe, Strom durch Windkraft zu erzeugen - obwohl das Gebiet rund um Tettau windstark sei.


Appell an den Landrat

Seine Kollegen aus der Glasindustrie der fränkischen Rennsteig-Region hätten nun einen Brief an den Landrat verfasst. Darin wird Klaus Löffler gebeten, darüber nachzudenken, ob es sinnvoll sei, dass der Landkreis so ein Aktionsbündnis unterstütze. Auf den Plakaten werde eine einseitige Position ohne Alternativen eingenommen. "Nur für oder gegen etwas zu sein, das machen zu viele!"
Auf der Homepage von "Fehlamplatz", bei der sich die Landkreise Kronach, Lichtenfels, Bamberg, Kulmbach und Forchheim gegen weitere Stromleitungen aussprechen, war am Dienstag von 1237 Unterschriften die Rede.
Politische Prominenz, darunter neben Bürgermeistern auch die Landräte aus Kronach und Lichtenfels, nehmen Stellung und sprechen sich gegen Stromleitungen aus. Klaus Löffler schreibt beispielsweise, dass seiner Meinung nach mit den Anfang der 1990er errichteten Stromtrassen durch den Naturpark der Landkreis seinen Beitrag für den überregionalen Stromtransport geleistet habe.
Weitere Stromleitungen, vom Rennsteig bis zum Main, lehne er ab. Der Landkreis lasse sich nicht nach dem Motto, der Strom verläuft dort, wo der Widerstand am geringsten ist, zur Durchgangsregion abstempeln.
In der Sitzung versprach Bürgermeister Ebertsch: "Nächste Woche kommt das Schild weg - es hat lange genug gestanden!" Er klärte darüber auf, dass es bei der Teilnahme des Landkreises am Aktionsbündnis darum gehe, "ein Signal zu setzen". Man könne nicht die positiven Strukturen, wie Auto- und Bahnanschlüsse in umliegende Landkreise schaffen, und "negative" wie Stromleitungen in die heimische Region. Bei den ursprünglichen Plänen sei Kronach außer vor gewesen. Und nur weil sich in den vorgesehenen Regionen erheblicher Widerstand gebildet habe, habe man den Landkreis ins Auge gefasst.
"Wir stehen hinter der Gla sindustrie", so der Bürgermeister, der an gemeinsame Aktionen erinnerte, um deren Interessen in München und Berlin durchzusetzen. Und: "Wer für den Atomausstieg war, der muss auch die Leitungen in Kauf nehmen."
Heinz meinte, dann sollte das auch so kommuniziert werden. Mit dieser Beschilderung entstehe der Eindruck: "Wir sind zwar Industrieort, aber Strom brauchen wir nicht!"

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren