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Adelsdorf

Tempo 50 könnte Bäume retten

Eine Geschwindigkeitsbeschränkung am Ortseingang von Adelsdorf würde die Erhöhung eines Erdwalls überflüssig machen.
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Die Mitglieder des Bauausschusses diskutierten darüber, ob der Erdwall an der Weppersdorfer Straße auf der gesamten Länge durch eine Konstruktion wie im Hintergrund erhöht werden soll. Foto: Britta Schnake
Die Mitglieder des Bauausschusses diskutierten darüber, ob der Erdwall an der Weppersdorfer Straße auf der gesamten Länge durch eine Konstruktion wie im Hintergrund erhöht werden soll. Foto: Britta Schnake

Mit einem Antrag der Freien Wähler bezüglich der Erhöhung des Lärmschutzwalles an der Staatsstraße 2264 startete am Mittwochabend die Bau- und Umweltausschusssitzung in Adelsdorf. Um sich ein Bild zu machen, traf sich das Gremium an der Weppersdorfer Straße, wo im Bereich der Bushaltestelle der Wall vor Kurzem erhöht wurde. Dies wurde erforderlich, nachdem der alte Rewe-Markt in Wohnbauland umgewandelt wurde, wie Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) erklärte.

An der Staatsstraße 2264 besteht zwar bereits ein Lärmschutzwall, doch gerade im Bereich von Egerland- und Vogtlandstraße hat er sich in den letzten drei Jahren ein ganzes Stück abgesenkt. Anwohner hatten laut Fischkal den Zustand wie folgt beschrieben: "Wenn sie früher aus dem Fenster sahen, war da noch der Wall, wenn sie jetzt aus dem Fenster sehen, schauen sie in ein Führerhaus."

Nun steht eine Erhöhung des Walles in Form von H-Trägern und Brettern über eine Strecke von rund 150 Metern zur Debatte. Die Kosten beliefen sich dabei auf etwa 100 Euro pro Meter. Ein Wermutstropfen wäre jedoch, dass diesem Wall der eine oder andere Baum zum Opfer fallen könnte. "Der Wall ist 35 Jahre alt, die Bäume auch", merkte Gerhard Stingl (CSU) an. "Das tut verdammt weh, an die Bäume ranzugehen." Er schlug eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 50 km/h vor.

Staatliches Bauamt am Ball

"Da bin ich voll bei dir", sagte Günter Münch (FW), bemerkte aber im gleichen Atemzug, wie lange es gedauert habe, bis die Begrenzung auf 70 km/h durchgesetzt werden konnte. Jörg Bubel (SPD) sprach Fischkal auf den Flüsterasphalt als Alternative an, derer 2018 versprochen worden sei. Beschlossen wurde dann, einen erneuten Vorstoß beim Staatlichen Bauamt zu unternehmen mit der Bitte, entweder das Ortsschild zu versetzen, um Tempo 50 zu erreichen, oder einen Flüsterasphalt aufzutragen. Sollte in absehbarer Zeit keine positive Entscheidung des Bauamtes erkennbar sein, werde die Erhöhung des Lärmschutzwalls erneut ein Tagesordnungspunkt werden.

Ein weiterer Ortstermin war vor der Hauptstraße 33 a bei Niko Spörlein. Unmittelbar neben seiner Ausfahrt befinden sich mehrere Stellplätze. Dort parkende Fahrzeuge nähmen ihm beim Ausfahren die Sicht auf die Straße. "Ein Pkw macht nichts", sagte Spörlein, "aber da stehen meistens große Firmenfahrzeuge." "Dann ist das "Kamikaze-Rausfahren", fasste Fischkal das Problem zusammen. Spörlein nickte zustimmend: "Es wäre sinnvoll, die Parkplätze abzuschaffen." Fischkal schlug vor, aus dem Parkplatz, der Spörleins Ausfahrt am nächsten ist, eine Grünfläche zu machen, und die Räte stimmten zu. Bis die Grünfläche angelegt werden kann, sollen Pflanzkübel den Platz frei halten.

Haus bekommt Risse

Ein Haus weiter bei Alfred Bär findet sich ein Problem ganz anderer Natur. Aufgrund der etwas schmaleren Straße benutzen Busse den Bürgersteig vor seinem Haus als Ausweichzone. "Das Haus hat schon Risse", erklärte Bär. Stingl schlug ein paar Betonkübel vor, um den Bussen das Auffahren auf den Bürgersteig zu erschweren.

"Zwei bis drei Pflanzkübel könnten wir schon aufstellen", so Fischkal, "dann sehen wir, was passiert. Jedoch muss ein Mindestabstand zwischen Pflanzkübel und Straße eingehalten werden, was die Sache nicht einfach macht."

Eine Ortsbesichtigung fand auch in der Schafgasse statt, einer Einbahnstraße, aus der das Auffahren auf die Hauptstraße kein leichtes Unterfangen darstellt, insbesondere wenn auf den Parkstreifen Kastenfahrzeuge stehen. Die Möglichkeit eines Spiegels wurde von Fischkal gleich wieder verworfen, da ein solcher die Fahrzeugführer in falscher Sicherheit wiegen würde. "Sie würden sich nicht mehr raustasten." Ein Termin mit den Fachberatern der Polizei soll anberaumt werden.