Adelsdorf
Orgeleinspielung

Tedeum bringt den Kirchenraum von St. Stephanus fast zum Schwingen

Eineinhalb Jahre war die Orgel von St. Stephanus stumm. Anfang Januar 2017 wurde sie ausgebaut und zur Restaurierung zur Orgelmanufactur Vleugels in Hardheim gebracht. Dabei ging es aber nicht nur ums...
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Regionalkantor Erich Staab brachte die neue Orgel beim Einspielen zum Klingen. Foto: Richard Müller
Regionalkantor Erich Staab brachte die neue Orgel beim Einspielen zum Klingen. Foto: Richard Müller
Eineinhalb Jahre war die Orgel von St. Stephanus stumm. Anfang Januar 2017 wurde sie ausgebaut und zur Restaurierung zur Orgelmanufactur Vleugels in Hardheim gebracht. Dabei ging es aber nicht nur ums Säubern der alten Pfeifen. Technisch und sicherheitsmäßig musste einiges überholt oder erneuert werden, auch waren im Lauf der Jahre immer wieder Veränderungen an ihr vorgenommen worden, die letztlich nicht nur zu ihrem Vorteil gereicht hatten.


Erstmal wurde zurückgebaut

Daher wurde mit Ausnahme des in den 1960er Jahren elektrifizierten Blasebalgs die Orgel im ersten Schritt zurückgebaut auf den Stand Stebelorgel 1909, wie sie am 26. Oktober 1909 von Erzbischof Friedrich von Abert geweiht worden war.
Später eingebaute Erweiterungen und unsachgemäße Reparaturen wurden entfernt und fehlende oder defekte Pfeifen und Schäden infolge der Alterung durch abgestimmte Nachbauten ersetzt. Aus diesem Urzustand (zwei Manuale, ein Pedal, 15 klingende Register aus Lippenpfeifen) wurde dann die Orgel mit fünf neuen Registern - teilweise mit Zungenpfeifen - ergänzt. Ein besonderes Novum ist das sogenannte Auxiliair, die neuen Register können sowohl von den Manualen als auch von den Pedalen individuell angesteuert werden. Der neue Spieltisch wurde aus Denkmalschutzgründen dem alten nachempfunden, steckt jedoch voller Elektronik. Die Renovierungszeit betrug etwa ein halbes Jahr. Dass der Wiedereinbau der Orgel erst im Juni 2018 erfolgte, war der baulichen Renovierung von St. Stephanus geschuldet.
Jetzt erklang die Orgel von St. Stephanus zum ersten Mal wieder für die Pfarrei. Pfarrer Thomas Ringer begrüßte dazu mehr als 100 Kirchenbesucher. Das sei keine Einweihung der neuen Orgel, man wolle sie aber nutzen, um sie dann mit der Abschluss der Renovierung der Kirche am Kirchweihtag im Oktober gebührend einzuweihen.
Der Sprecher der Orgelfreunde von St. Stephanus, Armin Goß, fasste den geschichtlichen Werdegang der Orgel bis zur heutigen Renovierung zusammen und Wolfgang Kießling, Organist in St. Stephanus, umriss die technische Renovierung.
Dann wurde Regionalkantor Erich Staab aus dem Amt für Kirchenmusik des Erzbistums Bamberg die Ehre zuteil, der neuen Orgel die ersten Töne zu entlocken. Er tat das mit Genuss und Können, unter anderem mit Werken von Samuel Wesley und Georg Friedrich Händel. Die Kirchenbesucher erlebten die ganze Fülle der Orgel vom leisesten Flötenton bis zum vollen Klang der großen Pfeifen.


Besonderheiten der Orgel

Zwischendurch stellte Staab die Einzel- und Besonderheiten der Orgel vor. Mit dem Tedeum, bei dem Erich Staab "alle Register zog" und den Kirchenraum fast zum Schwingen brachte, fand die Einspielung ein würdiges Ende.
Danach konnten die Besucher die Orgel besichtigen und Fragen an Staab und die Orgelbauer Vleugels richten. Bei einer von den Orgelfreunden vorbereiteten Agape am Kirchenvorplatz wurde ebenfalls noch viel über die Orgel gesprochen. red
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