Forchheim
Geschäftsleben

Tausende drängen sich am verkaufsoffenen Sonntag in Forchheim

Ekkehard Roepert Forchheim —  Zum Mittagessen nach Trailsdorf, dann zum verkaufsoffenen Sonntag nach Forchheim: Sein Auto musste er weitab parken, erzählt ein Jahrmarktbesucher auf dem Paradeplatz. So...
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Kaum ein Durchkommen war gestern Nachmittag in der Nürnberger Straße. Foto: Ekkehard Roepert
Kaum ein Durchkommen war gestern Nachmittag in der Nürnberger Straße. Foto: Ekkehard Roepert

Ekkehard Roepert Forchheim —  Zum Mittagessen nach Trailsdorf, dann zum verkaufsoffenen Sonntag nach Forchheim: Sein Auto musste er weitab parken, erzählt ein Jahrmarktbesucher auf dem Paradeplatz. So viele Leute habe er nicht erwartet - "aber schön, wenn was geht".

Tausende sind es, die sich am Sonntag Nachmittag zwischen Nürnberger Straße und Rathausplatz drängen. "Hallo, bist a weng am Markt." Viele kommen, um zu schlendern, zu plaudern oder um den so amüsant wie lehrreichen Vorträgen an den Ständen zu lauschen.

Etwa bei dem Händler, der Bambus-Fasertücher anbietet: "Herkömmliche Lappen riechen über Nacht wie ein toter Vogel." Mit dem Bambustuch könne das nicht passieren: "Fünf Tücher, fünf Jahre Garantie." Der Fasertuchhändler klärt die Zuhörer, die seinen Stand eingekreist haben, auf, warum er sein achtteiliges Putz-Set an diesem Tag billiger anbietet als im Internet: "Weil in Forchheim die Uhren anders gehen."

Neben gängigen Angeboten - Gürtel, "herrliche Klementinen", Mützen, gummilosen Socken, Würste, Äpfel, Hosenträger, "zuckersüße Trauben", Taschen in sämtlichen Varianten ("alle für 12,50 Euro"), Waldhonig, Scheren, Gewürze und noch mal Gürtel - gibt es auch kurios anmutende Offerten. Am Paradeplatz wirbt ein Händler für Murmeltiersalbe: "Keiner hat so eine große Auswahl wie ich. Hilft sehr gut bei Gelenkschmerzen. Diese Salbe ist die meistgekaufte in Europa."

Der Blick und das Gehtempo unterscheidet die reinen Flaneure von jenen, die den Markttag für einen gezielten Einkauf nutzen. Eine Forchheimer Stadträtin ist gekommen, um sich einen Kochlöffel und eine Eieruhr zu kaufen: "Den Kochlöffel hab' ich schon."

Oder jener beleibte Herr, der für seinen noch beleibteren Schwiegervater dringend Hosenträger benötigt: 150 Kilogramm bringe sein Schwiegervater auf die Wage, verrät der Schwiegersohn dem Händler. Ob es entsprechend lange Hosenträger gebe? "Die werden bis zu zwei Meter lang", weist der Händler auf ein elastisches Exemplar hin.

Und auch am Schuhstand gegenüber rät eine Verkäuferin zu einer Nummer größer: "Breiter werden sie immer, aber zu kurz ist zu kurz."

Trotz der vielen Kunden, wirken manche Stände etwas verlassen. Etwa bei den Anbietern von Glühbirnen und Seifen. Dann haben die Händler Zeit, mit ihrem Handy zu spielen. Doch wirklich privilegiert im Gedränge des Jahrmarktes sind die kleinen Kinder und Hunde - die werden getragen.

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