Haßfurt

Tauben bleiben draußen

Die Pfarrei Sankt Kilian Haßfurt reinigte den Nordturm der Kirche und rüstete ihn auf.
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Geschafft! Mehrere Nistkästen für Dohlen hat Toni Schenk gebaut und diese innen am Bogenfeld des Fensters montieren lassen. Mittig zeigt sich die Aussparung für die Fledermäuse.  Foto: Albin Schorn
Geschafft! Mehrere Nistkästen für Dohlen hat Toni Schenk gebaut und diese innen am Bogenfeld des Fensters montieren lassen. Mittig zeigt sich die Aussparung für die Fledermäuse. Foto: Albin Schorn
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900 Säcke Taubenkot, vermischt mit Taubenkadavern und Bauschutt, fast 18 Tonnen Gesamtgewicht, entsorgten Arbeiter einer Fachfirma aus dem Nordturm der Pfarrkirche Sankt Kilian in Haßfurt. Keine billige Aktion für die Pfarrgemeinde und keine schöne Arbeit, zumal die Exkremente mit einer Vielzahl von Erregern als aggressiv und gesundheitsschädlich für den Menschen gelten.

Wie soll die Pfarrgemeinde künftig mit den "Ratten der Lüfte", wie die Tauben auch genannt werden, umgehen? Wie sollen den Tieren Nist- und Brutplätze im dritten Geschoss des gotischen Nordturms verwehrt werden?

Nach beratenden Gesprächen zwischen der Kirchenverwaltung und örtlichen Mitgliedern des Landesbundes für Vogelschutz sowie der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt wurden folgende Maßnahmen ausgeführt: Schließen der Schallluken auf der Nordseite des dritten Turmgeschosses mit Ausnahme des Bogenfeldes im gotischen Fenster. Hier wird ein spezielles rechteckiges Einflugloch (20 mal fünf Zentimeter) für Fledermäuse ausgespart. Diese verbringen den Sommer dann auch weiterhin im Dachstuhl des Kirchengebäudes.

Außerdem: Dohlen können in den Turm einfliegen durch Fluglöcher in Faustgröße mit einem Durchmesser von neun Zentimetern. Gleichzeitig ist damit den Tauben das Einfliegen in den Turm verwehrt.

Und Brutplätze für Dohlen? Da konnte Toni Schenk vom Landesbund für Vogelschutz auf seine jahrelange ehrenamtliche Erfahrung für den Vogelschutz im Haßbergekreis zurückgreifen. Er baute bewährte Nistkasten-Modelle für Dohlen maßgerecht nach, und die Entsorgungsfirma montierte sie im Bogenfeld des Turmfensters hinter den Einfluglöchern. Damit sind die Bewohner vor Zugluft und übermäßigem Lichteinfall geschützt. Die Bodenplatte der Quartiere erhielt einige Löcher zur Belüftung und Entfeuchtung des Inneren. Um die Kästen im Herbst zu kontrollieren oder zu reinigen, ist eine Seitenwand mit einem Scharnier zu öffnen.

Bekanntlich behaupten sich Dohlen in der Brutzeit erfolgreich gegen Straßentauben und halten ihre Konkurrenz vom Landen ab und damit auch vom Kot im Turm. Die Dohle, als der kleinste Rabenvogel, baut sich ihre Nester selbstständig und säubert sie regelmäßig.

In einer Reihe von Kirchtürmen und markanten Gebäuden hat die Kreisgruppe des Landesbundes für Vogelschutz weitere Nistkästen für Dohlen eingebaut, meist von außen nicht zu erkennen. So in Maria Limbach, Knetzgau, Sand, Eltmann, Zeil und in der neuen Friedhofskapelle in Haßfurt.

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