Teuschnitz

Taktstock zu vergeben

Der Gesangsverein 1868 Teuschnitz steht ohne Chorleiter da. Deswegen war die Stimmung bei der Jahreshauptversammlung eher gedrückt. Hintergrund ist, dass Bernd Jungkunz nach 18-jähriger Dirigententäti...
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Auf Jahreshauptversammlung wurde Bernd Jungkunz zum Ehrenchorleiter ernannt (4. v. l.), mit im Bild Kassier Josef Leitz, Ehrenchorleiter Lothar Jungkunz, Bürgermeistern Gabi Weber, Ehrenvorsitzender Hans Neubauer, 2. Vorsitzender Dieter Kaschub, Schriftführerin Dagmar Knauer, Vorsitzender Gerhard Förtsch und Notenwart Josef Eduard Müller Foto: privat
Auf Jahreshauptversammlung wurde Bernd Jungkunz zum Ehrenchorleiter ernannt (4. v. l.), mit im Bild Kassier Josef Leitz, Ehrenchorleiter Lothar Jungkunz, Bürgermeistern Gabi Weber, Ehrenvorsitzender Hans Neubauer, 2. Vorsitzender Dieter Kaschub, Schriftführerin Dagmar Knauer, Vorsitzender Gerhard Förtsch und Notenwart Josef Eduard Müller Foto: privat

Der Gesangsverein 1868 Teuschnitz steht ohne Chorleiter da. Deswegen war die Stimmung bei der Jahreshauptversammlung eher gedrückt. Hintergrund ist, dass Bernd Jungkunz nach 18-jähriger Dirigententätigkeit nicht mehr zur Verfügung steht. Singstunden finden also derzeit nicht mehr statt. Vor Gerhard Förtsch, der in der Versammlung zum Vorsitzenden gewählt wurde, liegt die Aufgabe, einen Chorleiter zu finden, der auch finanzierbar ist.

Förtsch zeigte sich nach seiner einstimmigen Wahl am Ende der Versammlung verhalten optimistisch. Es sei zwar nicht einfach, aber er habe schon zwei Personen ins Auge gefasst. Zudem habe er sich Gedanken gemacht, wie mehr Geld in die Vereinskasse kommen soll und ein Wirtshaussingen angedacht. Er bat alle Mitglieder darum, ihn dabei zu unterstützen.

Zeit des Wandels

In Bezug auf die aktuelle Vereinssituation erklärte Schriftführerin Dagmar Knauer, dass der Verein seit 1984 eine Renaissance durch Ehrenchorleiter Lothar Jungkunz erlebt habe, der den damaligen Männerchor zu einem gemischten Chor umformte. "Wir konnten uns glücklich schätzen, solch musisch-beseelte Dirigenten in unseren Reihen gehabt zu haben", meinte sie mit Blick auf Lothar Jungkunz und dessen Sohn Bernd, der den Chor von seinem Vater übernahm, "beide führten den Chor zu bravourösen Leistungen, so dass diesem ein hohes Renommee zuteil wurde, auf das wir alle stolz sein können. Wir sind ihnen deshalb für ihr Engagement und Idealismus außerordentlich dankbar."

Emotionaler Rückblick

Chorleiter Bernd Jungkunz ließ in seiner zum Teil sehr emotionalen Rede ebenfalls das Jahr musikalisch Revue passieren. Es sei mit viel Fleiß gelungen, die Aufgaben sehr gut zu meistern. Letztes Highlight sei die Christmette gewesen, als man nochmals "Spuren hinterlassen habe".

"Wenn ich jetzt noch einmal den Hut vor euch ziehe, dann gehen 19 Jahre, die ihr Teil meines Lebens wart, vorbei", sagte er an die Adresse der Sängerinnen und Sänger. Er habe als Dirigent nie die großen Fußstapfen, die ihm 2011 hinterlassen wurden, füllen wollen, sondern eigene Spuren markieren wollen. "Diese Spuren habt ihr mir in der Mette gezeigt", sagte Bernd Jungkunz.

Er erinnerte auch an die zahlreichen Konzerte und kirchlichen Auftritte in Teuschnitz und auch überregional, bei denen man die Gäste stets emotional berühren konnte. So sei man einer der Vorreiterchöre gewesen, die den Mut hatten, sich mit Keyboard begleiten zu lassen. Auch Schlager und Swing seien stets bei den Aufführungen dabei gewesen und hätten vielen Gästen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Ein Wermutstropfen sei, dass es leider nicht gelang, die "Sunshine Kids" in die Chorgemeinschaft zu integrieren.

Nun sei es für den Verein an der Zeit, neuen Mut zu fassen, neue Wege zu gehen und neue Spuren zu setzen. "Danke für die 19 Jahre, durch euch bin ich auch als Mensch und Musikant gewachsen", betonte der Dirigent.

Vorsitzender Hans Neubauer bezifferte die Zahl der Vereinsmitglieder mit 62. Der Verein habe seit seiner Gründung am 11. Februar 1868 viele Höhen und Tiefen erlebt. "Wir haben viele schöne und interessante Stunden bei den Proben, Auftritten und anderen Anlässen erlebt", so Neubauer.

Nichts sei beständiger als der Wandel, auch beim Gesangverein kündige sich nun ein Wandel an. Nach über 34 Jahren Verantwortung im Verein stehe er nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden, das er seit 2005 bekleide, zur Verfügung. Man habe aufgrund der aktuellen Entwicklung in Bezug auf den Chorleiter beim Fränkischen Sängerbund den Verein zum 1. Januar 2020 als "ruhenden Verein" gemeldet. Der neue Vorstand könne deshalb in Ruhe die nötigen Entscheidungen treffen.

Den Kopf nicht hängen lassen

Bürgermeisterin Gabi Weber, ebenfalls Mitglied im Verein und ehemalig aktive Sängerin, meinte: "Was am meisten wehtut, ist, wenn eine gewachsene Gemeinschaft nicht mehr zusammen kommt." Sie appellierte deshalb an alle, den Kopf nicht hängen zu lassen und noch einen Versuch zu wagen, einen Dirigenten zu finden; dazu sagte sie Unterstützung zu. Sie bot dem Vorstand an, sich zusammensetzen und die Möglichkeiten auszuloten.

Hans Neubauer ernannte im Anschluss Bernd Jungkunz zum Ehrenchorleiter. Seit dem 23. Juni 1997 sei Bernd Jungkunz Mitglied im Gesangverein und habe die Verantwortung für den Chor von seinem Vater Lothar übernommen. "Wir können stolz und zufrieden auf erfolgreiche Jahre zurückblicken. Dein Engagement war immer zielführend und erfolgreich. Bei unseren Auftritten wurden uns immer großer Zuspruch, Anerkennung und Beifall zuteil."

"Die Jahre von 1984 bis heute wurde von dir und deinem Vater geprägt und werden als erfolgreicher Abschnitt in die Chronik des Vereins eingehen." Man bedaure die Entscheidung, die Verantwortung als Chorleiter nicht mehr zu übernehmen, habe aber auch Verständnis dafür.

Wechsel in der Führung

Die Neuwahlen, die vom Wahlausschuss - Bürgermeisterin Gabi Weber, Heinz Martin und Dagmar Knauer - durchgeführt wurden, brachten folgendes Ergebnis: Vorsitzender ist Gerhard Förtsch (neu für Hans Neubauer); 2. Vorsitzender ist Dieter Kaschub; der Kassier heißt Bernd Jungkunz (neu für Josef Leitz) und Schriftführerin Dagmar Knauer. Ausschussmitglieder sind Anton Martin, Brigitte Martin, Helmut Rehm und Brigitte Zipfel; als Notenwart tätig ist Josef Eduard Müller und Kassenprüfer sind Heinz Martin und Gabi Weber. red

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