Coburg

Studentinnen ehren ihre Vorkämpferinnen in der Wissenschaft

Dass Frauen studieren dürfen und können, war nicht immer eine Selbstverständlichkeit. Die Ausstellung "Pionierinnen der Wissenschaft - entdecken statt tischdecken" befasst sich sehr ausführlich mit di...
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An Marie Curie führt wissenschaftlich kein Weg vorbei - und in der Ausstellung auch nicht. Foto: Wolfgang Desombre
An Marie Curie führt wissenschaftlich kein Weg vorbei - und in der Ausstellung auch nicht. Foto: Wolfgang Desombre

Dass Frauen studieren dürfen und können, war nicht immer eine Selbstverständlichkeit. Die Ausstellung "Pionierinnen der Wissenschaft - entdecken statt tischdecken" befasst sich sehr ausführlich mit diesem Thema.

Zwanzig Studentinnen der Hochschule Coburg aus den Fächern Soziale Arbeit, BWL und Integrative Gesundheitsförderung haben das Projekt nun nach eineinhalb Semestern Arbeit mit der Ausstellung im "Fugenlos" zu Ende gebracht. Die Ausstellung ist den Frauen gewidmet, die sich für Frauen einsetzten, sagte Celine Letsch bei der Eröffnung. Welche Hürden überwunden werden mussten, damit Frauen ganz selbstverständlich an Universitäten und Hochschulen studieren, forschen und lehren konnten, illustrieren Zitate rund ums Frauenstudium: "Der wesentliche Wert der Frau liegt in ihrer Gebärfähigkeit und in ihrem hauswirtschaftlichen Nutzen", schrieb der Kirchenlehrer Thomas von Aquin. Dem steht Marie Curie gegenüber: "Mein oberstes Prinzip: Sich nicht unterkriegen lassen, nicht von den Menschen, und nicht von den Ereignissen."

An fünf bedeutenden Frauen führt in der Ausstellung kein Weg vorbei: Trotz ihres breiten medizinischen Wissens blieb anfangs Dorothea Christiane Erxleben der Zugang zur Universität verwehrt. Henriette Hirschfeld-Tiburtius (1834-1911) war die erste selbstständige Zahnärztin Deutschlands. Marianne Adelaide Hedwig Dohm war eine deutsche Schriftstellerin und Frauenrechtlerin. Sofya Vasilyevna Kovalevskaya war eine russische Mathematikerin, die 1884 an der Universität Stockholm die weltweit erste Professorin für Mathematik wurde. Sie setzte sich für das Recht aller Frauen auf Ausbildung ein.

Marie Curie wuchs im damals zu Russland gehörigen Teil Polens auf. Da Frauen dort nicht zum Studium zugelassen wurden, zog sie nach Paris und begann Ende 1891 ein Studium, das sie mit Lizenziaten in Physik und Mathematik beendete. An dem von ihr geleiteten Pariser Radium-Institut setzte sie sich für die Förderung von weiblichen und ausländischen Studierenden ein.

Die Studentinnen bilden in dieser Ausstellung auch Frauen aus allen Kontinenten ab, die wichtige Grundbausteine für die Gleichberechtigung der Frauen gesetzt haben. Ergänzt wird die Ausstellung mit Exponaten des Stadtarchivs.

" Forscherinnen öffentlich abzubilden und auf die Vergangenheit und die aktuelle Situation von Frauen in der Wissenschaft aufmerksam zu machen, ist mit Blick auf Geschlechterverteilung an prominenten Stellen des Wissenschaftssystems heute immer noch notwendig", heißt es in einer Mitteilung der Hochschule Coburg zu der Ausstellung. Die Ausstellung solle besonders für junge Menschen die Möglichkeit bieten, sich auf innovativem Wege zu informieren. Zu sehen ist die Ausstellung im "fugenlos" in der Herrngasse 7 noch bis zum 15. Februar. Geöffnet ist jeweils dienstags von 12 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr, außer den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr. des

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